Biografie


Verlag: Henselowski . Boschmann
ISBN: 9783942094955
Preis: 9,90 €
bestellen

Vorbilderbuch

diverse, Rezension von Karin Bucconi

Wir alle haben zumeist ein Vorbild, oder auch mehrere. Sie bedeuten uns etwas. Der kleine Bottroper Verlag hat einige Menschen aus Bottrop und Umgebung nach ihren Vorbildern gefragt und sie ihre Geschichten aufschreiben lassen.

Heraus gekommen ist eine kleine Galerie der Menschlichkeit.


Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-05081-3
Preis: 22,00 €
bestellen

Wo wir zu Hause sind - Die Geschichte meiner verschwundenen Familie

Maxim Leo, Rezension von Bernhard Söthe

Maxim Leo wurde 1970 in Ost-Berlin geboren. Er ist gelernter Chemielaborant, studierte Politikwissenschaften und arbeitet als Journalist für die "Berliner Zeitung". Außerdem ist er als Drehbuchautor für die Tatort-Krimi-Reihe tätig und schreibt Krimis, z.B. "Waidmannstod" (KiWi, 9.99€). Mit Jochen Gutsch zusammen hat er die Satiren "Sprechende Männer" (Heyne, 8.99€) und den Spiegel-Bestseller über Alterspubertiere "Es ist nur eine Phase, Hase" (Ullstein, 12.00€) veröffentlicht. 

          

Auf der Leipziger Buchmesse hat Maxim Leo sein neues Buch vorgestellt. Kein Krimi, keine Satire, sondern seine packende Familiengeschichte, spannend und herzergreifend: "Ich habe große Familien immer beneidet, alles schien mir so warm und selbstverständlich zu sein."

Wenn vier Menschen um einen Tisch sitzen, dann ist Maxim Leos Berliner Familie schon fast vollständig versammelt. Die Familie hat jüdische Wurzel, und viele Leos sind in den 30er Jahren vor den Verfolgungen der Nazis geflohen. Drei Schwestern von Maxim Leos Großvater gelang es zu entkommen, und sie gründeten Familien, die heute in England, Frankreich und Israel leben. Die Kinder und Enkel seiner Großtanten besucht Maxim Leo, viele von ihnen trifft er zum ersten Mal, sie erzählen ihm ihre unglaublichen Geschichten. Manche kommen zum Gegenbesuch nach Berlin, wo die Familie Leo ursprünglich zu Hause war. Und plötzlich ist Maxim Leos Familie nicht mehr klein. 

Ein Buch, das den Leser vor die Frage stellt: Was ist Familie und was bedeutet sie für mich? Ein Buch, das viel Stoff zum Nachdenken bietet. 

 

 


Verlag: Luchterhand
ISBN: 978-3-630-87473-9
Preis: 22,00 €
bestellen

Herkunft

Sasa Stanisic, Rezension von Bernhard Söthe

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019

""Herkunft" ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren zu werden und was danach kommt", so umschreibt Sasa Stanisic selbst den Inhalt seines neuen Buches. Geborgen wurde er in Jugoslawien in Visegrad, der Vater ein Serbe, die Mutter aus einer bosnisch-muslimischen Familie, die ihre religiösen Wurzeln längst gekappt hat. Im Vielvölkerstaat Jugoslawien waren solche Konstellationen nicht ungewöhnlich, waren auch nie ein Problem, bis Jugoslawien zerbrach und ehemals friedliche Nachbarn begannen, aufeinander zu schießen. Wie so viele andere muss auch die Familie Stanisic um ihr Leben fürchten und fliehen. 1992 werden sie in einer Flüchtlingsunterkunft in Heidelberg aufgenommen. Der damals 12jährige Sasa spricht kein Wort Deutsch. Nach eigener Aussage hatte er Glück mit seinen Deutschlehrern, seinen Freunden und deren Familien, auch mit einem Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde, der mehr als nur Dienst nach Vorschrift tat und es Sasa Stanisic auch nach Ende des Bosnienkrieges ermöglichte, in Deutschland zu bleiben und zu studieren, denn über der Familie schwebte das Damoklesschwert der Abschiebung. Alle 6 Monate wurde der Status der Flüchtlinge überprüft und die Aufenthaltsgenehmigung verlängert oder eben nicht. Was diese permanente Unsichterheit für die Seelenlage der Geflüchteten bedeutete, kann man als gebürtiger Deutscher mit Pass nur ahnen. Ohne Bitterkeit erzählt Stanisic von seiner Herkunft, seiner Familie, die durch den Bosnienkrieg in der ganzen Welt verstreut ist, sein Ankommen in der neuen Heimat und in der neuen Sprache und seinen Werdegang als Schriftsteller. "Herkunft" ist ein Buch voller Herzenswärme und feinem Humor. Sasa Stanisic hat 2014 für seinen grandiosen Roman "Vor dem Fest" den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Ein Beweis, wie wunderbar der gebürtige Jugoslawe mit der angelernten deutschen Sprache umzugehen weiß. 


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442314874
Preis: 26,00 €
bestellen

Becoming

Michelle Obama, Rezension von Karin Bucconi

Michelle Obama ist gelungen, was vielen Landsleuten nicht gelungen ist. Sie hat eine völlig unamerikanische Biografie geschrieben, in der sie mit schonungsloser Selbstkritik ihr Leben überprüft. In drei Kapiteln "Me", "Us" und "More" erzählt sie von ihrer Jugend bis hin zum heutigen Tag.

Ihre Jugend hat sie auf der armen South-Side von New York verbracht. Sie wurde erzogen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und geprägt durch den  engen Zusammenhalt der Familie. Eigentlich hatte sie Ärztin werden wollen, studiert aber Jura und steigt in der Kanzlei schnell auf. Dort begegnet ihr irgendwann ein süßer Sommerpraktikant, den sie dann später heiratet. 

Sie schreibt über ihre Ehe, über holprige Zeiten selbiger und der Inanspruchnahme einer Eheberatung. Der Kinderwunsch von Michelle und Barack ließ sich nur mit Hilfe künstlicher Befruchtung verwirklichen. 

Michelle Obama erzählt von der Politik der letzten Jahre, von schönen und unschönen Begegnungen und davon, wie leer sich Erfolg häufig anfühlt. Sie stellt klar, dass sie, obwohl dazu aufgefordert, niemals als Präsidentschaftskandidatin antreten wird. Sie habe gesehen, was die acht Jahre mit ihrem Mann und der Familie gemacht haben.

Über Trump verliert sie wenig Worte. Sie sagt aber, dass sie ihm nie vergeben wird, dass er die Staatsbürgerschaft von Barack angezweifelt und infolge ihre Familie in große Gefahr gebracht hat. Extremisten und Verrückte fühlten sich zum Handeln aufgefordert....

Ich habe die Autobiographie mit Vergnügen gelesen und bedauere einmal mehr, Michelle und Barack Obama auf der politischen Bühne nicht mehr begegnen zu können.