Kinderbücher

Zu den Besprechungen der Kinder- und Jugendbücher finden Sie meistens unsere Altersempfehlungen. Diese Empfehlungen können natürlich nur sehr ungefähr sein. Jedes Kind, jeder Jugendliche hat seine eigene Lesegeschwindigkeit, und die Interessen und Lesefähigkeiten sind so breit gefächert wie bei Erwachsenen. Es soll ja angeblich 8jährige Kinder geben, die "Harry Potter" gelesen und verstanden haben (vermutlich hochbegabte Kinder von vermutlich genauso hochbegabten Eltern). Und es gibt 14jährige Jugendliche, die sich zwar prima am Computer zurechtfinden, denen das Lesen zusammenhängender Texte aber schwer fällt. Da liegen dann oft Welten zwischen, und auch die Hinweise der Verlage zum Lesealter, die man manchmal auf den Buchrücken findet, sind oft eher verwirrend als hilfreich. Hier sehen wir unsere Aufgabe als Buchhändler, das richtige Buch für die richtige Alterstufe zu finden. Sie wissen ja, Kinder- und Jugendbücher sind ein ganz wichtiger Teil unseres Sortiments, und unser Ziel ist es, aus den Kindern von heute die begeisterten Leser (und Kunden!) von morgen zu machen!


Verlag: Beltz
ISBN: 978-3-407-81231-5
Preis: 12,95 €
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Matti und Sami und die verflixte Ungerechtigkeit der Welt

Salah Naoura, Rezension von Tanja Tenberg

Matti, 11 Jahre alt, kann es kaum fassen.

Seine Familie hat tatsächlich ein Haus in Finnland gewonnen.

Das freut seinen finnischen Vater sehr, dem das Leben in Deutschland manchmal schwer fällt.

Also geht es ab in die finnischen Wälder, in denen ihr neues zu Hause steht.

Da noch Ferienzeit ist, können Matti und sein fast sechsjähriger Bruder Sami die Zeit nutzen,

um ihre neue Umgebung zu erkunden.

Und dann heißt es auch noch, dass es in den Wäldern hinter ihrem Haus spukt.

Das Sommerabenteuer beginnt.

Mit manchmal witzigen, auch traurigen und verständnisvollen Momenten ist dieses Buch perfekt für Jungen und Mädchen ab 10 Jahre.

Für alle, die mal eine etwas andere besonders toll erzählte Feriengeschichte lesen möchten.


Verlag: Carlsen
ISBN: 97835515144/6
Preis: 12,00 €
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Fühlinchen

Nana Neßhöver/Annette Swoboda, Rezension von Karin Bucconi

Fühlinchen ist ein Schaf und was für eines! Während die anderen Linchen ihre Fellfarbe behalten,und immer gleich aussehen, wechselt bei ihm, je nach Stimmung, die Farbe. Vergnügt ist es rosafarben, traurig schmutziggrau und wenn es stolz ist, glänzt es golden. Als Fühlinchen sich einmal ganz einsam fühlt, begibt es sich auf die Suche nach anderen Fühlinchen und begegnet ganz unterschiedlichen Tieren in ganz unterschiedlichen Stimmungen und merkt, dass jeder sich mal so und mal so , und dass man manchmal alles gleichzeitig fühlt.



ISBN: 9783743201798
Preis: 12,95 €
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Die geheimnisvolle Flaschenpost

Tom Percival/Tuire Siiriainen, Rezension von Karin Bucconi

Kiki, ein abenteuerlustiger, kleiner Vogel will unbedingt reisen und die Welt sehen, ist aber bislang nicht über ihre tropische Insel hinausgekommen. Dann findet sie eines Tages am Strand eine Flasche, in der ein Brief steckt. Für wen soll der sein. Die Krabbe, die sie trifft, schickt sie weit auf`s Meer hinaus, ist sich aber mit der Richtung nicht sicher. Kiki gerät in ein Unwetter, lässt die Flasche fallen, und sie landet auf der Nase eines Wals. Der merkt, wie erschöpft der Vogel ist und nimmt ihn ein Stück mit. Im Land der Grizzly-Bären lernt sie einen Regenpfeifer kennen, der mit ihr fliegen und ihr helfen will, sich aber, und das gibt er nicht zu, nicht wirklich gut auskennt...

Kiki hat eine lange, beschwerliche Reise vor sich, bis sie endlich die Flaschenpost übergeben kann.

Wieder ein schönes, wunderbar illustriertes Kinderbuch, das unbedingt verschenkt werden will.


Verlag: Prestel
ISBN: 9783791373706
Preis: 25,00 €
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Welt der Vögel

Robert Hunter, Rezension von Karin Bucconi

Ein wunderschönes Bilderbuch, nicht nur für Kinder. Vorgestellt werden Vögel des Regenwalds, der Berge, der Steppe, des Waldes, Vögel im Eis u.v.m! Auf jeder Seite kann eine Note gedrückt werden, und man hört Vogelkonzerte in den unterschiedlichsten Regionen der Welt. Insgesamt 60 verschiedene Vogelstimmen vom Zwitschern der Papageien bis zum Krächzen der Raben lassen sich entdecken. 

Die Zeichnungen sind besonders gelungen, und das Buch ist ein tolles Geschenk für Menschen, die die Natur lieben.


Verlag: dtv
ISBN: 9783423640480
Preis: 12,95 €
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Die Blaubeerdetektive Gefahr für den Inselwald

Petti Kivinnen, Rezension von Karin Bucconi

Der erste Fall für die besten finnischen Kinderdetektive!

Das ist wirklich eine verrückte Rasselbande, die ihr geheimes Quartier auf der Blaubeerinsel aufgeschlagen hat. Einer von ihnen ist Samu und immer an seiner Seite Riku, sein Hund. Die anderen drei sind die Zwillinge Alma und Selma und Olli. Es gibt in ihrer Umgebung nur einen Menschen, den sie gar nicht mögen: den fiesen Sägewerkbesitzer Mäkälä. Ausgerechnet der ist momentan, obwohl sonst immer stinkig, höflich und zuvorkommend gegenüber einigen Leuten, und diesen Sinneswandel nimmt ihm die Blaubeerbande nicht ab. Also befragen sie einige von denen, die Mäkälä neuerdings so freundlich behandelt: den Pfarrer, Oma Eskola, den Postboten Rintala und andere. Von ihnen scheint er etwas zu wollen.

Sein Verhalten hat mit ihrer Insel zu tun, deren Baumbestand (lauter alte Eichen) er sich unter den Nagel reißen will. Er behauptet, der gesamte Bestand sei von Borkenkäfern befallen. Das glaubt die Bande auf keinen Fall, zumal die Kinder von einem Päckchen erfahren, das der feine Herr ganz schnell verschwinden läßt. Er hat die Rechnung eindeutig ohne die Detektive gemacht, die schlauer sind, als er...

Ein spannendes und witziges Buch für Kinder ab 8 Jahre.

 

 


Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-7373-4142-4
Preis: 13,00 €
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Der Zaubergarten - Geheimnisse sind blau

Nelly Möhle, Rezension von Jutta Pollmann

Tilda hat Langeweile, aber so richtig: L A N G E W E I L E. Wenn sie doch wenigstens ein Haustier haben dürfte, aber Papa hat gesagt: „Tilda-Schatz, vier Kinder im Haus ersetzen jedes Haustier. Da ist von Ferkel bis Kampfhund alles dabei.

Sie könnte sich ja mit ihrer Freundin treffen, doch leider ist Lea, ihre beste Freundin weggezogen.

Von unten ruft ihre Mutter und präsentiert ihr: Anni. Anni ist gerade mit ihrer Mutter Renate in die Stadt gezogen, und weil Renate Mamas beste Freundin ist, kümmert sie sich auch gleich um Anni. Schnell wird Tilda klar, dass sie hier eine neue Freundin gefunden hat und der muss man natürlich alles zeigen, u.a. das Gartenhäuschen in Opas Garten. Das dürfen Tilda und ihre Brüder nämlich als Geheimversteck benutzen und Anni findet das nur cool.

Leider sind Finn und Jonas auch gerade da. Doch die beachten die beiden Mädels erst gar nicht, denn Finn hat Jonas neuen WM-Fußball über die Mauer zum Nachbargarten geschossen. Eigentlich kein Problem, man geht zum Nachbarn, klingelt, bittet um den Ball, entschuldigt sich und gut ist. Aber so einfach ist das hier nicht. Die Kinder haben absolutes Verbot über die Mauer zu steigen. Drüben wohnt Herr Bovist und Opa ist mal von der Leiter gefallen und hat sich das Bein gebrochen, als er ihn im Garten gesehen hat: Herr Bovist war von oben bis unten beharrt und zusammen mit seinem riesigen Hund, sah er furchterregend aus.

Anni will das nicht glauben und nachdem Jonas Finn solange bedrängt hat, den Ball wieder zu holen, sind plötzlich alle vier drüben im Garten. Aber eigentlich ist das kein Garten sondern ein Urwald, hier ist seit langem nichts mehr gemacht worden, hier müsste man roden. Die Kinder schleichen sich leise weiter, immer auf der Hut, keinen Lärm zu machen. Die Jungs suchen den Fußball, Tilda und Anni entdecken ein altes Gewächshaus. Drinnen gibt es viele kleine Erdhügel, als ob wasserscheue Maulwürfe dort leben würden. Auch die Pflanzen sehen merkwürdig aus. Als plötzlich Hundegebell zu hören ist, schnappt sich Tilda – mehr reflexartig – eine Pflanze und die beiden hasten über die Mauer.

Zuhause beobachtet Tilda ihre Pflanze, die sie Ludmilla nennt und beginnt ein Pflanzentagebuch, denn Ludmilla verändert sich täglich. Und dann bemerken Tilda und Anni, dass Ludmilla eine ganz besondere Pflanze ist, denn wenn man an ihr riecht, die Nase ganz tief in die Blüte steckt, wird man u n s i c h t b a r!!!

Und wie kann man besser einen Garten, den man nicht betreten darf erkunden, als wenn man unsichtbar ist....

 

Eine wirklich tolle Mädels- und Freundschaftsgeschichte, spannend geschrieben, denn man möchte unbedingt wissen, was es mit diesem Garten, dem Herrn Bovist und den Pflanzen auf sich hat.


Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-65541-7
Preis: 9,00 €
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Ratz und Mimi

Franziska Gehm, Rezension von Tanja Tenberg

Faultier Ratz macht seinem Namen alle Ehre.

Am liebsten ratzt er den ganzen Tag, wenn es ihn nicht so jucken würde.

Da muss ein Untermieter her, der helfen kann.

Und schon ist es mit der Ruhe vorbei, als die Motte Mimi zum Fell reinigen mit Besen, Eimer und einem Radio für fette Partys ins Fell von Ratz einzieht.

 

Eine vergnügliche Geschichte für Kinder ab 6 Jahren zum Selberlesen oder auch zum Vorlesen, toll illustriert.

Das machte meiner achtjährigen Tochter und mir gemeinsam Spaß beim gegenseitigen Vorlesen, und wir freuen uns auf Band 2, der im Dezember 2019 erscheinen soll.


Verlag: Ars Edition
ISBN: 978-3-8458-2756-8
Preis: 10,00 €
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Elsa Hexenlehrling - Eine Woche voller Magie

Kaye Umansky, Rezension von Bernhard Söthe

Elsa Sonnenblum lebt mit ihren Eltern und drei kleinen Brüdern in Kleinbrück an der Dümpel. Elsas Eltern betreiben dort einen kleinen Kramladen für billiges, alltägliches Zeug, z.B. Heftzwecken, Schuhcreme, Teesiebe usw. Leider gehen die Geschäfte nicht so gut. Die 10jährige Elsa hilft regelmäßig im Laden aus. Die wichtigsten Regeln für den perfekten Kundenservice hat sie längst verinnerlicht, darunter Punkt 4 "Ausgiebig mit den Kunden plaudern" oder Punkt 9 "Stets ein Taschentuch bereit halten" oder ganz wichtig, Punkt 10 "Schmeicheleien einsetzen". Elsa ist also bestens vorbereitet, als eine ungewöhnliche Kundin, begleitet von Blitz und Donner, hereingeweht kommt. Es ist Magenta Zack, rote Haare, rote Schuhe, lange rote Handschuhe, die Hexe aus dem Düsterwald. Kaufen will sie leider nichts, obwohl heute Korkenzieher im Angebot sind. Die Hexe möchte nur ein Blatt am schwarzen Brett des Lädchens anpinnen: "Haushüter(in) auf Zeit gesucht - Bewerbungen an Magenta Zack, Anschrift: Turm im Wald". Die Entlohnung wird mehr als großzügig sein. Da sich Elsa dringend neue blaue Schuhe wünscht und der knappe Etat der Eltern das nicht hergibt, werden sich Elsa und die Hexe Magenta schnell einig. Mit Erlaubnis der Eltern wird Elsa eine Woche lang das Haus der Hexe, d.h. ihren Turm im Wald, hüten, während Magenta auf Reisen ist. Dies Woche wird für Elsa richtig turbulent. Elsa muss sich mit Magentas sprechendem Raben anfreunden, ein streunender Hund und diverse Besucher, darunter ein schöner blonder Holzfäller, mehrere ungehobelte Waldarbeiter, zwei diebische Nachbarinnen und eine unglücklich verliebte Waldfee halten Elsa auf Trab. Im Hexenturm findet Elsa das Buch "Einfache Zaubereien für Anfänger", das sie eifrig studiert und ausprobiert. Mit ein bisschen Übung klappen die Zaubereien ganz gut. Und als ein mit einem Liebestrank gebackener Kuchen in die falschen Hände bzw Münder gerät, muss Elsa alle neu erworbenen Zauberfähigkeiten einsetzen, um die Wogen zu glätten.

Elsa ist eine höchst liebenswerte Heldin, deren Abenteuer man gerne folgt. Eine Geschichte voller Tempo und Witz. Passend für das Grundschulalter und natürlich zum Vorlesen. 


Verlag: Planet!
ISBN: 978-3-522-50585-7
Preis: 15,00 €
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Dana Mallory und das Haus der lebenden Schatten

Claudia Romes, Rezension von Kathrin Allkemper

Die 13jährige Halbwaise Dana muss in den Ferien zu Ihrer Tante Meg im englischen Nirgendwo, da ihr Vater für 4 Wochen auf Geschäftsreise geht. Die Tante ist ihr fremd und die Vorstellung, einen Monat in dem alten Gemäuer Mallory Manor bleiben zu müssen, findet sie todlangweilig. Doch schon am ersten Abend muss Dana feststellen, dass sie mit ihrer Erwartung vollkommen daneben liegt. Irgendetwas hier stimmt nicht. Die Gemälde an den Wänden scheinen sich zu bewegen, Dana hört Stimmen, die ihren Namen rufen und schwimmen in der Suppe ihrer Tante tatsächlich Augäpfel? Und woher kommt der mysteriöse Will, der plötzlich in ihrem Zimmer steht?! Obwohl sie anfänglich von ihm genervt ist, merkt Dana schnell, dass sie die Zeit hier nur mit Wills Hilfe durchstehen und dem Geheimnis von Mallory Manor auf den Grund kommen wird...

Spannende Unterhaltung mit einer gehörigen Portion Fantasy für Kinder ab 11 Jahren

 


Verlag: Beltz&Gelberg
ISBN: 9783407812360
Preis: 12,95 €
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Flo und Valentina - Ach, du nachtschwarze zwölf!

Lena Hach, Rezension von Jutta Pollmann

Flo ist ganz schön verwirrt, als plötzlich mitten in der Nacht Valentina, eine waschechte Vampirin in seinem Zimmer steht. Doch die will ihn nicht beißen, Valentina braucht Zähne, oder besser „Zahns“, den bei Vampirs wird der Plural grundsätzlich nur mit „S“ gebildet!

Blass wie ein Vampir ist sie ja, aber leider fehlen ihr die spitzen Eckzähne. Und die braucht sie dringend, wenn sie auf den großen Ball gehen will, der Gott sei Dank nur ganz selten stattfindet, nämlich nur in Schaltjahrs, wenn der 29. Februar auf einen Freitag bei Regen fällt. Und Mondfinsternis muss außerdem sein.

Und deshalb ist Valentina Nacht für Nacht unterwegs und versucht die Zähne bei Kindern zu finden, die ihre herausgefallenen Zähne unter das Kopfkissen legen, damit die Zahnfee sie mitnehmen kann .

Da Flo auf die Belohnung durch die Zahnfee, bzw. durch seine Eltern, das weiß er wohl, dass es keine Zahnfee gibt, nicht besonders spitz ist – bei ihm zuhause gibt es immer nur gesunde Süßigkeiten – bietet er Valentina seinen Zahn an, wenn der dann mal endlich raus ist.

Doch dann kommt alles anders. Aber zum Schluss bekommt Valentina nicht nur einen Zahn, sondern ein ganzes Gebiss, aber bis dahin passiert noch so einiges.

 

Eine schaurig-lustige Geschichte für Leser ab 7

 


Verlag: Hanser
ISBN: 9783446262119
Preis: 15,00 €
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Amy und die geheime Bbiliothek

Alan Gratz, Rezension von Jutta Pollmann

Amy ist eine Leseratte. Sie liebt Bücher über alles und bleibt dann gern nach dem Unterricht noch in der Schulbibliothek. Dort hat sie dann auch Ruhe zum Lesen, denn zuhause teilt sie ihr Zimmer mit ihrer ballettsüchtigen kleinen Schwester, die genau dann, wenn Amy lesen will, ihre Pirouetten dreht. Aber auch in der Küche oder im Wohnzimmer hat sie keine Möglichkeit in Ruhe zu lesen, weil entweder gekocht wird, der Fernseher läuft oder ihre andere Schwester den Tisch mal wieder zum Ponystall umgebaut hat. Und wenn sich Amy dann ins Badezimmer verdrückt, muss spätestens nach 5 Minuten jemand aufs Klo.

So bleibt sie doch lieber in der Schulbibliothek und leiht zum zigsten Mal ihr Lieblingsbuch „Gilly Hopkins – Eine wie keine“ aus.

Doch das geht plötzlich nicht mehr, der Schulausschuss hat das Buch aus der Bibliothek verbannt, es sei ungeeignet für eine Grundschule. Mrs. Jones die Bibliothekarin ermuntert Amy bei der nächsten Tagung des Ausschusses, den Damen und Herren klar zu machen, wie wichtig das Buch für sie ist. Amy willigt ein, doch Amy hat ein Problem. Sie traut sich nicht, die Dinge, die sie stören laut auszusprechen. Ein Mitschüler Amys hat das mal so formuliert: „Ich sehe, dass du mit mir sprichst, aber nur in deinem Kopf“. Und so geht Amy zwar zum Schulausschuss, hat sich auch alles aufgeschrieben, aber sie bekommt kein Wort heraus.

Nach und nach werden immer mehr Bücher aus der Bücherei verbannt. Aber nur weil sie nicht mehr in der Bibliothek waren, hieß ja nicht, dass Amy sie nicht mehr lesen durfte. Einzig allein ihre Eltern hatten das Recht zu entscheiden, welche Bücher Amy lesen durfte oder nicht. Und so kommt Amy eine Idee: Sie stellt die „verbotenen“ Bücher in ihr Schließfach, die die sie nicht hat, steuern andere Kinder bei, die G.S.B – die Geheime Schließfach Bibliothek geht an den Start. Aber diese geheime Bibliothek bleibt nicht geheim, die Direktorin bekommt Wind davon.

Doch Amy ist mittlerweile von ihren Mitschülern zur Bücherretterin erkoren worden und die Kinder haben einen großartigen Plan: sie führen die Buchverbannung ad absurdum: wie zeigt man am besten, wie dumm es ist, Bücher zu verbannen? Indem man das Verbannen völlig übertreibt und so viele Bücher verbannt, dass es unsinnig wird. Innerhalb einer Woche haben Amy und ihre Mitstreiter 7541 Anträge auf Verbannung von Büchern geschrieben, die sie zum Schulausschuss bringen. Die Begründungen dafür sind natürlich lächerlich, aber genau das wollen Amy und ihre Mitschüler den Erwachsenen ja klar machen: „ Jede Begründung ist für irgendjemanden lächerlich. Wir sind auch der Meinung, dass die Begründungen für die Bücher, die Sie schon verbannt haben, lächerlich waren. Was macht die Begründung eines Menschen lächerlicher als die eines anderen?“ Warum wurden Bücher verbannt? „...weil ein Mensch in ihnen etwas anderes gesehen hat als ein anderer. Was nicht schlimm war, denn jeder Mensch hat das Recht, ein Buch so zu verstehen, wie er will. Aber es hat niemand das Recht, anderen vorzuschreiben, wie sie das Buch zu verstehen haben.“

Amy und ihre Freunde bekommen ihre Bibliothek zurück, das Fernsehen berichtet sogar darüber und Amy bekommt zuhause endlich ein eigenes Zimmer mit vielen Regalen für viele Bücher.

 

Alan Gratz ist Amerikaner und in Amerika passiert es immer wieder, dass Bücher aus Bibliotheken verbannt werden, weil irgendjemand sie für ungeeignet hält. Dazu gehören Bücher wie Harry Potter ebenso wie Roald Dahls Matilda oder Amys Lieblingsbuch Gilly Hopkins, das Oxford Dictionnary, das Tagebuch der Anne Frank oder Grimms Märchen. Irgendjemand findet immer etwas zu beanstanden. Seit 1982 machen jedes Jahr die American Library Association und Amnesty International in der Banned Books Week auf diese Zensur aufmerksam. eAlan Gratz:

„Die Geschichte von Amy und ihren Freunden soll zeigen, wie wichtig es Ist, dafür zu kämpfen, dass alle Bücher für alle Menschen zugänglich sind. Egal ob jemand ein Buch gut, schlecht, wertvoll oder wertlos findet. Niemand hat das Recht, dieses Buch von anderen fernzuhalten.“

 

Ein ganz wunderbares, aber auch wichtiges Buch! Witzig und philosophisch zugleich. Absolut lesenswert.

 

 

 


Verlag: Sanssouci
ISBN: 978-3-99056-068-6
Preis: 15,00 €
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Sylvester und der Gespensterdoktor

Nicholas Cornelius, Rezension von Kathrin Allkemper

Der zwölfjährige Waisenjunge Sylvester flieht in einer stürmischen Gewitternacht aus dem Waisenhaus, weil es dort einfach schrecklich ist und er es nicht mehr aushält. Als das Unwetter zu heftig wird, entdeckt er beglückt eine Scheune am Waldrand, in der er sich unterstellen kann. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass ihm dort ein alter Mann erschrocken eine Schrotflinte vor die Nase hält. Nachdem beide festgestellt haben, dass sie einander nichts Böses wollen, stellt sich der Mann als der einzig lebende Gespensterdoktor vor. Auch Gespenster können nämlich krank werden und brauchen dann ganz spezielle Hilfe. Und während Sylvester sich das noch ungläubig anhört, rumpelt es auch schon in der Scheune und eine Horde Geister kommt herein. Einer hat offensichtlich einen Kugelblitz verschluckt und benötigt dringend ärztliche Hilfe. Von der Gesamtsituation völlig überrumpelt, hilft Sylvester dem Doktor bei der Behandlung und stellt sich gar nicht so schlecht an. Überhaupt ist die Tasache, dass Sylvester die Geister überhaupt sehen kann, ganz erstaunlich.  Nachdem er die Nacht erschöpft auf einer Krankenliege durchgeschlafen hat, ergreift Sylvester dennoch am nächsten Morgen die Flucht. Das ist ihm alles zuviel. Im Dorf angekommen, belauscht er zufällig eine Gruppe Männer, die dem "verrückten" Doktor Ärger machen und ihm sein Grundstück abnehmen wollen. Und nicht nur das, ein Polizist erzählt von einem entflohenen Waisenjungen, den es einzufangen gilt.

Daraufhin beschließt Sylvester, dass es womöglich für ihn trotz der Gespenster sicherer ist, wenn er zum Doktor zurückgeht. Außerdem mag er den alten Mann irgendwie und möchte ihn vor den Männern im Dorf warnen. Und wer weiß, was ihn dort noch alles Spannendes erwartet...Mit viel Humor erzählte Geschichte, die stellenweise aber tatsächlich recht gruselig ist. Für unerschrockene Kinder ab 10 Jahren.


Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783737354981
Preis: 16,00 €
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der Polarbärenentdeckerclub: Reise ins Eisland

Alex Bell, Rezension von Jutta Pollmann

Stella Starflake Pearl ist sauer, tierisch sauer. Morgen ist zwar ihr Geburtstag, darum müsste sie eigentlich bester Laune sein, aber morgen wird ihr Vater Felix auch wieder auf Expedition gehen und sie muss bei seiner Schwester Agatha bleiben. Mädchen dürfen nämlich keine Entdecker werden und das findet Stella einfach nur ätzend. Dann kommt Tante Agatha auch noch einen Tag früher und bringt ihren neuen Plan für Stella mit: Stella soll auf ein Internat gehen, sie hätte schon alles vorbereitet, dort würde sie dann endlich vernünftig erzogen, zu einer jungen Dame, wie es sich gehöre. Agatha hält nämlich gar nichts von der Erziehung ihres Bruders (Überall Tiere im Haus, Pygmäendinos in der Müslischale und Eisbären, die mit im Bett schlafen dürfen). Außerdem muss Felix sich dann auch nicht länger um dieses Kind kümmern. Für Agatha gehörte Stella nämlich keineswegs zur Familie.

Denn Felix war nicht Stellas leiblicher Vater. Er hatte sie auf einer Expedition ins Eisland im Schnee gefunden, Stella war eine Eiswaise. Und Stella war bisher auch noch niemandem begegnet, der so aussah wie sie: schneeweiße Haare, perlweiße Haut, Augen, so klar und blau wie Eissplitter. Doch Felix will von Agathas Plänen nichts wissen. Und je mehr Agatha das Internat anpreist: „Die Mädchen laufen da 1 bis 2 Stunden täglich mit Büchern auf dem Kopf herum, damit sie grade gehen“, umso mehr reift in ihm der Entschluss, Stella mit auf die Expedition zu nehmen, denn warum soll man 2 Stunden mit einem Buch auf dem Kopf rumlaufen, in der Zeit konnte man es doch genauso gut lesen!!!

Und Stella darf mit auf die Expedition. Felix muss das zwar noch dem Vorsitzenden des Polarbären-Entdeckerclubs klar machen, aber das würde er schon schafften. In Windeseile wird gepackt, nicht fehlen durfte natürlich der goldene Kompass, den Stella im letzten Jahr von Felix zum Geburtstag bekommen hatte, der einem nicht nur die Richtung, sondern auch Wasser, Proviant, Schlafplätze, wütende Gnome und Yetis anzeigte.

Am nächsten Tag machen sich die beiden auf den Weg nach Coldgate, dem letzten Stützpunkt der Zivilisation und dem Sitz des Polarbären-Entdeckerclubs. Von dort aus würde man mit dem Schiff weiter reisen ins Eisland. Auch ein Trupp des Meereskraken-Entdeckerclubs war mit an Bord und Stella hoffte inständig, dass diese Gruppe im Eisland allein weiterreisen würde. Doch dann kommt alles ganz anders: Stella, der hochnäsige Ethan vom Meereskraken-Entdeckerclub, der Halbelf Beanie (etwas autistisch veranlagt) und der Wolfsflüsterer Shay sitzen alle in einem Schlitten, als das Wolfsrudel vor ihrem Schlitten in Panik plötzlich losrast, auf die Eisbrücke zu und darüber hinweg. Doch als sie gerade die andere Seite der Schlucht erreicht hatten, bricht hinter ihnen die Eisbrücke zusammen.

Die vier Entdecker sind auf sich allein gestellt. Ein Zurück gibt es nicht und so bleibt den Vieren auf ihrem Weg zum Kältepol nichts anderes übrig als sich zusammen zu raufen im Kampf gegen Schneeräuber, gruselige Frostelfen und fleischfressende Kohlköpfe.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Eine Abenteuergeschichte für Jungen und Mädchen ab 10 mit viel Witz und Spannung und einem gruseligen Open End. Da es 4 Entdeckerclubs gibt: Polarbären, Meereskraken, Dschungelkatzen und Wüstenschakal, wird es wohl insgesamt vier Bände geben. Der Band 2 soll im Herbst 2019 erscheinen.

 


Verlag: Coppenrath
ISBN: 9783649624516
Preis: 16,00 €
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Agalstra

Anna Herzog, Rezension von Jutta Pollmann

 

Eigentlich hat Merle überhaupt keine Lust an diesem Theaterworkshop teilzunehmen. Aber Felix, ihr Bruder, hat einen Platz gewonnen und da er noch zu klein ist, allein zu reisen, muss sie als große Schwester eben mit. Und irgendwie ist sie auch ein bisschen gespannt. Hier in diesem Dorf ist ihre Mutter groß geworden und die hat ihr immer schon von dem Grafen erzählt, auf dessen Burg der Workshop nun stattfindet.

Bei der Ankunft erklären Mareike und Sebastian, die beiden Leiter des Workshops, auch direkt , worum es in dieser Woche geht: selbst ein Theaterstück zu schreiben, was dann am Ende vor Publikum in dem alten Theatersaal der Burg aufgeführt wird. Der Graf heißt sie alle herzlich willkommen, doch macht er auch gleich klar, dass der Berg hinter der Burg tabu ist für die jungen Schauspieler.

Die Gruppenaufteilung ist schnell klar: Mike, Krissie und Katie, die obercoolen Typen bilden die eine Gruppe; Merle, Felix, Jannis und Wladimir die zweite. Nun heißt es, erst einmal einen Ort zu finden, wo man ungestört proben kann, denn die Pissikackis, wie sie Mike, Krissie und Katie genannt haben, verfolgen jeden Schritt der Truppe.

Die Vierergruppe sucht im Wald nach einem Plätzchen, als sie von einem riesigen Kauz angegriffen werden. Mit einem Hechtsprung retten sie sich in eine Kuhle und sind... auf dem verbotenen Berg gelandet. Nach ein paar Metern entdecken sie dann ein altes Eishaus, das sich als Probenraum hervorragend eignet. Plötzlich bricht Wladimir in den Boden ein und fällt eine Etage tiefer. In dem niedrigen Kellerraum findet er eine Kiste mit alten Kleidern, die phantastisch zu einer Theateraufführung passen. Die Kinder probieren sie sofort an und wie durch einen Zauber spielen sie plötzlich eine Geschichte, sprechen Texte, von denen sie bis dato gar nichts wussten. Doch auch ihre Charaktere verändern sich. Als sie die Kleider wieder ausziehen, sind alle geschockt. Was war das? Waren das verzauberte Kleider? Wer hat die hier versteckt?

Auch wenn ihnen nicht ganz wohl dabei ist, wissen sie, sie müssen dieser Geschichte auf den Grund gehen, sie zu Ende spielen. Denn irgendein Geheimnis gibt es hier und die vier Jungschauspieler sind gewillt, dieses Geheimnis zu lösen.

 

Eine wirklich (!!!) spannende und gut zu lesende Geschichte für Jungen und Mädchen ab 10.


Verlag: FJB
ISBN: 9783737341264
Preis: 14,00 €
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Drachenerwachen

Valija Zinck, Rezension von Jutta Pollmann

Mit einem riesigen pinkfarbenen Rollkoffer kommt Frau Tossilo aus ihrem Urlaub in Mexiko wieder nach Hause. Nur noch ein paar Meter, dann 8 Stockwerke mit dem Aufzug und schon kann sie sich all die Herrlichkeiten ansehen, die sie auf den Verkaufsveranstaltungen in Mexiko gekauft hat, und dann endlich ins Bett fallen.

Kaum ist sie im Aufzug, steigen auch noch Janka und Johann mit ein. Die beiden wohnen mit ihren Eltern im 9.Stock. Frau Tossilo hasst Kinder, und gerade jetzt wäre sie lieber allein. Also steigt sie frühzeitig aus, katapultiert ihren Koffer mühsam die Treppen hinauf und wuchtet ihn im Schlafzimmer aufs Bett.

Doch ihre Überraschung ist groß, als sie den Koffer öffnet: Keine Nagellackfläschen, keine Bettdecken, kein rosa Bademantel, sondern hässliche Männerkleidung und ein blinkender Kasten befinden sich darin. Sie muss den falschen Koffer erwischt haben!

Dann fängt es im Kästchen auch noch an zu Kratzen und zu Schaben. Drinnen befindet sich ein Ei, und ehe Frau Tossilo noch weiß was passiert, schlüpft ein kleiner Drache aus dem Ei. Ihren Schrei hört man bis in den 9. Stock. Johann und Janka laufen so schnell sie können die Treppe herunter und klingeln. Frau Tossilo will sie zuerst nicht hereinlassen, aber dann hört man ein klägliches Weinen, herzerweichend. Der kleine Drache will nicht allein sein! Jetzt hat Frau Tossilo ein Probelm: die mehrfach ausgezeichnete Schuverkäuferin muss ja wieder arbeiten und kann den Drachen dann ja nicht allein lassen. So ist sie auf die Hilfe der Kinder angewiesen. In Schichten kümmern sich die drei um Kurmo, wie der Drache getauft wurde. Nach und Nach muss Frau Tossilo feststellen, dass Kinder gar nicht soooo schlimm sind, und dass es gut ist, in schwierigen Zeiten Freunde zu haben. Denn der rechtmäßige Besitzer des Koffers möchte nicht nur den, sondern auch den Inhalt zurück. Aber das möchte Frau Tossilo gar nicht, ihr ist das kleine Lebewesen ans Herz gewachsen.

Doch die Black West International schreckt vor nichts zurück, zu wertvoll ist das, was Frau Tossilo besitzt. Und dann verschwindet Johanns und Jankas Nachbarin plötzlich und die Kinder machen sich mit Kurmo auf die Suche nach ihr.

Eine spannende, aber auch witzige Geschichte für Jungen und Mädchen ab 10.


Verlag: Beltz
ISBN: 9783407749000
Preis: 12,95 €
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Karlas ziemlich fabelhafter Glücksplan

Alexandra Maxeiner, Rezension von Jutta Pollmann

Eigentlich hat jeder Mensch nur einen Namen, doch Karla hat sieben!!!! Mama nennt sie immer nur Achkarla. Meist seufzt sie dann auch noch dabei. Opa nennt sie Karlakind, dabei ist man mit 9 Jahren doch kein Kind mehr! Ihr großer Bruder Jonas nennt sie Heykarla und das klingt so fröhlich, und er zwinkert iohr dabei meist auch zu. Bei ihrer besten Freundin Nino heißt sie Ohkarla, mal ist das Oh langgezogen, mal erstaunt. Ihre Klassenlehrerin nennt sie immer nur Karla-jetzt- nicht, egal was Karla gerade tut oder sagt.

Und dann heißt sie noch Karlotta Karlotti, so hat sie ihr Vater immer genannt, aber das weiß Karla nur von ihrer Mutter, denn ihr Vater ist gestorben, als sie drei Jahre alt war. Zur Geburt hatte er ihr einen Frotteehasen geschenkt, denn jeder sollte einen Hasen haben, der ihn beschützt hatte ihr Vater gemeint. Und ihr Vater hat auch gesagt, dass als Karla auf die Welt kam, sei ein Wunder geschehen und deshalb ist Karla auch felsenfest davon überzeugt, dass sie Wunder bewirken kann, was bei ihrer Mutter nur wieder ein Achkarla auslöst.

Auch will ihre Mutter nichts von dem Deal zwischen ihr und ihrem Vater wissen. Denn Karla weiß genau, dass er auf sie aufpasst, denn dann sieht sie irgendwo Hasenohren oder einen Hasen und Karla weiß genau, dass er in ihrer Nähe ist. Deshalb vermisst sie ihren Vater auch gar nicht, so wie Jonas und Mama das tun. Sie vermisst ihn nicht, weil er auf seine Weise eben bei ihr ist, jeden Tag.

Und als in Karlas Umgebung einiges nicht mehr so läuft, wie es laufen sollte - Joans immer wieder vom fiesen Finn geärgert wird; die Familie aus der Wohnung geschmissen wird - da nimmt Karla einfach die Dinge selbst in die Hand. Schöließlich hat sie ja jemanden, der ihr hilft!!!!!

Ein wunderschönes, lustige, humorvolles Buch mit Tiefgang. Auch Erwachsene werden Spaß an Karla und ihren verrückten Ideen haben.