Kinderbücher

Zu den Besprechungen der Kinder- und Jugendbücher finden Sie meistens unsere Altersempfehlungen. Diese Empfehlungen können natürlich nur sehr ungefähr sein. Jedes Kind, jeder Jugendliche hat seine eigene Lesegeschwindigkeit, und die Interessen und Lesefähigkeiten sind so breit gefächert wie bei Erwachsenen. Es soll ja angeblich 8jährige Kinder geben, die "Harry Potter" gelesen und verstanden haben (vermutlich hochbegabte Kinder von vermutlich genauso hochbegabten Eltern). Und es gibt 14jährige Jugendliche, die sich zwar prima am Computer zurechtfinden, denen das Lesen zusammenhängender Texte aber schwer fällt. Da liegen dann oft Welten zwischen, und auch die Hinweise der Verlage zum Lesealter, die man manchmal auf den Buchrücken findet, sind oft eher verwirrend als hilfreich. Hier sehen wir unsere Aufgabe als Buchhändler, das richtige Buch für die richtige Alterstufe zu finden. Sie wissen ja, Kinder- und Jugendbücher sind ein ganz wichtiger Teil unseres Sortiments, und unser Ziel ist es, aus den Kindern von heute die begeisterten Leser (und Kunden!) von morgen zu machen!


Verlag: Sanssouci
ISBN: 978-3-99056-068-6
Preis: 15,00 €
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Sylvester und der Gespensterdoktor

Nicholas Cornelius, Rezension von Kathrin Allkemper

Der zwölfjährige Waisenjunge Sylvester flieht in einer stürmischen Gewitternacht aus dem Waisenhaus, weil es dort einfach schrecklich ist und er es nicht mehr aushält. Als das Unwetter zu heftig wird, entdeckt er beglückt eine Scheune am Waldrand, in der er sich unterstellen kann. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass ihm dort ein alter Mann erschrocken eine Schrotflinte vor die Nase hält. Nachdem beide festgestellt haben, dass sie einander nichts Böses wollen, stellt sich der Mann als der einzig lebende Gespensterdoktor vor. Auch Gespenster können nämlich krank werden und brauchen dann ganz spezielle Hilfe. Und während Sylvester sich das noch ungläubig anhört, rumpelt es auch schon in der Scheune und eine Horde Geister kommt herein. Einer hat offensichtlich einen Kugelblitz verschluckt und benötigt dringend ärztliche Hilfe. Von der Gesamtsituation völlig überrumpelt, hilft Sylvester dem Doktor bei der Behandlung und stellt sich gar nicht so schlecht an. Überhaupt ist die Tasache, dass Sylvester die Geister überhaupt sehen kann, ganz erstaunlich.  Nachdem er die Nacht erschöpft auf einer Krankenliege durchgeschlafen hat, ergreift Sylvester dennoch am nächsten Morgen die Flucht. Das ist ihm alles zuviel. Im Dorf angekommen, belauscht er zufällig eine Gruppe Männer, die dem "verrückten" Doktor Ärger machen und ihm sein Grundstück abnehmen wollen. Und nicht nur das, ein Polizist erzählt von einem entflohenen Waisenjungen, den es einzufangen gilt.

Daraufhin beschließt Sylvester, dass es womöglich für ihn trotz der Gespenster sicherer ist, wenn er zum Doktor zurückgeht. Außerdem mag er den alten Mann irgendwie und möchte ihn vor den Männern im Dorf warnen. Und wer weiß, was ihn dort noch alles Spannendes erwartet...Mit viel Humor erzählte Geschichte, die stellenweise aber tatsächlich recht gruselig ist. Für unerschrockene Kinder ab 10 Jahren.


Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783737354981
Preis: 16,00 €
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der Polarbärenentdeckerclub: Reise ins Eisland

Alex Bell, Rezension von Jutta Pollmann

Stella Starflake Pearl ist sauer, tierisch sauer. Morgen ist zwar ihr Geburtstag, darum müsste sie eigentlich bester Laune sein, aber morgen wird ihr Vater Felix auch wieder auf Expedition gehen und sie muss bei seiner Schwester Agatha bleiben. Mädchen dürfen nämlich keine Entdecker werden und das findet Stella einfach nur ätzend. Dann kommt Tante Agatha auch noch einen Tag früher und bringt ihren neuen Plan für Stella mit: Stella soll auf ein Internat gehen, sie hätte schon alles vorbereitet, dort würde sie dann endlich vernünftig erzogen, zu einer jungen Dame, wie es sich gehöre. Agatha hält nämlich gar nichts von der Erziehung ihres Bruders (Überall Tiere im Haus, Pygmäendinos in der Müslischale und Eisbären, die mit im Bett schlafen dürfen). Außerdem muss Felix sich dann auch nicht länger um dieses Kind kümmern. Für Agatha gehörte Stella nämlich keineswegs zur Familie.

Denn Felix war nicht Stellas leiblicher Vater. Er hatte sie auf einer Expedition ins Eisland im Schnee gefunden, Stella war eine Eiswaise. Und Stella war bisher auch noch niemandem begegnet, der so aussah wie sie: schneeweiße Haare, perlweiße Haut, Augen, so klar und blau wie Eissplitter. Doch Felix will von Agathas Plänen nichts wissen. Und je mehr Agatha das Internat anpreist: „Die Mädchen laufen da 1 bis 2 Stunden täglich mit Büchern auf dem Kopf herum, damit sie grade gehen“, umso mehr reift in ihm der Entschluss, Stella mit auf die Expedition zu nehmen, denn warum soll man 2 Stunden mit einem Buch auf dem Kopf rumlaufen, in der Zeit konnte man es doch genauso gut lesen!!!

Und Stella darf mit auf die Expedition. Felix muss das zwar noch dem Vorsitzenden des Polarbären-Entdeckerclubs klar machen, aber das würde er schon schafften. In Windeseile wird gepackt, nicht fehlen durfte natürlich der goldene Kompass, den Stella im letzten Jahr von Felix zum Geburtstag bekommen hatte, der einem nicht nur die Richtung, sondern auch Wasser, Proviant, Schlafplätze, wütende Gnome und Yetis anzeigte.

Am nächsten Tag machen sich die beiden auf den Weg nach Coldgate, dem letzten Stützpunkt der Zivilisation und dem Sitz des Polarbären-Entdeckerclubs. Von dort aus würde man mit dem Schiff weiter reisen ins Eisland. Auch ein Trupp des Meereskraken-Entdeckerclubs war mit an Bord und Stella hoffte inständig, dass diese Gruppe im Eisland allein weiterreisen würde. Doch dann kommt alles ganz anders: Stella, der hochnäsige Ethan vom Meereskraken-Entdeckerclub, der Halbelf Beanie (etwas autistisch veranlagt) und der Wolfsflüsterer Shay sitzen alle in einem Schlitten, als das Wolfsrudel vor ihrem Schlitten in Panik plötzlich losrast, auf die Eisbrücke zu und darüber hinweg. Doch als sie gerade die andere Seite der Schlucht erreicht hatten, bricht hinter ihnen die Eisbrücke zusammen.

Die vier Entdecker sind auf sich allein gestellt. Ein Zurück gibt es nicht und so bleibt den Vieren auf ihrem Weg zum Kältepol nichts anderes übrig als sich zusammen zu raufen im Kampf gegen Schneeräuber, gruselige Frostelfen und fleischfressende Kohlköpfe.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Eine Abenteuergeschichte für Jungen und Mädchen ab 10 mit viel Witz und Spannung und einem gruseligen Open End. Da es 4 Entdeckerclubs gibt: Polarbären, Meereskraken, Dschungelkatzen und Wüstenschakal, wird es wohl insgesamt vier Bände geben. Der Band 2 soll im Herbst 2019 erscheinen.

 


Verlag: Coppenrath
ISBN: 9783649624516
Preis: 16,00 €
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Agalstra

Anna Herzog, Rezension von Jutta Pollmann

 

Eigentlich hat Merle überhaupt keine Lust an diesem Theaterworkshop teilzunehmen. Aber Felix, ihr Bruder, hat einen Platz gewonnen und da er noch zu klein ist, allein zu reisen, muss sie als große Schwester eben mit. Und irgendwie ist sie auch ein bisschen gespannt. Hier in diesem Dorf ist ihre Mutter groß geworden und die hat ihr immer schon von dem Grafen erzählt, auf dessen Burg der Workshop nun stattfindet.

Bei der Ankunft erklären Mareike und Sebastian, die beiden Leiter des Workshops, auch direkt , worum es in dieser Woche geht: selbst ein Theaterstück zu schreiben, was dann am Ende vor Publikum in dem alten Theatersaal der Burg aufgeführt wird. Der Graf heißt sie alle herzlich willkommen, doch macht er auch gleich klar, dass der Berg hinter der Burg tabu ist für die jungen Schauspieler.

Die Gruppenaufteilung ist schnell klar: Mike, Krissie und Katie, die obercoolen Typen bilden die eine Gruppe; Merle, Felix, Jannis und Wladimir die zweite. Nun heißt es, erst einmal einen Ort zu finden, wo man ungestört proben kann, denn die Pissikackis, wie sie Mike, Krissie und Katie genannt haben, verfolgen jeden Schritt der Truppe.

Die Vierergruppe sucht im Wald nach einem Plätzchen, als sie von einem riesigen Kauz angegriffen werden. Mit einem Hechtsprung retten sie sich in eine Kuhle und sind... auf dem verbotenen Berg gelandet. Nach ein paar Metern entdecken sie dann ein altes Eishaus, das sich als Probenraum hervorragend eignet. Plötzlich bricht Wladimir in den Boden ein und fällt eine Etage tiefer. In dem niedrigen Kellerraum findet er eine Kiste mit alten Kleidern, die phantastisch zu einer Theateraufführung passen. Die Kinder probieren sie sofort an und wie durch einen Zauber spielen sie plötzlich eine Geschichte, sprechen Texte, von denen sie bis dato gar nichts wussten. Doch auch ihre Charaktere verändern sich. Als sie die Kleider wieder ausziehen, sind alle geschockt. Was war das? Waren das verzauberte Kleider? Wer hat die hier versteckt?

Auch wenn ihnen nicht ganz wohl dabei ist, wissen sie, sie müssen dieser Geschichte auf den Grund gehen, sie zu Ende spielen. Denn irgendein Geheimnis gibt es hier und die vier Jungschauspieler sind gewillt, dieses Geheimnis zu lösen.

 

Eine wirklich (!!!) spannende und gut zu lesende Geschichte für Jungen und Mädchen ab 10.


Verlag: FJB
ISBN: 9783737341264
Preis: 14,00 €
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Drachenerwachen

Valija Zinck, Rezension von Jutta Pollmann

Mit einem riesigen pinkfarbenen Rollkoffer kommt Frau Tossilo aus ihrem Urlaub in Mexiko wieder nach Hause. Nur noch ein paar Meter, dann 8 Stockwerke mit dem Aufzug und schon kann sie sich all die Herrlichkeiten ansehen, die sie auf den Verkaufsveranstaltungen in Mexiko gekauft hat, und dann endlich ins Bett fallen.

Kaum ist sie im Aufzug, steigen auch noch Janka und Johann mit ein. Die beiden wohnen mit ihren Eltern im 9.Stock. Frau Tossilo hasst Kinder, und gerade jetzt wäre sie lieber allein. Also steigt sie frühzeitig aus, katapultiert ihren Koffer mühsam die Treppen hinauf und wuchtet ihn im Schlafzimmer aufs Bett.

Doch ihre Überraschung ist groß, als sie den Koffer öffnet: Keine Nagellackfläschen, keine Bettdecken, kein rosa Bademantel, sondern hässliche Männerkleidung und ein blinkender Kasten befinden sich darin. Sie muss den falschen Koffer erwischt haben!

Dann fängt es im Kästchen auch noch an zu Kratzen und zu Schaben. Drinnen befindet sich ein Ei, und ehe Frau Tossilo noch weiß was passiert, schlüpft ein kleiner Drache aus dem Ei. Ihren Schrei hört man bis in den 9. Stock. Johann und Janka laufen so schnell sie können die Treppe herunter und klingeln. Frau Tossilo will sie zuerst nicht hereinlassen, aber dann hört man ein klägliches Weinen, herzerweichend. Der kleine Drache will nicht allein sein! Jetzt hat Frau Tossilo ein Probelm: die mehrfach ausgezeichnete Schuverkäuferin muss ja wieder arbeiten und kann den Drachen dann ja nicht allein lassen. So ist sie auf die Hilfe der Kinder angewiesen. In Schichten kümmern sich die drei um Kurmo, wie der Drache getauft wurde. Nach und Nach muss Frau Tossilo feststellen, dass Kinder gar nicht soooo schlimm sind, und dass es gut ist, in schwierigen Zeiten Freunde zu haben. Denn der rechtmäßige Besitzer des Koffers möchte nicht nur den, sondern auch den Inhalt zurück. Aber das möchte Frau Tossilo gar nicht, ihr ist das kleine Lebewesen ans Herz gewachsen.

Doch die Black West International schreckt vor nichts zurück, zu wertvoll ist das, was Frau Tossilo besitzt. Und dann verschwindet Johanns und Jankas Nachbarin plötzlich und die Kinder machen sich mit Kurmo auf die Suche nach ihr.

Eine spannende, aber auch witzige Geschichte für Jungen und Mädchen ab 10.


Verlag: Beltz
ISBN: 9783407749000
Preis: 12,95 €
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Karlas ziemlich fabelhafter Glücksplan

Alexandra Maxeiner, Rezension von Jutta Pollmann

Eigentlich hat jeder Mensch nur einen Namen, doch Karla hat sieben!!!! Mama nennt sie immer nur Achkarla. Meist seufzt sie dann auch noch dabei. Opa nennt sie Karlakind, dabei ist man mit 9 Jahren doch kein Kind mehr! Ihr großer Bruder Jonas nennt sie Heykarla und das klingt so fröhlich, und er zwinkert iohr dabei meist auch zu. Bei ihrer besten Freundin Nino heißt sie Ohkarla, mal ist das Oh langgezogen, mal erstaunt. Ihre Klassenlehrerin nennt sie immer nur Karla-jetzt- nicht, egal was Karla gerade tut oder sagt.

Und dann heißt sie noch Karlotta Karlotti, so hat sie ihr Vater immer genannt, aber das weiß Karla nur von ihrer Mutter, denn ihr Vater ist gestorben, als sie drei Jahre alt war. Zur Geburt hatte er ihr einen Frotteehasen geschenkt, denn jeder sollte einen Hasen haben, der ihn beschützt hatte ihr Vater gemeint. Und ihr Vater hat auch gesagt, dass als Karla auf die Welt kam, sei ein Wunder geschehen und deshalb ist Karla auch felsenfest davon überzeugt, dass sie Wunder bewirken kann, was bei ihrer Mutter nur wieder ein Achkarla auslöst.

Auch will ihre Mutter nichts von dem Deal zwischen ihr und ihrem Vater wissen. Denn Karla weiß genau, dass er auf sie aufpasst, denn dann sieht sie irgendwo Hasenohren oder einen Hasen und Karla weiß genau, dass er in ihrer Nähe ist. Deshalb vermisst sie ihren Vater auch gar nicht, so wie Jonas und Mama das tun. Sie vermisst ihn nicht, weil er auf seine Weise eben bei ihr ist, jeden Tag.

Und als in Karlas Umgebung einiges nicht mehr so läuft, wie es laufen sollte - Joans immer wieder vom fiesen Finn geärgert wird; die Familie aus der Wohnung geschmissen wird - da nimmt Karla einfach die Dinge selbst in die Hand. Schöließlich hat sie ja jemanden, der ihr hilft!!!!!

Ein wunderschönes, lustige, humorvolles Buch mit Tiefgang. Auch Erwachsene werden Spaß an Karla und ihren verrückten Ideen haben.


Verlag: Magellan
ISBN: 978-3-7348-2042-7
Preis: 14,00 €
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Die Streithörnchen

Rachel Bright und Jim Field, Rezension von Kathrin Allkemper

Das Eichhörnchen Lenni hat versäumt, sich einen Vorrat für den Winter anzulegen. Da entdeckt er den allerletzten Zapfen, der noch an einem Baum hängt und beschließt, sich wenigstens den zu sichern. Aber das Eichhörnchen Finn hat es ebenfalls darauf abgesehen. Ein erbitterter Streit beginnt, aber am Ende stellen beide fest, das ein miteinander geteiltes Essen die sehr viel schönere Methode ist, sich den Bauch vollzuschlagen.

Sehr schön illustrierte Geschichte zum Thema Teilen und Gemeinschaft. Lenni erinnert bei seiner Jagd auf den letzten Zapfen ein wenig an sein Säbelzahn-Pendant aus Ice Age.

 

 


Verlag: CBJ
ISBN: 978-3-570-17088-5
Preis: 15,00 €
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Rosa Räuberprinzessin

Annette Roeder, Rezension von Tanja Tenberg

Rosa wohnt mit ihrer Familie und ihren drei Brüdern im Grillenwinkel.

Rosa ist fröhlich, frech und mutig, klettert gern auf Bäume.

Aber am liebsten hätte sie gerne ein rosa Rüschenkleid und ein Prinzessinnenkrönchen.

Auf dem Jahrmarkt findet sie am Pferdestand einen neuen Weggefährten, den Esel Einhorn.

Da der Pferdebesitzer am liebsten Salami aus dem Esel machen würde, wird der Esel von Familie Rangel freigekauft und wohnt ab sofort auf ihrem Hof.

Und was Rosa alles mit ihrem Esel Einhorn erlebt, erfahren Sie auf 170 Seiten mit wunderschönen Illustrationen von Katrin Engelking.

In vier Geschichten erfahren Sie, wie lecker Heuschrecken schmecken, was man alles tut, um an ein rosa Rüschenkleid zu kommen, wie man die Billigbäcker- Konkurrenz des Papas ihrer besten Freundin los wird und wie Rosa ihren siebten Geburtstag feiert.

Meine siebenjährige Tochter und ich haben auf jeder Seite mitgefiebert, und der Esel Einhorn, den übrigens nur Rosa versteht, ist uns „I-Ah-mäßig“ ans Herz gewachsen.

Ein herrlicher Vorlesespaß für Kinder ab sechs Jahren.

 


Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-51679-4
Preis: 12,00 €
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Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Marc-Uwe Kling, Rezension von Kathrin Allkemper

Der Autor ist vielen bekannt durch seine Reihe der Känguru-Chroniken. Dies ist nun ein Kinderbuch und auch hier zeigt sich, wieviel Humor in ihm steckt. Bei dieser Geschichte hat wirklich jeder etwas zu lachen.

Während der Ferien kommen Oma und Opa, um auf die kleine Tiffany aufzupassen. Die Eltern müssen arbeiten und der Bruder ist noch nicht alt genug, um alleine auf die Schwester zu achten. Man weiß allerdings nicht so genau, wer eigentlich auf wen aufpasst und da passiert es: die Oma macht das Internet kaputt. Nichts funktioniert mehr. Und da heute bei vielen Menschen selbst der Fernseher über das Internet läuft, funktioniert der auch nicht mehr. Und sowas kann auch Opa mit seinem Werkzeugkasten nicht reparieren. Aber nicht nur hier, sondern auch in der ganzen Stadt und auf der ganzen Welt gibt es einen Totalausfall. War das wirklich die Oma?

Jedenfalls kommen die Eltern nach Hause, weil im Büro auch kein Computer mehr läuft und so verbringt die Familie auf einmal richtig viel Zeit miteinander und man macht wieder Dinge, die früher selbstverständlich waren: miteinander reden und gemeinsam Spiele spielen, statt jeder für sich am Handy oder PC. Einfach ein richtig nettes und vor allem lustiges Kinderbuch ab 8 Jahren. Zum Vorlesen geht es sicher schon ab 6 Jahren und die lustigen Illustrationen von Astrid Henn machen sowohl dem Vorleser als auch dem Leser großen Spaß.

 


Verlag: Boje
ISBN: 978-3-414-82519-3
Preis: 10,00 €
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Tante Rotz legt los

Andrea Schütze, Rezension von Bernhard Söthe

Endlich Sommerferien! Die Zwillinge Kassandra und Zacharias Wohlleben wissen aber, dass sie trotzdem wenig freie Zeit haben werden. Die Eltern - Mutter Wohlleben ist eine vielbeschäftigte Richterin, Vater Wohlleben ein ebenso vielbeschäftigter Galerist - haben leider keine Zeit, sich um ihre Kinder zu kümmern, deshalb haben sie sie bei zahlreichen Ferienkursen, Workshops und Bildungsseminaren angemeldet. Ein eng getakter Zeitplan, bei dem die Babysitterin die Kinder von einem Event zum anderen kutschieren soll. Nun hat die Babysitterin abgesagt, die Ersatz-Babysitterin und die Ersatz-Ersatz-Babysitterin auch - Wohllebens haben ein Problem. Nach einigem Hin und Her sieht sich Herr Wohlleben gezwungen, seine Tante, Gräfin Rotzinda, die eigentlich nicht seine Tante ist, aber das ist eine andere Geschichte, anzurufen und sie zu bitten, während der Ferien auf die Kinder aufzupassen. Obwohl Tante Rotzinda schon auf dem Sprung nach Dubai ist, wo sie neue Bauchtanz-Klamotten kaufen wollte - die alten sind ein bisschen eng geworden - erklärt sie sich spontan bereit, einzuspringen. Bang erwarten die Zwillinge die ihnen bis dato völlig unbekannte Tante. Diese fährt in einer Stretchlimousine vor, gefahren von einem schweigsamen Chauffeur, der acht voluminöse rosafarbene Gepäckstücke aus dem schier unendlich großen Kofferraum holt. Gekleidet ist die Tante auch sehr unkonventionell. Um den Hals geschlungen hat sie Fuchsfellstola, komplett mit Kopf und Pfötchen. Da Gräfin Rotzinda ein ziemlich umständlicher Name ist, dürfen die Kinder sie Tante Rotz nennen. Im Gegenzug kürzt sie den Namen der Kinder in Cass und Zach (amerikanisch ausgesprochen). Statt der von den Eltern so akribisch geplanten Ferienaktivitäten verordnet Tante Rotz den Kindern einen Super-Intensiv-Kurs im Spaßhaben. Die Kinder sind von der chaotischen Tante Rotz begeistert, besonders als sie feststellen, dass Tante Rotz' Fuchsstola reden kann - und zwar mit französischem Akzent, der Fuchs stammt nämlich aus Fronkraisch - und die Stretchlimousine, die sowieso schon megacool ist, fliegen kann. Als aus Vater Wohllebens Kunstgalerie ein wertvolles Bild gestohlen wird, wird es auch noch spannend, auch hier hat Tante Rotz eine Lösung parat. Zusätzlich zu allen anderen ungewöhnlichen Fähigkeiten hat Tante Rotz auch noch eine wahrhaft philosophische Ader: "Wo die Fähigkeiten enden, beginnt der Optimismus." 

Ein großer Lesespaß für Kinder ab 9 Jahren.


Verlag: Ars Edition
ISBN: 978-3-8458-2524-3
Preis: 15,00 €
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Der Sternenmann

Max von Thun, Rezension von Bernhard Söthe

Auf einem winzig kleinen Planeten in einer weit entfernten Galaxie steht das Häuschen des Sternenmanns. 

Tagsüber schläft er, aber sobald es dunkel wird, steht der kleine Mann auf und macht sich bereit, die Sterne zum Leuchten zu bringen und am Abendhimmel zu verteilen. Das ist eine wichtige und anstrengende Arbeit, die der Sternenmann sehr gerne macht. Jeden Stern nimmt er in seine Hände, haucht ihn an und flüstert: "Leuchte, mein Freund, gib uns Glanz und Schein und leuchte in all die Kinderzimmer hinein." Da beginnen die Sterne so hell zu leuchten, wie sie nur können. Dann wirft der Sternenmann sie an den Himmel, wo sie ihren Platz suchen. Als alle Sterne am Himmel sind, schaut der Sternenmann sie zufrieden an. Aber halt, ein Stern fehlt, der kleinste, den der Sternenmann besonders mag. Sofort macht sich der Sternenmann auf den Weg, um den kleinen Stern zu suchen. Er fragt den Sandmann, den Mann im Mond, eine Astronautin, die mit ihrer Rakete über den Himmel flitzt und Satelliten repariert, aber keiner hat heute den kleinen Stern gesehen. Traurig geht der Sternenmann nach Hause und legt sich zu Bett. Aber bevor er die Augen schließt, sieht er einen Schimmer unter seinem Bett. Dort hat sich der kleine Stern versteckt, er wollte heute nicht am Himmel leuchten, weil die großen Sterne sich über ihn lustig machen, weil er doch so klein ist und nicht so hell strahlt. Aber da tröstet ihn der Sternenmann, da gerade dieser Stern doch sein Lieblingsstern ist. Und auch der Sandmann, der Mann im Mond und die Astronautin haben ihn sehr lieb und sehr vermisst. Da freut sich der kleine Stern, und am nächsten Abend sucht der Sternenmann einen besonders guten Platz am Himmel aus, wo der Stern funkelt wie noch nie. Er freut sich, dass er so viele Freunde hat, die ihn lieb haben. 

Eine stimmungsvolle Geschichte zur guten Nacht, liebevoll illustriert von Marta Balmaseda. Auf der Internetseite des Ars Edition Verlages kann man sich das Lied des Sternenmanns anhören und vielleicht sogar mitsingen. 


Verlag: ars edition
ISBN: 9783845825755
Preis: 12,00 €
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Das Hotel der verzauberten Träume - Fräulein Apfels Geheimnis

Gina Mayer, Rezension von Bernhard Söthe

 

Joëlle ist 10 Jahre alt, ihr Name kommt aus dem Französischen und bedeutet fröhlich. Das passt gut, findet Joëlle, denn meistens ist sie fröhlich und der Name der Familie lautet: Fröhlich.

Joëlles 12-jähriger Bruder heißt Lancelot. Er ist mit seinem Vornamen längst nicht so glücklich wie Joëlle. Lancelot hört sich nach Ritter ohne Furcht und Tadel an, und so fühlt sich Lancelot meist gar nicht.

Familie Fröhlich, also Joëlle, Lancelot, Mama und Papa, sitzen gut gelaunt im Auto und sind unterwegs zu ihrem Urlaubsort. Gebucht haben sie zwei Wochen im Holiday-Beach-Club-Superior, einem exklusiven Ferienclub direkt am Nordseestrand. Dort gibt es eine riesige Indoor-Pool-Landschaft mit künstlichem Korallenriff, eine 20 Meter hohe Kletterwand und eine Bungee-Sprung-Anlage. Man kann dort Tauchen, Bowlen, Bogenschießen, Ponyreiten und Feuerspucken lernen. Alles „all inklusive“ für die Gäste.

Das hoch bepackte Auto der Familie Fröhlich nähert sich dem Zielort, aber die Straße wird immer holperiger. Von einem exklusiven Strandclub keine Spur, obwohl das Navi sagt, dass das Ziel fast erreicht ist. Mutter Fröhlich fährt, Vater Fröhlich guckt skeptisch. Als sich herausstellt, dass das Navigationsgerät falsch programmiert wurde (Familie Fröhlich ist statt in einem Beachclub an der Nordsee an einem idyllischen Strand an der Ostsee gelandet), ist die Stimmung im Auto leicht angespannt. Aber da liegt wie bestellt ein kleines Hotel, das sich unter seinem Reetdach zu verstecken scheint. Auf einem windschiefen Hinweisschild steht: „Das Hotel der verzauberten Träume“. Fröhlichs beschließen, dort zu fragen, ob sie eine Nacht lang bleiben können, bevor sie am nächsten Tag zum gebuchten Luxusresort fahren. Fräulein Apfel, die rundliche, freundliche Besitzerin des Hotels, empfängt sie begeistert. Fröhlichs sind die ersten und einzigen Gäste, da das Hotel erst vor einigen Tagen den Betrieb aufnahm. Die Einrichtung ist etwas altmodisch aber anheimelnd. An allen möglichen und unmöglichen Stellen hängen Traumfänger, für die Fräulein Apfel anscheinend eine große Vorliebe hat. Zum Hotel gehören auch die liebesbedürftige Dackeldame Dornröschen, die meistens zahme Gans Agathe und ein bedrohlich aussehender ausgestopfter Adler, der die kleine Eingangshalle zu überwachen scheint.

Zum Abendessen gibt es für die Eltern seltsame Gemüsegerichte, die sie mit großer Begeisterung verzehren. Da die Kinder Gemüse ekelig finden, haben sie sich Pizza bestellt, auch lecker, obwohl die Pizza hausgemacht und nicht aufgebacken ist. Nach einer in tiefem Schlaf verbrachten erholsamen Nacht in dem hübschen Gästezimmer beschließen Fröhlichs, noch einen weiteren Tag zu bleiben. Sogar Lancelot ist widerwillig bereit, bis auf weiteres auf WLAN zu verzichten, denn die Kinder haben am Strand Benny kennengelernt, einen ungefähr gleichaltrigen Jungen, mit dem sie eine Menge Spaß haben. Da es allen Fröhlichs hier so gut gefällt, beschließt der Familienrat spontan, den Urlaub hier zu verbringen.

In den nächsten Tagen erleben die Fröhlichs eine Menge Abenteuer, und sie erfahren, was es mit den vielen Traumfängern und dem verdoppelten Fräulein Apfel auf sich hat.

Eine witzige, liebevolle Feriengeschichte für Mädchen ab 10.

 


Verlag: Boje
ISBN: 978-3-414-82500-1
Preis: 12,90 €
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Der große Zahnputztag im Zoo

Sophie Schoenwald/Günther Jakobs, Rezension von Kathrin Allkemper

Zähneputzen ist nicht nur bei kleinen Kindern unbeliebt. Auch bei den Zootieren von Direktor Ungestüm wird gestreikt.

Daher müffelt es im Zoo. Die Tiere putzen einfach ihre Zähne nicht mehr. Da hat Herr Ungestüm einen grandiosen Plan. Er ruft den "Zahnputztag" ins Leben und da die Tiere neugierig sind und keiner die Aktion versäumen will, sind alle mit dabei. Zusammen mit dem äußerst peniblen Igel Ignatz Pfefferminz, der in diesem Fall als Zahnbürste fungiert, werden sämtliche Zähne geschrubbt und poliert. Natürlich ist das in einem Krokodilmaul oder im Haifischbecken für den kleinen Igel eine ganz besondere Herausforderung.

Abenteuerliche und lustige Geschichte übers Zähneputzen, die dazu auch noch ganz herzig illustriert wurde.

 

 


Verlag: Gabriel
ISBN: 978-3-522-30499-3
Preis: 12,99 €
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So viel mehr als Sternenstaub

Rainer Oberthür, Rezension von Bernhard Söthe

Ein religiöses Bilderbuch mit poetischen Texten von Rainer Oberthür. Eingebettet in einfühlsame Bilder von Marieke ten Berge.

Das Weltall ist so groß, und wir Menschen sind so klein. Es gibt so viel Staunenswertes zu erfahren über uns, unser Leben und über Gott. Woher kommt unsere Welt? Warum bin ich hier? Gibt es Gott wirklich? Diesen grundlegenden Fragen nähert sich Rainer Oberthür und versucht, kindgerechte Antworten zu finden. Zu seinen Texten hat er passende Bibelstellen ausgesucht, die er neu übersetzt hat. Ein Buch, das einlädt von Kindern und Erwachsenen gemeinsam betrachtet zu werden. Es lädt ein, über Gott und die Welt nachzudenken, um festzustellen, dass wir Menschen mehr sind als Sternenstaub. Passend für Kinder im Grundschulalter. Gut geeignet auch als Geschenk zur Erstkommunion, als Geschenk über den Tag hinaus.