Krimi


Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805200325
Preis: 16,99 €
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Stern des Nordens

D.B. John, Rezension von Karin Bucconi

Alle halten sie für tot. Nur ihre Zwillingsschwester Jenna nicht. Jenna Williams,  eine junge Afroamerikanerin mit koreanischen Wurzeln, kommt eigentlich in ihrem Leben gut zurecht. Nur ihre Schwester, die vor zwölf Jahren spurlos verschwand und für tod erklärt wurde, fehlt ihr. Bei einem Urlaub in Südkorea badete sie mit einem Freund am Meer und- verschwand spurlos. Sie ist ertrunken hieß es...

Als nun die CIA auf die hochintelligente, junge Frau aufmerksam wird, und sie anwirbt, Undercover in Nordkorea tätig zu werden, stimmt sie zu.

Die Bäuerin Moon, die auf einem Markt in Pjöngjang ein Hilfspaket (aus Südkorea) findet, das sie auf dem Markt zu Geld macht, was die anderen Frauen zunächst  erzürnt, können sie doch Konkurrenz nicht gebrauchen. Aber sie wird zum Mittelpunkt des Widerstands, als eine der Marktfrauen verhaftet wird. Sie allein hat den Mut, den korrupten Beamten die Stirn zu bieten und wird sofort in die Gemeinnschaft der Frauen aufgenommen.

Der dritte Protagonist Cho Sang Ho, ein Parteifunktionär, reist in die USA. Er steht vor einer wichtigen Beförderung, die aber nur wirksam wird, wenn er nachweisen kann, dass seine Familie über drei Generationen einen tadellosen Ruf hat. Doch, obwohl er sich da sicher ist, kommt plötzlich ein Geheimnis ans Licht, dass ihm den Boden unter den Füßen wegreißt und ihn in tödliche Gefahr bringt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive dieser drei erzählt, ist spannend und beklemmend zugleich und so absurd, dass man vieles nicht glauben will.

Der Autor hat lange in Südkorea gelebt, und er ist einer der wenigen Ausländer, der die Erlaubnis erhielt, Nordkorea zu bereisen.

Manchmal schier unerträglich brutal, dieser Polit-Thriller, aber dennoch lesenswert.


Verlag: Blanvalet
ISBN: 9783734105432
Preis: 15,00 €
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Alles, was du fürchtest

Peter Swanson, Rezension von Karin Bucconi

Katy Priddy, eine junge Frau, weiß aus eigener Erfahrung, dass man im Leben immer mit dem Schlimmsten rechnen muss. Seit Jahren verfolgen sie Albträume, genau, seit ihr anfangs liebevoller Freund sie beinahe getötet hätte. Sie gerät schnell in Panik und ist Menschen, besonders Männern gegenüber, mißtrauisch.

Als ihr Cousin Corbin, der in den USA wohnt, ihr einen Wohnungstausch auf Zeit vorschlägt, stimmt sie zu. Er zieht nach London,  sie nach Boston. Aber- kaum ist sie in dessen luxuriöser Bleibe angekommen, wird nebenan eine junge Frau ermordet aufgefunden, und Katy wird erneut mit ihren Ängsten konfrontiert.

Ist Alan, der nette Nachbar der Täter? Er hatte die Tote über lange Zeit aus der Ferne angehimmelt. Oder ist es Corbin, ihr Cousin, dessen Geliebte sie offensichtlich war.

Jedenfalls dringt der Täter in die persönlichen Rückzugsorte von Menschen ein, verschafft sich Zutritt zu ihren Wohnungen, durchwühlt ihre Sachen und bleibt dennoch unbemerkt. Die "Opfer" registrieren in ihrer nächsten Umgebung allenfalls kleine Veränderungen, die sie an ihrem Verstand zweifeln lassen. Auch Katy gerät in große Gefahr, obwohl sie doch gehofft hatte, in Boston endlich ihr Trauma überwinden zu können...

Spannend geschrieben und- gut zu lesen.

 


Verlag: btb
ISBN: 9783442757206
Preis: 16,00 €
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Wundbrand

Cilla & Rolf Börjlind, Rezension von Karin Bucconi

Mit Wundbrand legen Cilla und Rolf Börjlind einen neuen Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton vor.  Die Reihe begann mit dem Titel "Springflut" und nun ist  der fünfte Band erschienen. Man kann jeden für sich lesen, aber die Geschichte des Ermittlerduos, insbesondere die von Tom Stilton ist so spannend, dass es sich lohnt, mit dem ersten Band zu beginnen.

Die Handlung spielt in Schweden, aber auch im "Goldenen Dreieck", einer Region im Grenzgebiet der Staaten Laos, Thailand und Myanmar. Hier wird Schlafmohn angebaut und zu Heroin verarbeitet. Aber- zunächst nach Stockholm:

In diesem Jahr ist der Winter ungewöhnlich kalt. Kaj Brovall will mit seiner Frau Malin und der 16jährigen Tochter Ida in den Skiurlaub fahren.  Er, der als Wirtschaftsprüfer arbeitet, und seine Frau, die Staatsanwältin, haben sich eine ganze Woche "freigeschaufelt", um einmal durchatmen zu können. Als sie endlich alle im Auto sitzen und Kaj den Zündschlüssel im Schloss umdreht, explodiert der Wagen.  Nur Malin überlebt zunächst. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden, der auch verurteilt wird, aber Olivia Rönning glaubt nicht an dessen Schuld. Sie nimmt Kontakt zu Tom Stilton auf, der in ihrem letzten Fall eine Grenze überschritten hat, die sein Leben schwer belastet. Er hat sich mit seiner Freundin Luna nach Thailand zurückgezogen und lebt mit ihr bei seiner Halbschwester Aditi. Hier begibt er sich auf die Suche nach einem Mann, der sich im Dschungel versteckt hält und kommt dabei der Drogenmafia gefährlich nah. 

Auch ein kleiner Junge, Pluto, spielt eine nicht unwesentliche Rolle, rettet er Tom doch das Leben und bringt sich selbst in noch größere Gefahr. Relativ schnell wird klar, dass es einen Zusammenhang zwischen den Morden in Stockholm und dem Unbekannten gibt, der sich auf eine altes Schiff im Urwald zurückgezogen hat, auf dem auch einige Jungen leben, die er angeblich aus ihrem vorherigen Elend befreit hat...

Auch Band 5 der Reihe ist wieder spannend und überaus lesenswert.


Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-22686-5
Preis: 14,99 €
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Vanitas - Schwarz wie Erde

Ursula Poznanski, Rezension von Kathrin Allkemper

Carolin lebt in Wien und arbeitet auf dem Zentralfriedhof als Blumenhändlerin. Doch das war nicht immer so. Als Polizeispitzel war sie einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens, der sogenannten Familie der Karpins, auf der Spur. Ihre einzige Chance, dort lebend herauszukommen, war: zu sterben. Natürlich wurden Tod und Beerdigung nur vorgetäuscht, um sich ein Leben unter dem neuen Namen Carolin Springer aufbauen zu können. Es ist kein wirkliches Zeugenschutzprogramm, mehr eine Art Arrangement. Ihr Kontaktmann Robert von der Polizei hat ein Auge auf sie UND die Karpins. Um unauffällig zu bleiben und möglichst auch keine digitalen Spuren zu hinterlassen, kommuniziert Carolin mit ihm auf eine besondere Art. Die beiden schicken sich Blumensträuße, denn jede Blume hat eine bestimmte Bedeutung, die beide zuvor erlernt haben. Aufgrund ihres Jobs fällt es praktischerweise auch niemandem auf.

Eines Tages liegen allerdings Blumen vor ihrer Haustür, die nichts Gutes bedeuten. Carolin gerät in Panik und mit einem Schlag ist alles wieder da. Sie musste als Spitzel grausame Dinge mit ansehen und wünscht sich manchmal tatsächlich, sie wäre tot. Alles ist besser, als in die Fänge der Karpins zu geraten.

Um weiterhin den Schutz von Robert uneingeschränkt fordern zu können, soll sie für ihn einen weiteren Auftrag erledigen. Alles in ihr sträubt sich dagegen, ihr neues sicheres Heim in Wien zu verlassen, aber sie hat keine Wahl. Sie muss nach München und dort in eine Wohnung ziehen, die neben dem Apartement von Tamara Lambert liegt. Carolin soll sich mit der Tochter des großen Bauunternehmers anfreunden und Nachforschungen anstellen. Zuletzt häuften sich tödliche Unfälle auf den Baustellen von Lamberts Konkurrenten. Schnell stellt sie fest, dass in der Familie Lambert ebenfalls tödliche Geheimnisse lauern...Sehr guter Krimi, der bis zum Schluss spannend bleibt.


Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0589-0
Preis: 9,99 €
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Parceval- Seine Jagd beginnt

Chris Landow, Rezension von Kathrin Allkemper

Ralf Parceval war lange Bundespolizist und danach als Polizeiausbilder in Afghanistan tätig. Nach einem Terroranschlag auf seine Schützlinge hat er sich an den Schuldigen gerächt und sitzt nun in Berlin eine Haftstrafe für 15fachen Mord ab. Da er außerdem für seine skrupellosen Verhörmethoden bekannt ist, wird er in einem besonders grausigen Fall von der Polizei zu Rate gezogen. Ungewöhnlich, verboten, aber für den Chef der Berliner Kriminalpolizei, Martin Zach,ist es der letzte verzweifelte Versuch, an Informationen zu kommen. Auf einem Parkplatz des BER wurde eine Limousine gefunden, deren Inneres mit Beton ausgegossen wurde- allerdings saß der Fahrer da noch hinter dem Steuer und musste einen qualvollen Tod sterben. Von der Tochter eines reichen Unternehmers, die er chauffieren sollte, fehlt bisher jede Spur. Zwar konnte man den Entführer bei der Geldübernahme fassen, aber über den Verbleib seines Opfers schweigt er beharrlich. Sollte das Mädchen noch leben, zählt jede Minute. Und da kommt Verhörspezialist Ralf Parceval ins Spiel....

Natürlich will er nach seinem Einsatz nicht zurück ins Gefängnis und handelt einen Deal aus. Zach lässt den Deal jedoch platzen, aber Parceval gelingt die Flucht. Endlich kann er damit beginnen, die Drahtzieher der Afghanistan-Katastrophe zu jagen. Und nebenbei kriegt noch der ein oder andere zu spüren, was es heißt, Parceval zu verärgern...Super spannend, rasant und stellenweise nichts für schwache Nerven!

Chris Landow ist das Pseudonym eines bekannten deutschen Bestsellerautors und die Reihe um Parceval soll fortgesetzt werden. Ich habe diesen Thriller in einem Rutsch gelesen und freue mich schon auf Nachschub.

 


Verlag: List
ISBN: 978-3-471-35182-6
Preis: 15,00 €
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Doggerland-Fehltritt

Maria Adolfsson, Rezension von Kathrin Allkemper

Für ihr Krimidebüt hat die Autorin die als Doggerland bezeichnete Landbrücke zwischen den Britischen Inseln und Europa, die nach der letzten Eiszeit mit dem steigenden Meeresspiegel verschwand, wieder auferstehen lassen. Gerade hat dort das berühmte Austernfest stattgefunden, auf das sich alle Bewohner jedes Jahr sehr freuen und dementsprechend kräftig feiern. Auch Kommissarin Karen Eiken Hornby hat dabei sehr tief ins Glas geschaut und im volltrunkenen Zustand einen großen Fehler begangen. Als sie am Morgen danach in einem Hotelbett aufwacht, liegt sie neben ihrem Chef, den sie eigentlich noch nicht einmal leiden kann. Geschockt, angeekelt von sich selbst und schwer verkatert macht sie sich still und leise aus dem Staub. Allerdings kann sie sich nicht lange auskurieren und das Geschehene verdrängen. Sie wird zu einem Tatort gerufen, an dem eine Frau ermordert in ihrem Haus aufgefunden wurde. Für Karen ist es ein besonders heikler Fall, denn es handelt sich um die Ex-Frau ihres Chefs. Dieser darf den Fall wegen Befangenheit nicht bearbeiten und so ist es an Karen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Das erste Problem besteht schonmal darin, dass sie natürlich um jeden Preis verhindern will, dass jemand von ihrem One-Night-Stand mit dem Chef erfahren soll. Für ihren Vorgesetzten, der als Ex-Mann routinemässig als Verdächtiger überprüft wird, wäre es aber das sicherste Alibi...

Die Ermittlungen führen in die Vergangenheit zu einer Art Hippie-Kommune, in der das Mordopfer geboren wurde. Karen muss also sehr tief graben und zudem gegen die Zweifler in ihrem Team ankämpfen, die glauben, dass sie eine falsche Spur verfolgt.

Spannender Krimi in einer interessanten Location, der den Auftakt zu einer neuen Reihe bildet. Der nächste Fall erscheint Ende des Jahres und ich freue mich jetzt schon darauf.


Verlag: Atlantik
ISBN: 978-3-455-00429-8
Preis: 16,00 €
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Tod am Aphroditefelsen

Yanis Kostas, Rezension von Bernhard Söthe

Sofia Perikles ist das privilegierte Töchterchen eines hohen zypriotischen Staatsbeamten. Sie ist jung, hübsch und hat gerade an einer renommierten englischen Universität mit Erfolg studiert. Papa Perikles ist seit Jahren der Botschafter Zyperns in Paris, was ein gutes Einkommen bei überschaubarem Arbeitsaufkommen bedeutet. Nun soll der einflussreiche Papa -alle Zyprioten sind Familienmenschen- seiner Tochter den Weg in eine steile Karriere im zyprischen Innenministerium bahnen. Als sich aber auf Zypern nach Wahlen überraschend die Machtverhältnisse ändern (ab sofort regieren die Linken), sind diese schönen Pläne gescheitert. Papa Perikles wird von Paris nach Jerewan versetzte, die armenische Hauptstadt ist leider nicht ganz so glanzvoll wie die französische. Und statt auf einem bequemen Sessel in einer der oberen Etagen des Innenministeriums landet die Tochter des degradierten Botschafters als gewöhnliche Polizistin im staubigsten und abgelegensten Dorf Zyperns unmittelbar an der Grenze zum türkischen Teil der Insel. Sofias Versuch der Kontaktaufnahme mit ihrem neuen Chef, dem Leiter und einzigen Mitarbeiter der dörflichen Polizeistation, verläuft katastrophal. Der maulfaule, altgediente Polizist verbittet es sich, beim Rakitrinken von der Göre aus der Hauptstadt gestört zu werden. Auch Sofias Wohnungssuche erweist sich als schwierig. Statt eine Einliegerwohnung in der luxuriösen Strandvilla der Eltern zu bewohnen, bezieht sie ein mehr als bescheidenes Zimmer (Gemeinschaftsbad am Ende des Flures) über der einzigen Kneipe des Kaffs. Der Wirt heißt Adonis, sieht aber nicht so aus. Aber sein Bruder heißt zwar nicht Adonis, ist aber einer. Immerhin ein Lichtblick in Sofias trübem Alltag. Unversehens stolpert sie auch über ihren ersten Kriminalfall. Eine Schönheit aus Sofias neuem Heimatdorf ist mit ihrem Kleinwagen am malerischen Aphroditefelsen von der Straße abgestürzt und im Wasser ertrunken. Auf dem Beifahrersitz saß nicht ihr angetrauter Ehemann, sondern ein schöner junger Mann, der, welch Skandal, von der türkischen Seite Zyperns stammt, jetzt aber auch tot ist. Was zunächst nach einem Unfall aussah, scheint ein Eifersuchtsdrama zu sein, bekommt aber schnell noch viel größere Dimensionen. Kriminelle Machenschaften aus dem Immobiliensektor sind auch auf Zypern nicht ganz unbekannt. Sofia, vielleicht dank ihrer Herkunft aus der zypriotischen Oberschicht, hat den richtigen Riecher und die richtigen Kontakte, die ihr bei der Lösung des auch politisch brisanten Falles helfen. Sofias Chef erwacht aus seinem Rakidämmer und läuft zu großer Form auf. Sofias erstes Date mit dem schönen Bruder des unschönen Wirtes verläuft durchaus harmonisch und hoffnungsvoll, störend sind nur die häufigen Anrufe von Sofias Fast-Verlobtem aus London, der mit seiner Anreise droht ...

Einer der raren Krimis, die auf Zypern spielen (es gibt noch einen anderen). Nicht nur für einen sonnigen Urlaub dort, sondern auch als Stimmungsaufheller für klimatisch nicht so begünstigte Gegenden bestens geeignet. Der Untertitel spricht von Sofia Perikles erstem Fall. Der geneigte Leser darf sich also auf Fortsetzungen freuen. 


Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31504-8
Preis: 14,99 €
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Die andere Frau

Michael Robotham, Rezension von Bernhard Söthe

Der forensische Psychologe Joe O' Loughlin bekommt die alarmierende Nachricht, dass sein über 80 Jahre alter Vater bei einem Überfall schwer verletzt wurde und in einer Londoner Klinik im Koma liege. Joe O' Loughlin eilt an das Krankenlager seines Vaters. Am Bette des todkranken Mannes wacht eine weinende Frau. Es ist nicht Mary, die Frau, mit der William O'Loughlin seit fast 60 Jahren verheiratet ist und mit der er vier Kinder hat, sondern eine unbekannte Frau. Diese Frau wendet sich an den überraschten Joe O'Loughlin. "Ich bin die andere Frau deines Vaters, es wird Zeit, dass wir uns kennen lernen." Als der Psychologe Kontakt zu seiner Mutter aufnimmt, gibt diese widerstrebend zu, vom Doppelleben Ihres Mannes gewusst zu haben, aber um des Familienfriedens Willen habe sie geschwiegen. Die Verletzungen des alten Herrn sind so schwerwiegend, dass er wohl nicht mehr aus dem Koma aufwachen wird. Joe O'Loughlin fühlt sich verpflichtet, sich um die Angelegenheiten seines Vaters zu kümmern, der trotz seines hohen Alters noch im Vorstand einer gemeinnützigen Stiftung tätig war. Kurz vor dem folgenschweren Überfall auf ihn sind von den Konten der Stiftung größere Geldsummen verschwunden, und es gibt Hinweise, dass der unterschriftsberechtigte William O'Loughlin die verdächtigen Überweisungen veranlasst hat. Hat der alte Herr Stiftungsgelder unterschlagen, um sein aufwendiges Doppelleben zu finanzieren? Um Licht in die mysteriöse Angelegenheit zu bringen, bittet Joe O'Loughlin seinen Freund, den rustikalen Ex-Polizisten Vincent Ruiz, ihm bei der Aufklärung zu helfen ...

Es ist bereits der 11. Fall des ungewöhnlichen Ermittlerteams Joe O'Loughlin und Vincent Ruiz. Aber auch Seiteneinsteiger können problemlos mit diesem Band der Serie beginnen. 


Verlag: C.Bertelsmann
ISBN: 9783570103173
Preis: 15,00 €
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Der achte Tag

Nicci French, Rezension von Karin Bucconi

Vom blauen Montag, über den dunklen Donnerstag, bis hin zum blutroten Sonntag, ich habe alle sieben Krimis des Ehepaars Nicci Gerrard und Sean French gelesen. Keine Krimireihe hat mich so interessiert, wie diese um die Psychologin Frieda Klein . Der "achte Tag" rundet nun die Serie ab und beendet sie. Nicci French hat das Niveau über die ersten sieben, nach Wochentagen benannten Bände halten können. Ihre Protagonistin hat Anschläge überlebt und Menschen verloren, die ihr nahestanden. Ermordet hat sie Dean Reeves, und den will sie endlich zur Strecke bringen.

Sie taucht zunächst einmal unter. Sie benötigt einen klaren Kopf und eine Strategie. Selbst ihre besten Freunde wissen nicht, wo sie sich aufhält.

Der letzte Teil beginnt dann auch gleich mit einem schweren Unfall. Ein Auto rast in ein Schaufenster. Es gibt Schwerverletzte und Tote. Nur stellt sich heraus, das der Fahrer hinter dem Lenkrad des Unfallautos schon vor dem Crash tot war: ermordet. Es folgen weitere Morde (eine Journalistin und ein Radfahrer), und die Polizei tappt im Dunkeln. Frieda erkennt die Handschrift des Mörders und die Botschaft, die er ihr übermitteln will, lautet, dass sie eine der Nächsten ist. 

Frieda bleibt erst einmal verschwunden, aber eine junge Frau ist ihr auf der Spur.  Lola, die noch kein Thema für ihre Seminararbeit im Fach Kriminologie hat. Ein Gastdozent macht ihr den Vorschlag über die umstrittene Psychologin und ihre spektakulärsten Fälle zu schreiben. Darauf hat sie Lust.  Zunächst aber muss sie Frieda finden.  Sie sucht ganz London ab, steht vor deren Haus, taucht bei ihren Freunden auf und läuft die Stecken ab, von denen sie weiß, dass Frieda  sie mag. Sie wird fündig und riskiert damit ihr Leben. Frieda gewährt ihr unter strengen Bedingungen Unterschlupf, aber ihr alter Feind Dean Reeves ist den beiden schon auf der Spur. Nur- woher weiß er, wo sie untergekommen sind? Eine neue Mordserie beginnt, und Frieda und Lola sind ständig auf der Flucht. Frieda weiß, dass es so nicht weitergehen kann und wird. Das Finale ist gekommen, und es heißt: Leben oder Tod- für sie oder Reaves...

Spannend bis zum Schluß.


Verlag: Harper Collins
ISBN: 9783959672054
Preis: 14,99 €
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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westen, Rezension von Karin Bucconi

Der Weihnachtsmann schellt an. Henna Sandin, die ihren Ehemann erwartet, öffnet die Tür, wird von mehreren Schüssen getroffen und stirbt vor den Augen ihrer Kinder.

Johann Rocca, Kriminalinspektor, kehrt nach 20 Jahren aus Stockholm in seine Heimat, nach Hudiksvall zurück und soll nach Weihnachten seinen Dienst antreten. In erster Linie ist er zurückgekommen, weil er herausfinden will, was mit seiner großen Liebe passiert ist, die in der Nacht nach ihrer Abiturfeier verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist. Nun aber muss er sich mit dem grausamen Mord an der Frau eines früheren Freundes und heute bekannten Fußballspielers auseinandersetzen und das schon an den Feiertagen. War sie wirklich das Ziel? Oder galt der Anschlag doch Mans Sandin, ihrem Ehemann?

Rocca muss nun im Kreis der Verdächtigen ermitteln, zu dem auch frühere Freunde und Spielerkollegen gehören. Der Täter jedoch bleibt im Dunkeln.

Ein weiterer Mord geschieht. Dieses Mal im Umfeld einer Trabrennbahn. Gerade der Spieler, der eine höhere Summe eingesetzt und gewonnen hat, wird ermordet aufgefunden. Ein Sumpf aus Erpressung, Betrug und Gewalt tut sich auf. Hängen die Morde irgendwie zusammen?

Rocca gerät unter Druck, zumal seine Chefin ihn offensichtlich auf dem Kieker hat und nicht leiden kann. Sie will Erfolge sehen... 


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-46898-2
Preis: 15,95 €
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Redemption Point

Candice Fox, Rezension von Kathrin Allkemper

Ted Conkaffey hat ein paar harte Monate hinter sich. Er hat seinen Job als Polizist und seine Frau verloren, da man ihn verdächtigt hatte, ein 13jähriges Mädchen entführt und vergewaltigt zu haben. Aus Mangel an Beweisen wurde er zwar aus der Haft entlassen, aber die Geschichte verfolgt ihn nach wie vor. Mittlerweile lebt er am anderen Ende des Kontinents und selbst da wird er, sobald ihn jemand erkennt, gemieden oder beschimpft. Da ist es auch nicht besonders förderlich, dass er mit einer sehr fragwürdigen Partnerin, die bereits eine Haftstrafe für Mord hinter sich hat, ein Detektivbüro eröffnet hat. Als eines Tages der Vater des geschändeten Mädchens bei ihm einbricht und sich an ihm rächen will, kann Ted zwar das Schlimmste verhindern, doch um den gebeutelten Mann letzten Endes davon zu überzeugen, dass Ted unschuldig ist, muss er endlich den wahren Täter ausfindig machen. Das hat sich auch ein anderer Mann zur Aufgabe gemacht: Khaled, einer der mächtigsten Gangster des Landes und Ted noch aus Polizeizeiten bekannt, macht ebenfalls Jagd auf den Vergewaltiger des kleinen Mädchens, wenn auch aus anderen Gründen. Nur, wenn Khaled den Täter auf seine Weise „aus dem Verkehr zieht“, kann Ted ihn nicht mehr an die Polizei übergeben, um seinen eigenen Ruf wiederherzustellen und seine Unschuld zu beweisen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, wird die Detektei auch noch mit dem Fall um einen Doppelmord beauftragt...Spannend, gut weg zu lesen und verfeinert mit einem leicht ironischen Unterton!

 


Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-452-3
Preis: 16,99 €
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Die Schwestern von Mitford Manor - Unter Verdacht

Jessica Fellowes, Rezension von Julia Jahns

London 1920:

Die junge Louisa lebt mit ihrer Mutter in bescheidenen Verhältnissen. Nach dem Tod des Vaters ist plötzlich dessen Bruder Stephen aufgetaucht, der sich ebenfalls mit einquartiert, aber nichts zum Unterhalt beiträgt. Er ist immer wieder in zwielichtige Machenschaften verstrickt und versuchte, Louisa als seine Komplizin im Taschendiebstahl auszubilden. Die Frauen arbeiten als Wäscherinnen. An Weihnachten trifft Louisa eine alte Bekannte wieder, die ihr Nancy Mitford, Tochter aus gutem Hause, vorstellt. Von den beiden erfährt sie, dass die Mitfords dringend ein Kindermädchen suchen. In derselben Nacht wird Louisa von Stephen geweckt, der sie dazu zwingen will, sich an einen Gläubiger zu prostituieren, was sie mit Mühe abwenden kann. Von nun an ist sie auf der Hut und bewirbt sich um die Stelle bei den Mitfords. Sie erhält sogar ein Antwortschreiben, dass ihr Onkel ihr aber wegnimmt. Stattdessen entführt er sie in einen Zug nach Hastings, wo er seinen finsteren Plan doch noch in die Tat umsetzen möchte. Louisa gelingt die Flucht durch einen beherzten Sprung aus dem Zug. Sie bekommt anschließend Hilfe von dem jungen Bahnpolizisten Guy. Mit Mühe und Not erreicht sie Mitford Manor zum Vorstellungsgespräch.

Nach einem unglücklichen Start und einigen Schwindeleien erhält sie schließlich die Stelle bei Lord und Lady Redesdale. Die Mitford-Familie umfasst fünf Mädchen und einen Jungen, ein weiteres Kind ist unterwegs. Louisa hat alle Hände voll zu tun, sie fühlt sich aber sehr wohl bei der Familie und lebt gerne auf dem luxuriösen Anwesen. Sie wird Freundin und Vertraute der ältesten Tochter Nancy, die bald in die Gesellschaft eingeführt werden soll. Dennoch fürchtet sie, dass Stephen ihr immer noch auf den Fersen sein könnte.

Durch Nancy, die gerne Gruselgeschichten verfasst und ohnehin zur Dramatik neigt, erfährt Louisa, dass es einen Mordfall im Zug gegeben hat, genau an dem Tag, als Louisa vor Stephen flüchtete. Florence Nightingale Shore, die während des Krieges als Krankenschwester gearbeitet hat, wurde im Zug mit einem schweren Gegenstand mehrmals auf den Kopf geschlagen und verstarb schließlich im Krankenhaus. Sie war auf dem Weg zu ihrer Freundin Rosa, die wiederum die Zwillingsschwester von Nanny Blor ist, die sich ebenfalls um die Mitford-Kinder kümmert. Der Polizist Guy, der immer noch in brieflichem Kontakt mit Louisa steht, befasst sich ebenfalls mit diesem Fall. Niemand kann nachvollziehen, warum jemand der Krankenschwester, die während des Krieges vielen Menschen so viel Gutes getan hat, etwas antun wollte. Der Fall wird irgendwann zu den Akten gelegt, doch Guy forscht auf eigene Faust weiter. Währenddessen verliebt sich Nancy in den Offizier Roland Lucknor, der während des Krieges Bekanntschaft mit Florence Nightingale Shore gemacht haben muss, was er aber hartnäckig leugnet. Louisa traut ihm nicht und möchte Nancy vor Schaden bewahren. Sie will um jeden Preis herausfinden, was er zu verbergen hat und begibt sich damit in große Gefahr ...

Eine spannende Krimigeschichte, die in den 20er Jahren in England spielt. Die Autorin Jessica Fellowes ist die Nichte von Julian Fellowes, dem Verfasser der "Downton Abbey"-Drehbücher. Ihr gelingt ein tolles Debüt mit fasziniernden Personenbeschreibungen. Der Mordfall Florence Nightingale Shore ist tatsächlich passiert, und auch die Mitford-Schwestern sind historische Personen.


Verlag: Atlantik Verlag
ISBN: 978-3-455-00272-0

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Helle und der Tote im Tivoli

Judith Arendt, Rezension von Kathrin Allkemper

Helle Jespers, Leiterin der Polizeistation in Skagen, führt ein recht gemütliches Leben. Am liebsten lässt sie sich von ihrem Mann bekochen oder geht mit ihrem Hund spazieren, wenn sie nicht gerade im Dienst ist. Aber im nördlichsten Zipfel Dänemarks passiert eh nicht viel. Einerseits ist das natürlich schön, auch für die vielen Touristen, die Jahr für Jahr in Skagen einfallen, um den Ort zu sehen, wo Nord- und Ostsee aufeinander treffen. Andererseits fühlt sich Helle auch oft unterfordert. Viel lieber würde sie wieder einmal richtig spannende Ermittlungsarbeit leisten.

Da geschieht ein grausamer Mord im Tivoli, dem berühmten Vergnügungspark in Kopenhagen. Das Opfer: der ehemalige Gymnasialdirektor aus Skagen und Helle gut bekannt. Und so gerät sie schneller als gedacht tatsächlich in eine Mordermittlung. Natürlich lässt der Leiter der Kopenhagener Mordkommission sie deutlich spüren, dass er sie für ein Landei hält, das von Großstadtkriminalität keine Ahnung hat. Aber Helle lässt sich nicht abweisen. Sie nutzt ihren „Heimvorteil“ aus und befragt den ein oder anderen auch mal auf unkonventionelle Art über den Verstorbenen aus. Wer sollte ein Motiv haben, den ruhigen und stets zurückhaltenden Mann zu töten? Nach und nach kann Helle ihr Können bei den Kopenhagener Kollegen beweisen und je länger sie sucht, desto tiefer werden die Abgründe, die sich da auftun....

Sehr spannender, relativ unblutiger Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin als Auftakt zur Reihe um Helle Jespers.


Verlag: rowohlt Polaris
ISBN: 9783499273841
Preis: 14,99 €
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Vier Tage in Kabul

Anna Tell, Rezension von Karin Bucconi

Was für ein Debütroman! Kein einfacher Krimi, sondern ein erstklassiger Politthriller, den die Autorin vorstellt. Er "spielt" in Stockholm und in Afghanistan, und im Mittelpunkt steht die Frau, die im Land einheimische Sicherheitskräfte ausbilden soll: Amanda Lund. Sie ist eine erstklassige Kriminalkommissarin mit dem Spezialgbiet Verhandlungsführung und ist für ein Jahr hier stationiert. Kabul ist eine der gefährlichsten Städte der Welt und Amanda entgeht nur knapp einem Angriff der Taliban.

Als ein ein schwedisches Diplomatenpaar verschwindet, aber noch keine Lösegeldforderung eingegangen ist, bereitet Amanda sich gedanklich schon auf ihren Einsatz und die Verhandlungen mit den Entführern vor. Der schwedische Botschafter erweist sich als unkooperativ, und trägt nicht zur Lösung des Falls bei. Schnell wird deutlich, warum. Er wird mit einem sehr intimen Foto erpresst...

In Stockholm ermittelt Amandas Chef, Bill Ekmann, in einem Mordfall. Das erstochene Opfer ist ein Regierungsmitarbeiter und hat eine Zeit lang in Afghanistan gearbeitet. Bald  wird klar, dass die Fälle zusammenhängen. Amanda muss ungeheuer achtsam sein, denn in diesem Land lauert der Tod an jeder Ecke. Die Rolle des Justizministeriums in Stockholm in diesem Fall ist äußerst fragwürdig. Es scheint nicht das geringste Interesse daran zu bestehen, die Geiseln zu retten oder aufzuklären, wer hinter ihrer Verschleppung steckt, und auch als der schwedische Botschafter ermordet wird, bestehen die Herren vom Ministerium darauf, dass es Selbstmord war. Schließlich hatte er sich erhängt...

Die Zeit läuft Amanda davon, aber dann erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe...

Dem Politthriller merkt man an, dass ihn eine Frau geschrieben hat, die sich sowohl im Polizeiapparat als auch in puncto Auslandseinsätze auskennt, da sie selbst an einigen teilgenommen hat. Afghanistan und die poilitischen Verhältnisse/Verstrickungen im Land sind so gut beschrieben, dass es durchaus sein könnte, dass Anna Tell sich dort aufgehalten hat.

Spannend, glaubwürdig und eine unbedingte Leseempfehlung.


Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783499275166
Preis: 9,99 €
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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann, Rezension von Jutta Pollmann

Oliver ist auf dem Heimweg. Die Spätschicht im Krankenhaus war wieder anstrengend, besonders mit einer Erkältung in den Knochen. Jetzt will er nur noch nach Hause und schlafen. In Gedanken schon fast zuhause, muss er plötzlich scharf bremsen, fast wäre ihm ein Penner vor den Wagen gelaufen. Nein, darauf hat er jetzt gar keine Lust, auch noch einem Verletzten zu helfen, obwohl er das als Krankenpfleger natürlich müsste. Er will nach Hause.

Gott sei Dank verschwindet der torkelnde Mann in einer Unterführung. An der nächsten Ampel muss Oliver halten, vor ihm ein Kastenwagen mit polnischem Kennzeichen. Kurz bevor die Ampel wieder auf Grün springt, nimmt Oliver eine Bewegung wahr: hinter der schmutzigen Heckscheibe des Kastenwagens taucht eine Hand auf, klatscht an die Scheibe, rutscht herunter und hinterlässt eine Blutspur. Oliver ist wie vor den Kopf gestoßen. Als der Wagen anfährt, folgt er ihm. Immer weiter hinein in die verlassenen Hafengebiete, bald sind die beiden Wagen allein auf der Straße. Um ein Foto mit dem Handy machen zu können, fährt Oliver dichter auf. Da bremst der Wagen, Olivers Corsa schlingert, rammt einen Poller, bleibt stehen. Aus dem Kastenwagen steigt jemand aus, unter der Maske kann Oliver kein Gesicht erkennen. Der Mann kommt auf ihn zu, zieht eine Pistole und schießt.

Doch dieses Szenarium hat jemand beobachtet: Freddy Förster, ehemals erfolgreicher Geschäftsmann, nun auf der Straße gelandet. Er hat beobachtet, wie die schwarze Gestalt den Mann im Corsa erschossen hat. Doch zur Polizei gehen will er nicht, zu viele Gläubiger sind hinter ihm her. Er sucht den Mörder auf eigene Faust.

Leni Fontane ist auf dem Weg nach Hamburg. Ein Praktikum in einem Verlag, davon hat sie schon lange geträumt. Bücher sind ihre Welt, kein Wunder, bei dem Namen! Und vielleicht ist dieses Praktikum ja der Einstieg ins Verlagswesen. Jetzt muss sie nur noch ihre Unterkunft finden, ein Zimmer, das sie online gebucht hat. Das Taxi verkneift sie sich, sie muss sparen. Also läuft sie bis zur Eilenau Nr. 39b. Vor dem Haus steht ein Wagen, die Beifahrertür ist offen und sie hört eine Frau um Hilfe rufen. Das ist ja mal gar nicht Lenis Ding, sich irgendwo einmischen. Sie will nach der langen Fahrt nur noch duschen und ins Bett, wer weiß, was noch alles auf sie zukommt, wenn sie jetzt was sagt. Doch sie traut sich. Die junge Frau kommt aus dem Wagen und lacht. Leni kommt sich blöd vor. Aber Vivian wohnt wie sie im selben Haus und nimmt Leni Landei, wie sie sie nennt ein bisschen unter ihre Fittiche und zeigt ihr Hamburg bei Nacht.

Als Leni am nächsten Morgen an die Zimmertür von Vivian klopft, ist diese nicht mehr da. Eine Putzfrau macht sauber. Die Dame sei abgereist, heißt es . Leni versteht das nicht. Das hätte Vivian ihr doch gesagt. Dann sieht sie auf dem Boden einen Ohrring, den von dem sich Vivian nie getrennt hätte. Ist Vivian gar nicht freiwillig abgereist?

Freddy auf der Suche nach dem Mörder, Leni auf der Suche nach ihrer Zimmernachbarin. Als sie sich über den Weg laufen, müssen sie feststellen , dass beide Fälle miteinander zu tun haben und sie beide sich in großer Gefahr befinden...

 

Sehr spannender, aber auch blutiger Thriller von Andreas Winkelmann.

 

 

 

 


Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3190-4
Preis: 16,00 €
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Nanos

Timo Leibig, Rezension von Bernhard Söthe

Die Geschichte spielt im Herbst 2028. 

In Deutschland hat ein populistischer Politiker, Johannes Kehl, die Macht übernommen. Nach einer Volksabstimmung ist die Verfassung geändert worden, und Kehl regiert mit diktatorischen Methoden, die an üble Zeiten des Faschismus erinnern. "Garden" hochmotivierter junger Männer sorgen dafür, dass das System funktioniert. Das neue Regime bedient sich quasi-religiöser Begriffe. Die "Konfessoren" sind die neue Führungselite, die gnadenlos jeden verfolgen, der in Opposition zur neuen Regeirung steht. Die Bevölkerung einschließlich der Kinder werden augefordert, öffentlich zu "beichten", d.h. Gegner des Bundeskanzlers Johannes Kehl zu denunzieren. Die Denunzierten werden von den Garden abgeholt und verschwinden spurlos. Der größte Teil der Bevölkerung nimmt die Gewaltherrschaft klaglos hin. Die Menschen sind einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Mittels Nanotechnologie sind sie überzeugt worden, dass Johannes Kehl der Retter Deutschlands ist. Mikroskopisch kleine Geräte werden den Menschen heimlich mit Lebensmitteln verabreicht. Diese winzigen "Computer" gelangen über die Blutbahn in die Gehirne der Menschen, die sie im Interesse der Machthaber zu begeisterten Anhänger Johannes Kehls "umpolt". Praktisch, dass die größte Nahrungsmittelkette Deutschlands "JK" dem Bundeskanzler Johannes Kehl gehört. Ein genialer, aber gewissenloser Wissenschaftler stellt seine Fähigkeiten in den Dienst des Diktators. Ständig arbeitet er daran, die Methoden der Hirnmanipulation zu verfeinern, noch leidet diese Technik an einigen Kinderkrankheiten. Ein kleiner Teil der Bevölkerung reagiert allergisch auf die winzigen Fremdkörper in den Nahrungsmitteln, sie vertragen die "Beimischung" nicht und leiden unter massiven Magen-Darm-Problemen. Da sie die Nanoteilchen schnell wieder ausscheiden, sind sie auf diesem Wege nicht manipulierbar. Aber wegen der nicht zu verbergenden Krankheitssymptome sind sie den Machthabern, da nicht beeinflussbar, schnell als potentielle Regierungsgegner geoutet. Sie werden verfolgt und wahrscheinlich eliminiert, aber das weiß die Öffentlichkeit nicht, und so genau will man es auch gar nicht wissen. Trotzdem gibt es kleine Gruppe Oppositioneller, die aufgrund der technischen Probleme noch nicht manipuliert sind und aus dem Untergrund versuchen, das perverse Machtsystem des Johannes Kehl zu beseitigen. Ein Schwerverbrecher, Max Wutkowski, der 8 Jahre lang im Gefängnis saß und von den grundlegenden politischen Veränderungen der letzten Jahre nicht viel mitbekommen hat, gerät durch Zufall in Kontakt mit dieser Untergrundgruppe. Die Mitglieder dieser Gruppe sind von unterschiedlichen Interessen bestimmt, und es herrscht nicht immer Einigkeit über Vorgehensweisen und Methoden. Die nächste geplante Aktion ist die Entführung des Wissenschaftlers, der diese Nanotechnologie für Johannes Kehl entwickelt hat. Die Rebellen hoffen dadurch die Manipulation der Menschen stoppen zu können und vielleicht sogar rückgängig zu machen. Es ist auch nicht bekannt, ob dieser Wissenschaftler freiwillig oder unter Zwang für Johannes Kehl arbeitet. Bekannt ist lediglich, dass dieser Professor Fossey unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Bunker des Machthaber lebt. Wutkowski, der Schwerverbrecher, hat sich im Laufe seiner kriminellen Karriere manche Fähigkeit angeeignet, die den Aufständischen bei der Entführung des Professors nützlich sein könnte. Aber warum sollte er ihnen helfen? 

Ein überaus actionreicher Science-Thriller, fiktiv, aber beklemmenderweise nicht völlig unrealistisch. Wenn jetzt schon versucht wird, Wahlen per Internet zu beeinflussen, was der Welt möglicherweise den US-Präsidenten Trump beschert hat, dann kommen vielleicht skrupellose Wissenschaftler  auf noch ganz andere Manipulationsmöglichkeiten, warum nicht Nanotechnologie? Spannende Unterhaltung für die Leser von Frank Schätzing, Marc Elsberg und Andreas Brandhorst. 


Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07028-6
Preis: 22,00 €
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Krokodilwächter

Katrine Engberg, Rezension von Tanja Tenberg

Morden im Norden.

Das Debüt der Dänin Katrin Engberg lässt uns eintauchen in das sommerliche Kopenhagen.

Die junge Studentin Julie liegt erstochen und mit Schnitten im Gesicht gekennzeichnet in ihrer Wohnung, während ihre WG Mitbewohnerin im Urlaub ist.

Gefunden von einem älteren Anwohner des Hauses, betrauert von ihrer Vermieterin, die ebenfalls im Haus wohnt.

Es ermitteln Jeppe Koerner und seine Kollegin Anette Werner, zwei unterschiedlichere Charaktere kann es kaum gehen.

Anette, glücklich verheiratet, Jeppe, immer noch am Boden zerstört, dass seine Frau ihn verlassen hat.

Als die Vermieterin dem Kommissar ihr noch in der Anfangsphase befindliches Manuskript ihres neuesten Krimis zeigt, in dem auch eine junge Frau ermordet und mit Schnitten gekennzeichnet wird, beginnt der Fall für die beiden Ermittler interessant zu werden.

Sie bewegen sich im Milieu von Schauspielern, Künstlern und Schriftstellern auf der Suche nach Antworten.

Als auch noch der Freund der Toten tot im Kronleuchter des Theaters gefunden wird, nimmt die Geschichte an Fahrt auf.

Ein dänisches Krimi-Debüt, das Lust auf mehr macht.

Hoffentlich 2019 bei Diogenes.


Verlag: BTB
ISBN: 978-3-442-75752-7
Preis: 16,00 €
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Der Schatten

Melanie Raabe, Rezension von Tanja Tenberg

Endlich ist er da, der dritte Roman der Kölner Autorin Melanie Raabe.

Wieder einmal beweist die Autorin ihr Können, eine Geschichte mit unerwarteten Drehungen und Wendungen zu erzählen.

Die junge Journalistin Norah ist gerade von Berlin nach Wien gezogen, weil sie dort einen neuen Job angenommen hat, weit weg von ihrem Exfreund.

Die Stadt im Januar ist trüb und grau, Norah fühlt sich einsam.

Eines Tages wird sie von einer Bettlerin auf der Straße angesprochen.

„Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Mit gutem Grund.

Und aus freien Stücken.“

Da ist natürlich ihr journalistischer Instinkt geweckt und sie beginnt zu recherchieren. Wer ist dieser Arthur Grimm? Was hat er vielleicht getan?

Und hat die Bettlerin tatsächlich sie gemeint? Nur wirres Zeug geredet?

Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und endet in einem unerwarteten Showdown am Prater.

Man verfolgt Norahs Geschichte atemlos, staunt über das Ende.

Mein persönlicher Tipp in diesem Herbst.

Bitte lesen Sie diesen Thriller unbedingt.