Krimi


Verlag: Scherz
ISBN: 9783651025523
Preis: 14,99 €
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Ich beobachte Dich

Chevy Stevens, Rezension von Karin Bucconi

Zeitweise habe ich dieses Buch beiseite legen müssen, weil ich es nicht ertragen konnte, wie der gewalttätige Andrew mit Lindsey, seiner Ehefrau, umgeht. Nach und nach schränkt er sie immer weiter ein. Sie darf nicht allein aus dem Haus gehen, keinen Kontakt zu ihren Freundinnen haben, nicht mit anderen Männern sprechen, sich nicht modisch kleiden und...und...und... Wenn sie widerspricht, schlägt er sie, und am nächsten Tag schwört er ihr seine Liebe und beteuert, so etwas käme nie wieder vor...

Als Lindsey sich endlich ihrem Bruder Chris anvertraut, weil sie es nicht mehr aushält und sie Angst um ihre kleine Tochter und sich selbst hat, schmieden sie einen Plan und- entkommen! Nur leider hat Lindsey Andrew nicht ausreichend betäubt. Er wird mitten in der Nacht wach, setzt sich ins Auto und verursacht einen Unfall, bei dem eine Frau ums Leben kommt. Andrew muß für lange Jahre ins Gefängnis.

Lindsey und Sophie bauen sich weit von ihrer Heimat entfernt ein neues Leben auf, aber- nach 13 Jahren kommt Andrew wieder frei, und es geschehen Dinge, die nur mit ihm in Zusammenhang stehen können und die Lindsay Angst machen. Sie weiß, dass er sie finden wird...

 

Ein wirklich spannender Thriller!


Verlag: Harper Collins
ISBN: 9783959672054
Preis: 14,99 €
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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westen, Rezension von Karin Bucconi

Der Weihnachtsmann schellt an. Henna Sandin, die ihren Ehemann erwartet, öffnet die Tür, wird von mehreren Schüssen getroffen und stirbt vor den Augen ihrer Kinder.

Johann Rocca, Kriminalinspektor, kehrt nach 20 Jahren aus Stockholm in seine Heimat, nach Hudiksvall zurück und soll nach Weihnachten seinen Dienst antreten. In erster Linie ist er zurückgekommen, weil er herausfinden will, was mit seiner großen Liebe passiert ist, die in der Nacht nach ihrer Abiturfeier verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist. Nun aber muss er sich mit dem grausamen Mord an der Frau eines früheren Freundes und heute bekannten Fußballspielers auseinandersetzen und das schon an den Feiertagen. War sie wirklich das Ziel? Oder galt der Anschlag doch Mans Sandin, ihrem Ehemann?

Rocca muss nun im Kreis der Verdächtigen ermitteln, zu dem auch frühere Freunde und Spielerkollegen gehören. Der Täter jedoch bleibt im Dunkeln.

Ein weiterer Mord geschieht. Dieses Mal im Umfeld einer Trabrennbahn. Gerade der Spieler, der eine höhere Summe eingesetzt und gewonnen hat, wird ermordet aufgefunden. Ein Sumpf aus Erpressung, Betrug und Gewalt tut sich auf. Hängen die Morde irgendwie zusammen?

Rocca gerät unter Druck, zumal seine Chefin ihn offensichtlich auf dem Kieker hat und nicht leiden kann. Sie will Erfolge sehen... 


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-46898-2
Preis: 15,95 €
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Redemption Point

Candice Fox, Rezension von Kathrin Allkemper

Ted Conkaffey hat ein paar harte Monate hinter sich. Er hat seinen Job als Polizist und seine Frau verloren, da man ihn verdächtigt hatte, ein 13jähriges Mädchen entführt und vergewaltigt zu haben. Aus Mangel an Beweisen wurde er zwar aus der Haft entlassen, aber die Geschichte verfolgt ihn nach wie vor. Mittlerweile lebt er am anderen Ende des Kontinents und selbst da wird er, sobald ihn jemand erkennt, gemieden oder beschimpft. Da ist es auch nicht besonders förderlich, dass er mit einer sehr fragwürdigen Partnerin, die bereits eine Haftstrafe für Mord hinter sich hat, ein Detektivbüro eröffnet hat. Als eines Tages der Vater des geschändeten Mädchens bei ihm einbricht und sich an ihm rächen will, kann Ted zwar das Schlimmste verhindern, doch um den gebeutelten Mann letzten Endes davon zu überzeugen, dass Ted unschuldig ist, muss er endlich den wahren Täter ausfindig machen. Das hat sich auch ein anderer Mann zur Aufgabe gemacht: Khaled, einer der mächtigsten Gangster des Landes und Ted noch aus Polizeizeiten bekannt, macht ebenfalls Jagd auf den Vergewaltiger des kleinen Mädchens, wenn auch aus anderen Gründen. Nur, wenn Khaled den Täter auf seine Weise „aus dem Verkehr zieht“, kann Ted ihn nicht mehr an die Polizei übergeben, um seinen eigenen Ruf wiederherzustellen und seine Unschuld zu beweisen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, wird die Detektei auch noch mit dem Fall um einen Doppelmord beauftragt...Spannend, gut weg zu lesen und verfeinert mit einem leicht ironischen Unterton!

 


Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3190-4
Preis: 16,00 €
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Nanos - Sie bestimmen was du denkst

Timo Leibig, Rezension von Kathrin Allkemper

Deutschland 2028: Seit die Partei von Johann Kehlis die Bundestagswahl mit absoluter Mehrheit gewonnen hat, macht er mit den Menschen, was er will. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes, wissenschaftliches und grausames System: mithilfe von Nanoteilchen im Trinkwasser und nahezu allen Lebensmitteln schafft er es, den freien Willen der Menschen zu unterbinden. Das Volk ist ihm hörig. Und wer irgendetwas gegen ihn sagt oder sonstwie unternimmt, wird gemeldet und verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Es erinnert stark an die Stasi- oder gar Nazimethoden. Aber wo immer es ein strenges Regime gibt, gibt es auch Rebellen, die sich nicht unterwerfen lassen wollen. In diesem Fall handelt es sich um Mensche, die "free" sind , also resistent gegen die Nanos.

Unter ihnen ist auch Malek, ein entflohener Sträfling. Er muss ein Versprechen einhalten, das er seinem Kameraden Tymon vor dessen Tod gegeben hat. Malek soll Tymons Schwester Maria aufspüren und vor diesem System retten. Aber wem kann er bei der Suche nach ihr vertrauen? Eine spannende Jagd durch ein Land beginnt, in dem sich fortan jeder selbst der nächste ist und selbst Familienangehörige nicht sicher sein können, ob man sie sich untereinander verraten und ausliefern, sobald gegen Kehli agiert wird.

Superspannender Zukunftsthriller, der gleich Fahrt aufnimmt und das Tempo beibehält. In einem Rutsch gelesen.

 


Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-452-3
Preis: 16,99 €
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Die Schwestern von Mitford Manor - Unter Verdacht

Jessica Fellowes, Rezension von Julia Jahns

London 1920:

Die junge Louisa lebt mit ihrer Mutter in bescheidenen Verhältnissen. Nach dem Tod des Vaters ist plötzlich dessen Bruder Stephen aufgetaucht, der sich ebenfalls mit einquartiert, aber nichts zum Unterhalt beiträgt. Er ist immer wieder in zwielichtige Machenschaften verstrickt und versuchte, Louisa als seine Komplizin im Taschendiebstahl auszubilden. Die Frauen arbeiten als Wäscherinnen. An Weihnachten trifft Louisa eine alte Bekannte wieder, die ihr Nancy Mitford, Tochter aus gutem Hause, vorstellt. Von den beiden erfährt sie, dass die Mitfords dringend ein Kindermädchen suchen. In derselben Nacht wird Louisa von Stephen geweckt, der sie dazu zwingen will, sich an einen Gläubiger zu prostituieren, was sie mit Mühe abwenden kann. Von nun an ist sie auf der Hut und bewirbt sich um die Stelle bei den Mitfords. Sie erhält sogar ein Antwortschreiben, dass ihr Onkel ihr aber wegnimmt. Stattdessen entführt er sie in einen Zug nach Hastings, wo er seinen finsteren Plan doch noch in die Tat umsetzen möchte. Louisa gelingt die Flucht durch einen beherzten Sprung aus dem Zug. Sie bekommt anschließend Hilfe von dem jungen Bahnpolizisten Guy. Mit Mühe und Not erreicht sie Mitford Manor zum Vorstellungsgespräch.

Nach einem unglücklichen Start und einigen Schwindeleien erhält sie schließlich die Stelle bei Lord und Lady Redesdale. Die Mitford-Familie umfasst fünf Mädchen und einen Jungen, ein weiteres Kind ist unterwegs. Louisa hat alle Hände voll zu tun, sie fühlt sich aber sehr wohl bei der Familie und lebt gerne auf dem luxuriösen Anwesen. Sie wird Freundin und Vertraute der ältesten Tochter Nancy, die bald in die Gesellschaft eingeführt werden soll. Dennoch fürchtet sie, dass Stephen ihr immer noch auf den Fersen sein könnte.

Durch Nancy, die gerne Gruselgeschichten verfasst und ohnehin zur Dramatik neigt, erfährt Louisa, dass es einen Mordfall im Zug gegeben hat, genau an dem Tag, als Louisa vor Stephen flüchtete. Florence Nightingale Shore, die während des Krieges als Krankenschwester gearbeitet hat, wurde im Zug mit einem schweren Gegenstand mehrmals auf den Kopf geschlagen und verstarb schließlich im Krankenhaus. Sie war auf dem Weg zu ihrer Freundin Rosa, die wiederum die Zwillingsschwester von Nanny Blor ist, die sich ebenfalls um die Mitford-Kinder kümmert. Der Polizist Guy, der immer noch in brieflichem Kontakt mit Louisa steht, befasst sich ebenfalls mit diesem Fall. Niemand kann nachvollziehen, warum jemand der Krankenschwester, die während des Krieges vielen Menschen so viel Gutes getan hat, etwas antun wollte. Der Fall wird irgendwann zu den Akten gelegt, doch Guy forscht auf eigene Faust weiter. Währenddessen verliebt sich Nancy in den Offizier Roland Lucknor, der während des Krieges Bekanntschaft mit Florence Nightingale Shore gemacht haben muss, was er aber hartnäckig leugnet. Louisa traut ihm nicht und möchte Nancy vor Schaden bewahren. Sie will um jeden Preis herausfinden, was er zu verbergen hat und begibt sich damit in große Gefahr ...

Eine spannende Krimigeschichte, die in den 20er Jahren in England spielt. Die Autorin Jessica Fellowes ist die Nichte von Julian Fellowes, dem Verfasser der "Downton Abbey"-Drehbücher. Ihr gelingt ein tolles Debüt mit fasziniernden Personenbeschreibungen. Der Mordfall Florence Nightingale Shore ist tatsächlich passiert, und auch die Mitford-Schwestern sind historische Personen.


Verlag: Atlantik Verlag
ISBN: 978-3-455-00272-0

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Helle und der Tote im Tivoli

Judith Arendt, Rezension von Kathrin Allkemper

Helle Jespers, Leiterin der Polizeistation in Skagen, führt ein recht gemütliches Leben. Am liebsten lässt sie sich von ihrem Mann bekochen oder geht mit ihrem Hund spazieren, wenn sie nicht gerade im Dienst ist. Aber im nördlichsten Zipfel Dänemarks passiert eh nicht viel. Einerseits ist das natürlich schön, auch für die vielen Touristen, die Jahr für Jahr in Skagen einfallen, um den Ort zu sehen, wo Nord- und Ostsee aufeinander treffen. Andererseits fühlt sich Helle auch oft unterfordert. Viel lieber würde sie wieder einmal richtig spannende Ermittlungsarbeit leisten.

Da geschieht ein grausamer Mord im Tivoli, dem berühmten Vergnügungspark in Kopenhagen. Das Opfer: der ehemalige Gymnasialdirektor aus Skagen und Helle gut bekannt. Und so gerät sie schneller als gedacht tatsächlich in eine Mordermittlung. Natürlich lässt der Leiter der Kopenhagener Mordkommission sie deutlich spüren, dass er sie für ein Landei hält, das von Großstadtkriminalität keine Ahnung hat. Aber Helle lässt sich nicht abweisen. Sie nutzt ihren „Heimvorteil“ aus und befragt den ein oder anderen auch mal auf unkonventionelle Art über den Verstorbenen aus. Wer sollte ein Motiv haben, den ruhigen und stets zurückhaltenden Mann zu töten? Nach und nach kann Helle ihr Können bei den Kopenhagener Kollegen beweisen und je länger sie sucht, desto tiefer werden die Abgründe, die sich da auftun....

Sehr spannender, relativ unblutiger Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin als Auftakt zur Reihe um Helle Jespers.


Verlag: rowohlt Polaris
ISBN: 9783499273841
Preis: 14,99 €
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Vier Tage in Kabul

Anna Tell, Rezension von Karin Bucconi

Was für ein Debütroman! Kein einfacher Krimi, sondern ein erstklassiger Politthriller, den die Autorin vorstellt. Er "spielt" in Stockholm und in Afghanistan, und im Mittelpunkt steht die Frau, die im Land einheimische Sicherheitskräfte ausbilden soll: Amanda Lund. Sie ist eine erstklassige Kriminalkommissarin mit dem Spezialgbiet Verhandlungsführung und ist für ein Jahr hier stationiert. Kabul ist eine der gefährlichsten Städte der Welt und Amanda entgeht nur knapp einem Angriff der Taliban.

Als ein ein schwedisches Diplomatenpaar verschwindet, aber noch keine Lösegeldforderung eingegangen ist, bereitet Amanda sich gedanklich schon auf ihren Einsatz und die Verhandlungen mit den Entführern vor. Der schwedische Botschafter erweist sich als unkooperativ, und trägt nicht zur Lösung des Falls bei. Schnell wird deutlich, warum. Er wird mit einem sehr intimen Foto erpresst...

In Stockholm ermittelt Amandas Chef, Bill Ekmann, in einem Mordfall. Das erstochene Opfer ist ein Regierungsmitarbeiter und hat eine Zeit lang in Afghanistan gearbeitet. Bald  wird klar, dass die Fälle zusammenhängen. Amanda muss ungeheuer achtsam sein, denn in diesem Land lauert der Tod an jeder Ecke. Die Rolle des Justizministeriums in Stockholm in diesem Fall ist äußerst fragwürdig. Es scheint nicht das geringste Interesse daran zu bestehen, die Geiseln zu retten oder aufzuklären, wer hinter ihrer Verschleppung steckt, und auch als der schwedische Botschafter ermordet wird, bestehen die Herren vom Ministerium darauf, dass es Selbstmord war. Schließlich hatte er sich erhängt...

Die Zeit läuft Amanda davon, aber dann erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe...

Dem Politthriller merkt man an, dass ihn eine Frau geschrieben hat, die sich sowohl im Polizeiapparat als auch in puncto Auslandseinsätze auskennt, da sie selbst an einigen teilgenommen hat. Afghanistan und die poilitischen Verhältnisse/Verstrickungen im Land sind so gut beschrieben, dass es durchaus sein könnte, dass Anna Tell sich dort aufgehalten hat.

Spannend, glaubwürdig und eine unbedingte Leseempfehlung.


Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783499275166
Preis: 9,99 €
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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann, Rezension von Jutta Pollmann

Oliver ist auf dem Heimweg. Die Spätschicht im Krankenhaus war wieder anstrengend, besonders mit einer Erkältung in den Knochen. Jetzt will er nur noch nach Hause und schlafen. In Gedanken schon fast zuhause, muss er plötzlich scharf bremsen, fast wäre ihm ein Penner vor den Wagen gelaufen. Nein, darauf hat er jetzt gar keine Lust, auch noch einem Verletzten zu helfen, obwohl er das als Krankenpfleger natürlich müsste. Er will nach Hause.

Gott sei Dank verschwindet der torkelnde Mann in einer Unterführung. An der nächsten Ampel muss Oliver halten, vor ihm ein Kastenwagen mit polnischem Kennzeichen. Kurz bevor die Ampel wieder auf Grün springt, nimmt Oliver eine Bewegung wahr: hinter der schmutzigen Heckscheibe des Kastenwagens taucht eine Hand auf, klatscht an die Scheibe, rutscht herunter und hinterlässt eine Blutspur. Oliver ist wie vor den Kopf gestoßen. Als der Wagen anfährt, folgt er ihm. Immer weiter hinein in die verlassenen Hafengebiete, bald sind die beiden Wagen allein auf der Straße. Um ein Foto mit dem Handy machen zu können, fährt Oliver dichter auf. Da bremst der Wagen, Olivers Corsa schlingert, rammt einen Poller, bleibt stehen. Aus dem Kastenwagen steigt jemand aus, unter der Maske kann Oliver kein Gesicht erkennen. Der Mann kommt auf ihn zu, zieht eine Pistole und schießt.

Doch dieses Szenarium hat jemand beobachtet: Freddy Förster, ehemals erfolgreicher Geschäftsmann, nun auf der Straße gelandet. Er hat beobachtet, wie die schwarze Gestalt den Mann im Corsa erschossen hat. Doch zur Polizei gehen will er nicht, zu viele Gläubiger sind hinter ihm her. Er sucht den Mörder auf eigene Faust.

Leni Fontane ist auf dem Weg nach Hamburg. Ein Praktikum in einem Verlag, davon hat sie schon lange geträumt. Bücher sind ihre Welt, kein Wunder, bei dem Namen! Und vielleicht ist dieses Praktikum ja der Einstieg ins Verlagswesen. Jetzt muss sie nur noch ihre Unterkunft finden, ein Zimmer, das sie online gebucht hat. Das Taxi verkneift sie sich, sie muss sparen. Also läuft sie bis zur Eilenau Nr. 39b. Vor dem Haus steht ein Wagen, die Beifahrertür ist offen und sie hört eine Frau um Hilfe rufen. Das ist ja mal gar nicht Lenis Ding, sich irgendwo einmischen. Sie will nach der langen Fahrt nur noch duschen und ins Bett, wer weiß, was noch alles auf sie zukommt, wenn sie jetzt was sagt. Doch sie traut sich. Die junge Frau kommt aus dem Wagen und lacht. Leni kommt sich blöd vor. Aber Vivian wohnt wie sie im selben Haus und nimmt Leni Landei, wie sie sie nennt ein bisschen unter ihre Fittiche und zeigt ihr Hamburg bei Nacht.

Als Leni am nächsten Morgen an die Zimmertür von Vivian klopft, ist diese nicht mehr da. Eine Putzfrau macht sauber. Die Dame sei abgereist, heißt es . Leni versteht das nicht. Das hätte Vivian ihr doch gesagt. Dann sieht sie auf dem Boden einen Ohrring, den von dem sich Vivian nie getrennt hätte. Ist Vivian gar nicht freiwillig abgereist?

Freddy auf der Suche nach dem Mörder, Leni auf der Suche nach ihrer Zimmernachbarin. Als sie sich über den Weg laufen, müssen sie feststellen , dass beide Fälle miteinander zu tun haben und sie beide sich in großer Gefahr befinden...

 

Sehr spannender, aber auch blutiger Thriller von Andreas Winkelmann.

 

 

 

 


Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3190-4
Preis: 16,00 €
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Nanos

Timo Leibig, Rezension von Bernhard Söthe

Die Geschichte spielt im Herbst 2028. 

In Deutschland hat ein populistischer Politiker, Johannes Kehl, die Macht übernommen. Nach einer Volksabstimmung ist die Verfassung geändert worden, und Kehl regiert mit diktatorischen Methoden, die an üble Zeiten des Faschismus erinnern. "Garden" hochmotivierter junger Männer sorgen dafür, dass das System funktioniert. Das neue Regime bedient sich quasi-religiöser Begriffe. Die "Konfessoren" sind die neue Führungselite, die gnadenlos jeden verfolgen, der in Opposition zur neuen Regeirung steht. Die Bevölkerung einschließlich der Kinder werden augefordert, öffentlich zu "beichten", d.h. Gegner des Bundeskanzlers Johannes Kehl zu denunzieren. Die Denunzierten werden von den Garden abgeholt und verschwinden spurlos. Der größte Teil der Bevölkerung nimmt die Gewaltherrschaft klaglos hin. Die Menschen sind einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Mittels Nanotechnologie sind sie überzeugt worden, dass Johannes Kehl der Retter Deutschlands ist. Mikroskopisch kleine Geräte werden den Menschen heimlich mit Lebensmitteln verabreicht. Diese winzigen "Computer" gelangen über die Blutbahn in die Gehirne der Menschen, die sie im Interesse der Machthaber zu begeisterten Anhänger Johannes Kehls "umpolt". Praktisch, dass die größte Nahrungsmittelkette Deutschlands "JK" dem Bundeskanzler Johannes Kehl gehört. Ein genialer, aber gewissenloser Wissenschaftler stellt seine Fähigkeiten in den Dienst des Diktators. Ständig arbeitet er daran, die Methoden der Hirnmanipulation zu verfeinern, noch leidet diese Technik an einigen Kinderkrankheiten. Ein kleiner Teil der Bevölkerung reagiert allergisch auf die winzigen Fremdkörper in den Nahrungsmitteln, sie vertragen die "Beimischung" nicht und leiden unter massiven Magen-Darm-Problemen. Da sie die Nanoteilchen schnell wieder ausscheiden, sind sie auf diesem Wege nicht manipulierbar. Aber wegen der nicht zu verbergenden Krankheitssymptome sind sie den Machthabern, da nicht beeinflussbar, schnell als potentielle Regierungsgegner geoutet. Sie werden verfolgt und wahrscheinlich eliminiert, aber das weiß die Öffentlichkeit nicht, und so genau will man es auch gar nicht wissen. Trotzdem gibt es kleine Gruppe Oppositioneller, die aufgrund der technischen Probleme noch nicht manipuliert sind und aus dem Untergrund versuchen, das perverse Machtsystem des Johannes Kehl zu beseitigen. Ein Schwerverbrecher, Max Wutkowski, der 8 Jahre lang im Gefängnis saß und von den grundlegenden politischen Veränderungen der letzten Jahre nicht viel mitbekommen hat, gerät durch Zufall in Kontakt mit dieser Untergrundgruppe. Die Mitglieder dieser Gruppe sind von unterschiedlichen Interessen bestimmt, und es herrscht nicht immer Einigkeit über Vorgehensweisen und Methoden. Die nächste geplante Aktion ist die Entführung des Wissenschaftlers, der diese Nanotechnologie für Johannes Kehl entwickelt hat. Die Rebellen hoffen dadurch die Manipulation der Menschen stoppen zu können und vielleicht sogar rückgängig zu machen. Es ist auch nicht bekannt, ob dieser Wissenschaftler freiwillig oder unter Zwang für Johannes Kehl arbeitet. Bekannt ist lediglich, dass dieser Professor Fossey unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Bunker des Machthaber lebt. Wutkowski, der Schwerverbrecher, hat sich im Laufe seiner kriminellen Karriere manche Fähigkeit angeeignet, die den Aufständischen bei der Entführung des Professors nützlich sein könnte. Aber warum sollte er ihnen helfen? 

Ein überaus actionreicher Science-Thriller, fiktiv, aber beklemmenderweise nicht völlig unrealistisch. Wenn jetzt schon versucht wird, Wahlen per Internet zu beeinflussen, was der Welt möglicherweise den US-Präsidenten Trump beschert hat, dann kommen vielleicht skrupellose Wissenschaftler  auf noch ganz andere Manipulationsmöglichkeiten, warum nicht Nanotechnologie? Spannende Unterhaltung für die Leser von Frank Schätzing, Marc Elsberg und Andreas Brandhorst. 


Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07028-6
Preis: 22,00 €
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Krokodilwächter

Katrine Engberg, Rezension von Tanja Tenberg

Morden im Norden.

Das Debüt der Dänin Katrin Engberg lässt uns eintauchen in das sommerliche Kopenhagen.

Die junge Studentin Julie liegt erstochen und mit Schnitten im Gesicht gekennzeichnet in ihrer Wohnung, während ihre WG Mitbewohnerin im Urlaub ist.

Gefunden von einem älteren Anwohner des Hauses, betrauert von ihrer Vermieterin, die ebenfalls im Haus wohnt.

Es ermitteln Jeppe Koerner und seine Kollegin Anette Werner, zwei unterschiedlichere Charaktere kann es kaum gehen.

Anette, glücklich verheiratet, Jeppe, immer noch am Boden zerstört, dass seine Frau ihn verlassen hat.

Als die Vermieterin dem Kommissar ihr noch in der Anfangsphase befindliches Manuskript ihres neuesten Krimis zeigt, in dem auch eine junge Frau ermordet und mit Schnitten gekennzeichnet wird, beginnt der Fall für die beiden Ermittler interessant zu werden.

Sie bewegen sich im Milieu von Schauspielern, Künstlern und Schriftstellern auf der Suche nach Antworten.

Als auch noch der Freund der Toten tot im Kronleuchter des Theaters gefunden wird, nimmt die Geschichte an Fahrt auf.

Ein dänisches Krimi-Debüt, das Lust auf mehr macht.

Hoffentlich 2019 bei Diogenes.


Verlag: BTB
ISBN: 978-3-442-75752-7
Preis: 16,00 €
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Der Schatten

Melanie Raabe, Rezension von Tanja Tenberg

Endlich ist er da, der dritte Roman der Kölner Autorin Melanie Raabe.

Wieder einmal beweist die Autorin ihr Können, eine Geschichte mit unerwarteten Drehungen und Wendungen zu erzählen.

Die junge Journalistin Norah ist gerade von Berlin nach Wien gezogen, weil sie dort einen neuen Job angenommen hat, weit weg von ihrem Exfreund.

Die Stadt im Januar ist trüb und grau, Norah fühlt sich einsam.

Eines Tages wird sie von einer Bettlerin auf der Straße angesprochen.

„Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Mit gutem Grund.

Und aus freien Stücken.“

Da ist natürlich ihr journalistischer Instinkt geweckt und sie beginnt zu recherchieren. Wer ist dieser Arthur Grimm? Was hat er vielleicht getan?

Und hat die Bettlerin tatsächlich sie gemeint? Nur wirres Zeug geredet?

Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und endet in einem unerwarteten Showdown am Prater.

Man verfolgt Norahs Geschichte atemlos, staunt über das Ende.

Mein persönlicher Tipp in diesem Herbst.

Bitte lesen Sie diesen Thriller unbedingt.


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43920-7
Preis: 9,99 €
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Ein notwendiges Übel

Abir Mukherjee, Rezension von Bernhard Söthe

Kalkutta 1920: 

Der Ex-Scotland-Yard-Kriminalbeamte Sam Wyndham ist seit einem Jahr bei der Imperial Police in Britisch-Indien als leitender Ermittler tätig. Die britischer Kolonialherrschaft über den größten Teil Indien steht zunehmend auf wackligen Füßen. Die indische Kongresspartei unter der Führung Mahatma Gandhis fordert immer vehementer die Unabhängigkeit. Alles, was diesen labilen Zustand noch weiter verschärfen könnte, will die britische Kolonialverwaltung unter allen Umständen vermeiden. So ist die Spitze der Verwaltung höchst alamiert, als in Gegenwart von Sam Wyndham der Thronfolger des unabhängigen, zwar kleinen, aber wegen ergiebiger Diamantenminen sehr reichen Fürstentums Sambalpur in Kalkutta auf offener Straße ermordet wird. Der Täter, offensichtlich ein Hindupriester, begeht Selbstmord, als er nach einer wilden Verfolgungsjagd durch Sam Wyndham keine Möglichkeit zu entkommen sieht. Um Unruhen zu vermeiden, will die britische Kolonialverwaltung die mysteriösen Hintergründe des Attentats möglichst rasch aufklären. Die Spur des mörderischen Priesters führt in die Heimat des toten Prinzen in das Fürstentum Sambalpur, wo es ein bedeutendes hinduistisches Heiligtum gibt. In dem formell unabhängigen Fürstentum hat Sam Wyndham als Angehöriger der Imperial Police keinerlei Amtsbefugnis, aber der Vater des ermordeten Prinzen, der Maharadscha von Sambalpur, beauftragt Wyndham, quasi undercover Ermittlungen aufzunehmen. Unter dem Vorwand, an den Beerdigungsfeierlichkeiten für den toten Thronfolger teilzunehmen, reisen Sam Wyndham und sein indischer Kollege Sergeant Banerjee in die Hauptstadt Sambalpurs, wo sie nicht allen Mitgliedern des fürstlichen Hofstaats willkommen sind...

Bereits der zweite Fall des Ermittlers Sam Wyndham und seines Sergeanten, aber völlig unabhängig von Band 1 lesbar. Der neue Band hat mir noch besser gefallen, ein stimmiger Kriminalplot mit überzeugender Auflösung. 


Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10169-7
Preis: 13,00 €
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Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Claire Douglas, Rezension von Julia Jahns

Francesca Howe erhält eines Tages an ihrem Arbeitsplan in London einen Anruf von Daniel, dem Bruder ihrer besten Freundin Sophie. Vor achtzehn Jahren ist diese spurlos verschwunden, die Indizien deuteten darauf hin, dass sie von dem einbruchgefährdeten Pier in ihrer Heimatstadt am Meer gestürzt und ertrunken ist. Nun sind Teile einer Frauenleiche angespült worden, die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um Sophie handeln könnte.

Nur widerwillig kehrt Frankie in ihren Heimatort zurück. Daniel, der damals in sie verliebt war, bringt sie in einer schönen Wohnung mit Blick auf das Meer unter. Er bittet sie, mit ihm zusammen herauszufinden, was damals passiert ist.

Frankie wird schnell von Erinnerungen gequält. Sie vermutet, dass Leon, Sophies damaliger Freund, etwas mit ihrem Tod zu tun haben könnte, denn Sophie hatte damals eine Zusage für einen Job in London bekommen und plante, die Stadt und damit ihn zu verlassen. Er lebt immer noch vor Ort, weigert sich aber, mit Frankie zu sprechen.

Als Frankie versucht, mehr über Sophie herauszufinden, erhält sie Drohbriefe, zudem wird sie nachts geweckt, weil sie ein Baby in der Wohnung unter ihr schreien hört, doch laut der Nachbarin wohnt kein Familie mit Säugling in dem Haus. Frankie, die zahlreiche Fehlgeburten hinter sich hat, verliert zusehends die Nerven. Als sie plötzlich immer wieder Sophie sieht, beginnt sie, an ihrem Verstand zu zweifeln ...

Spannender Thriller mit überraschendem Ende. Parallel zur Handlung werden immer wieder Tagebucheinträge von Sophie kurz vor ihrem Tod eingeblendet.


Verlag: Fischer
ISBN: 978365125523
Preis: 14,99 €
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Ich beobachte dich

Chevy Stevens, Rezension von Jutta Pollmann

Elf Jahre ist es her, dass Lindsay mit ihrer Tochter Sophie ihrem Mann entkommen ist. Der, den sie so geliebt hat, hatte ihr mit seiner Eifersucht, mit seinen Manipulationen, seiner Gewalt das Leben zur Hölle gemacht. Immer weniger konnte und durfte sie ohne sein Wissen tun, immer intensiver war seine Kontrolle geworden, immer weniger war sie sie selbst.

Dann kam die Nacht, in der sie mit Sophie fliehen wollte. Lange hatte sie alles vorbereitet. Andrew lag angetrunken auf dem Sofa und Lindsay schnappte sich ihre Tochter und verschwand. Doch irgendwann war Andrew doch aufgewacht und war ihr betrunkenen mit dem Wagen gefolgt. Dann passierte die Tragödie: er fuhr eine junge Frau an, die bei dem Unfall ums Leben kam. Und Andrew musste ins Gefängnis.

Nach der Flucht hatte Lindsay einen Neuanfang in Dogwood Bay an der Westküste Kanadas gewagt, ging putzen, mittlerweile hatte sie eigene Angestellte. Mit ihrer Tochter Sophie lebte sie ein neues Leben. Besuchte eine Selbsthilfegruppe von Frauen, die alle unter häuslicher Gewalt gelitten hatten und hatte mittlerweile auch wieder einen Freund. Und wenn sie ganz verzweifelt war, dann half ihr Marcus, der Leiter der Selbsthilfegruppe, in seiner ruhigen Art aus der Verzweiflung heraus.

Aber dann kam der Anruf ihres Bruders, der ihr mitteilte, dass Andrew wieder frei sei. Lindsay hatte gewusst, dass dieser Tag kommen würde, aber die Tatsache, dass es jetzt soweit war, machte ihr Angst. Würde er sie finden? Aber sie hatte alle Spuren verwischt. Doch Lindsay weiß nicht, dass Sophie ihrem Vater ins Gefängnis geschrieben hat, denn sie glaubt fest daran, dass ein Mensch sich ändern kann.

Aber an diesem Morgen kann Linday sich keine weiteren Gedanken zu dem Thema machen. Eine Putzfrau ist ausgefallen, sie mus diese Samstagsschicht übernehmen. Wie gewohnt stellte sie ihre Tasche im Flur ab, zieht die Stiefel aus, beginnt mit der Arbeit. Als sie kurz telefonieren will, wirft sie beim Herausholen des Handys ihr Tasche um, kümmert sich aber nicht weiter darum. Als sie später das Haus verlassen will, liegen die Sachen aus ihrer Handtasche geordnet über und neben einander, genauso wie Andrew es immer gemacht hat...

 

Ein außergewöhnlich spannender Psychothriller der kanadischen Autorin. Immer wenn man glaubt zu wissen, wer der Täter ist, nimmt die Geschichte eine ganze andere Wende. Dies war mein erster Krimi von Chevy Stevens, aber mit Sicherheit nicht mein letzter!

 


Verlag: DTV
ISBN: 978-3-423-21730-9
Preis: 9,95 €
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Final Girls

Riley Sager, Rezension von Kathrin Allkemper

"Final Girls"- so haben die Medien drei junge Frauen benannt, die alle einzig Überlebende grausamer Massaker sind. Lisa war die Erste, Jahre später ist es Samantha passiert und zuletzt Quincy. Kontakt zueinander haben die Frauen vermieden, um den Medien nicht noch mehr Futter zu bieten. Vor allem Quincy will nie wieder über das Geschehen in Pine Cottage reden. Als Studentin hatte sie mit ihren Freundinnen in einer Waldhütte gefeiert und die Party endete in einem blutigen Massaker, dass nur Quincy überlebt hat.

Mühevoll hat sie sich mittlerweile ein neues Leben aufgebaut und versucht, die grauenvollen Ereignisse von damals für immer hinter sich zu lassen. Doch dann wird Lisa tot aufgefunden und kurz darauf steht eine völlig verängstigte Samantha vor Ihrer Tür. Mit einem Schlag ist alles wieder da und den letzten beiden "Final Girls" kommt der Gedanke, dass vielleicht jemand sein Werk von damals vollenden möchte...

Düster, beklemmend und spannend...

 


Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31464-5
Preis: 20,00 €
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Der Kreidemann

C. J. Tudor, Rezension von Bernhard Söthe

Eine englische Kleinstadt, auf einem Jahrmarkt beginnt hier vor 30 Jahren die Geschichte.

Der 12jährige Eddie und seine Freundesclique bestaunen die Attraktionen des Rummels, aber sie haben auch ein Auge auf eine Gruppe gleichaltriger Mädchen, als ein folgenreicher Unfall passiert. Die Gondel eines Karussels stürzt herab und verletzt eines der Mädchen schwer. In dem Chaos auf dem Jahrmarktsgelände sieht Eddie auch einen neu in der Stadt angekommenen Lehrer, der auch an Eddies Schule unterrichtet. Eddie findet den stillen Mann unheimlich. Er und seine Freunde nennen ihn den "Kreidemann", weil der Lehrer immer ein Stück Kreide in der Hand hält. Nur mit der Kreide schafft er auf der Schultafel wahre Meisterwerke. Das animiert Eddie und seine Freunde, ebenfalls mit Kreide zu experimentieren. Die Jungen erfinden ein spannendes Spiel, sie kommunizieren mit auf Gehwegen und Hauswänden gemalten Kreidezeichnungen, deren geheime Bedeutung nur den Freunden bekannt ist. Aus dem Spiel wird bitterer Ernst, als die Kreidezeichen zu der Leiche eines ermordeten Mädchens im Wald führen. Der neue Lehrer, der Kreidemann, gerät unter Verdacht, das Mädchen getötet zu haben. Als er Selbstmord begeht, ist für die ermittelnde Polizei der Fall klar, und die Akte wird geschlossen. 

30 Jahre später erhält Eddie einen anonymen Brief, er enthält ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Galgenmännchens. Auch Eddies Jugendfreund, mit denen er nur noch sporadisch Kontakt hat, erhalten ähnliche Briefe. Nach einem Treffen der Jugendfreunde wird einer tot aufgefunden: ertrunken unter ungeklärten Umständen. 


Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-550-08150-7
Preis: 15,00 €
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Die Rache der Polly McClusky

Jordan Harper, Rezension von Kathrin Allkemper

Die 11jährige Polly McClusky geht nirgendwohin ohne ihren Teddybären, obwohl sie dafür eigentlich schon zu alt ist. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater. Ihren leiblichen Vater Nate kennt sie nicht wirklich, da er seit geraumer Zeit im Knast sitzt. Daher ist sie nahezu geschockt, als er eines Tages plötzlich auf dem Schulhof vor ihr steht und sie abholen will. Das kann nur bedeuten, dass er ausgebrochen ist...

Zu diesem Zeitpunkt ahnt Polly noch nicht einmal ansatzweise, wie radikal sich ihr Leben von diesem Tag an ändern wird. Nate hat sich im Gefängnis einen mächtigen Feind gemacht, der selbst aus dem Hochsicherheitstrakt noch Menschen ermorden lässt. Angefangen hat er mit Pollys Mutter, um sich an Nate zu rächen, und nun soll seine Tochter dran glauben. So beginnt eine abenteuerliche Flucht quer durch Kalifornien, auf der sich Vater und Tochter nicht nur näher kommen, sondern erkennen, dass sie sich ähnlicher sind, als zunächst vermutet. Und aus dem kleinen Mädchen mit dem Teddybär wird eine selbstbewusste kleine Kämpferin...Spannendes Roadmovie, das man in einem Rutsch wegschmökern kann.

 

 


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42235-3
Preis: 9,99 €
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Pendulum

Adam Hamdy, Rezension von Bernhard Söthe

London: John Wallace erwacht aus tiefer Betäubung und registriert benommen, dass er nicht alleine in seiner Wohnung ist. Ein vermummter, schwarz gekleideter Mann legt ihm eine Schlinge um den Hals und knüpft ihn an einem Balken im Wohnzimmer auf. Wallace glaubt, seine letzte Minute wäre gekommen, aber das Unwahrscheinliche geschieht. Als der Vermummte den Stuhl unter Wallace' Füßen wegstößt, bricht der morsche Balken, an dem er aufgehangen war, und er stürzt zu Boden. In dem Durcheinander gelingt es Wallace, dem Täter mit einem waghalsigen Sprung durch die Scheibe eines geschlossenen Fensters zu entkommen. Aus vielen Wunden blutend und mit einem Strick um den Hals springt er in den nächsten Bus, wo er ohnmächtig zusammen bricht. Auf der psychiatrischen Station eines Krankenhauses erwacht er. Alles deutet auf einen psychischen Zusammenbruch ubnd missglückten Selbstmordversuch hin, weder die Ärzte noch die Polizei glauben ihm die Geschichte mit dem vermummten Angreifer. Gegen seine Version spricht auch, dass der Vermummte keinerlei Spuren in Wallace' Wohnung hinterlassen hat, aber auf Wallace' Laptop ein gefälschter Abschiedsbrief gefunden wird. Wallace weiß absolut nicht, warum er Opfer dieses Mordanschlags geworden ist, er vermutet aber, dass der Täter nicht aufgeben wird. Dieser schafft es tatsächlich, sich Zugang zu der geschlossenen Abteilung des Krankenhauses zu verschaffen, wieder gelingt es Wallace, knapp zu entkommen, während der Killer im Krankenhaus mit äußerster Brutalität ein Blutband anrichtet. Nach der Flucht aus dem Krankenhaus weiß Wallace nicht wohin. In seine Wohnung kann er nicht, dort würde ihn der Mörder als erstes suchen. Wallace nimmt Kontakt zu seiner Ex-Freundin auf, die ihn tatsächlich aufnimmt. Um sein Leben zu retten, muss Wallace herausfinden, wer der Mörder ist und welches Motiv er hat ...

Ein temporeicher Action-Thriller. Mit über 600(!) Seiten ein perfektes Buch für den Urlaub. Auch Fans von Dan Brown dürften an dieser raffinierten Verschwörungsgeschichte Gefallen finden.


Verlag: Kiepenheuer und Witsch
ISBN: 978-3-462-05124-7
Preis: 14,99 €
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Lost in Fuseta - Spur der Schatten

Gil Ribeiro, Rezension von Bernhard Söthe

Statt Portugal-Krimi müsste es eigentlich Algarve-Krimi heißen, aber bei einem so lesenswerten Buch wollen wir nicht kleinlich sein. Es ist der zweite Band der "Lost in Fuseta"-Reihe. Bereits der erste Band hat es überraschend auf die Bestsellerliste geschafft.Auch im neuen Band beginnt die Geschichten wieder in Fuseta, einem kleinen Fischerort an der östlichen Algarveküste, und wir begegnen wieder dem Personal aus dem ersten Band. Es sind u.a. der Kripobeamte Carlos Esteves, der permanent Kaloriennachschub braucht, um zu funktionieren, seine Vorgesetzte Graciana Rosado, die kommissarische Leiterin der Poilicia Judiciaria, der Kriminalpolizei in der Provinzhauptstadt Faro (ihr Vorgänger im Amt ist zur Zeit unabkömmlich, siehe Band 1) und natürlich der im Titel auftauchende Leander Lost, Kriminalbeamter aus Hamburg, durch ein Austauschprogramm an der Algarve gestrandet. Lost ist Asperger-Autist, d.h., er kann sich nicht in die Gefühle anderer Menschen hinein versetzen. Ganz alltägliche Interaktionen zwischen Menschen sind ihm ein Rätsel. Ironie und Witze versteht er nicht. Da er außerdem unfähig ist zu lügen - selbst die kleinste Notlüge kommt ihm nicht über die Lippen - , gilt er als Exot und als nicht teamfähig. Was wohl auch der Grund ist, weshalb ihn seine Vorgesetzten in Hamburg gerne zum Austausch schickten. Einige Fähigkeiten, die das menschliche Miteinander leichter machen, fehlen ihm komplett. Dafür hat Lost andere Begabungen, z.b. sein fotografisches Gedächtnis, das wesentlich zur Ergreifung des Täters im ersten Band beigetragen hat.

Im neuen Fall geht es um den Mord an einer älteren Polizeikollegin, die bei der guardia civil in einem Dorf nördlich von Fuseta stationiert war. Als die als sehr zuverlässig bekannte Beamtin nicht zum Dienst erscheint, starten ihre Kollegen eine groß angelegte Suchaktion. Nur durch einen Zufall wird die Leiche der Vermissten in einem alten Brunnenschacht an der West-Algarve gefunden. Nicht nur der Mord an der Kollegin sorgt für Unruhe, auch personelle Veränderungen. So bekommt die Kripo in Faro eine neue Chefin. Es ist nicht wie erwartet Graciana Rosado, die die Dienststelle seit einiger Zeit kommissarisch leitet, sondern eine Kollegin aus Nordportugal, deren Vater zufällig der Polizeipräsident von Porto, der zweitgrößten portugiesischen Stadt ist. Familiäre Bindungen und Vitamin B, man kennt sich und man hilft sich, sind in Portugal sehr wichtig. Manchmal ist das von Vorteil und manchmal eben nicht.

Oft ist es so, dass der erste Band einer neuen Reihe so fulminant ist, dass der zweite dagegen abfällt. Das Strickmuster ist ähnlich, das Personal bekannt. In diesem Fall ist das nicht so. Das Lokalkolorit ist mindestens so gut wie im ersten Band, aber die Personenbeschreibungen sind exakter. Besonders die Gestalt des Leander Lost gewinnt deutlich an Kontur, auch der Kriminalfall ist plausibler. Nach dem Lesen dieses Bandes wünscht man die Fortsetzung dieser Reihe und der ungewöhnlichen Hauptperson.

Até breve, caro Signor Lost, wie man auf portugiesisch sagt - Bis bald, lieber Herr Lost!


Verlag: DTV
ISBN: 978-3-423-26196-8
Preis: 15,90 €
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Nachtwild

Gin Phillips, Rezension von Bernhard Söthe

"Ein großartig geschriebenes Buch, klug und unwiderstehlich. Phillips dosiert die Spannung bis aufs Mikrogramm genau - auch nur das kleinste bisschen mehr wäre unerträglich" (The New York Times)

Ein wunderschöner Tag, wie so viele zuvor. Aber aus einem harmlosen Ausflug wird ein absoluter Albtraum. Auch an diesem Tag ist Joan mit ihrem vierjährigen Sohn Leo wie so oft im Zoo. Der Zoo ist Leos bevorzugter Abenteuerspielplatz. Auch Joan ist hier gerne, hier gibt es keine Autos, die Leo gefährlich werden könnten, außerdem gibt es genug Attraktionen, um den intelligenten Burschen bei Laune zu halten. Auch an diesem Tag mag sich Leo nicht von diesem spannenden Ort trennen. Aber die Schließungszeit naht, und Joan und Leo sind auf dem weitläufigen Gelände noch weit vom Ausgang entfernt. Joan drängt den trödelnden Leo zur Eile. Der Jahreszeit entsprechend dämmert es bereits. Als der Ausgang in Sicht kommt, bemerkt Joan dort ungewohnte Unruhe. Menschen laufen aufgeregt hin und her. Laute Geräusche. Können das Schüsse sein? Menschen stürzen zu Boden. Schnell wird klar, der Zoo ist Ziel eines Terrorangriffs. Einige (wie viele?) Männer mit Schnellfeuergewehren sind in das Zoogelände eingedrungen und töten wahllos Menschen und Tiere. Leider kann unrealistisches Szenario, die Gewaltexzesse durchgeknallter Waffennarren in den USA sprechen für sich.

Joan schnappt sich Leo und rennt weg vom Eingangsbereich des Zoos. Am anderen Ende des Parks gibt es ein kleines Wäldchen. Dort - so hofft sie -  kann sie sich mit ihrem kleinen Sohn verstecken. Nachdem die Killer im Eingangsbereich des Zoos ein Blutbad angerichtet haben, beginnen sie auf der Suche nach weiteren Opfern das Zoogelände zu durchkämmen. Joan versucht, ihren durch die ungewohnte Situation geschockten Sohn zu beruhigen und still zu halten. Panisch überlegt sie, wo es auf dem unübersichtlichen Zoogelände für Leo und sie am sichersten sein könnte. Über ihr Handy hat Joan Kontakt mit ihrem Mann. Nach einer gefühlten Ewigkeit hört sie endlich die Sirenen der vor dem Zoogelände eintreffenden Rettungskräfte. Natürlich wissen die Polizisten nicht, um wieviele Täter es sich handelt und wo sie sich auf dem Gelände befinden. Joan mit ihrem nicht mehr ganz leichten Sohn auf den Hüften irrt von Versteck zu Versteck. Und sie sind nicht die Einzigen, die sich vor den Killern in Sicherheit bringen wollen. Joan tut - und unterlässt - Dinge, die sich in ihren übelsten Albträumen nicht hätte vorstellen können.

 


Verlag: btb
ISBN: 9783442716746

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland, Rezension von Karin Bucconi

Vivian Miller arbeitet bei der CIA. Sie ist Spezialistin für Spionageabwehr und wohnt mit Mann und Kindern in einem Vorort von Washington D.C. Matt, ihr Ehemann, ist IT-Spezialist, und die vier führen ein gutes Leben. Vivian arbeitet seit langem daran, ein Nest russischer Spione in den USA auffliegen zu lassen, und sie hat endlich entdeckt, wie das gelingen kann. Ihr gelingt der Zugriff auf den besonders gesicherten Computer eines Agentenbetreuers, und sie öffnet eine Datei, die fünf Fotos von sogenannten "Schläfern" enthält, die alle auf amerikanischem Boden operieren, das Land allmählich destabilisieren wollen. 

Sie klickt weiter, und plötzlich steht ihr Leben Kopf, sind ihre Kinder, ist ihre Ehe und auch ihr Job gefährdet, wenn sie weiter recherchiert. Hat ihr Mann sie all die Jahre hindurch angelogen, sogar nur ihre Nähe gesucht, um an geheimes Wissen zu gelangen? Sie hat geschworen, ihrem Land zu dienen und es vor Feinden von innen und außen zu schützen, aber- auf den Trümmern ihres Lebens? Ein Seitenwechsel kommt für sie nicht infrage. Der Verdacht, den sie hat, und der sich bestätigt, lässt ihr eigentlich keine Wahl, also- was tun?

Ein richtig spannender Agenten-Thriller, den man laut Grisham geradezu "verschlingt".


Verlag: Atrium
ISBN: 9783855350179
Preis: 28,00 €
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64

Hideo Yokoyama, Rezension von Bernhard Söthe

 

Ein hierzulande unbekannter japanischer Autor har es mit einem 768 (!) Seiten starken Buch auf die Krimi-Bestenliste der "Zeit" geschafft. Der Verlag druckt bereits an der 3. Auflage. Dem europäischen Leser öffnet sich in diesem Krimi eine sehr fremde, sehr exotische Welt.

Japan ist verwaltungstechnisch in Präfekturen eingeteilt, wohl vergleichbar mit unseren Bundesländern. Die Polizeibehörden sind diesen Präfekturen untergeordnet. Die Struktur dieser Behörden ist völlig anders als bei uns. Eine Behörde ist für die eigentliche Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei zuständig. Eine zweite Behörde ist nur für die Verwaltung des Polizeiapparates zuständig. Beide Behörden haben eine eigene Beamtenhierarchie mit eigenwilligen Chefs an der Spitze. Konflikte und Kompetenzgerangel zwischen diesen Behörden sind vorprogrammiert.

Yoshinabu Mikami ist Beamter bei den Ermittlern der Kripo, wird aber zum Chef der Presseabteilung befördert. Die Presseabteilung ist aber Teil der polizeilichen Verwaltungsbehörde, für Mikami vermintes Gelände, zumal die Pressearbeit (eine japanische Spezialität?) alles andere als einfach ist. Zwar gibt es im Verhältnis Polizei - Presse strikte Regeln, die aber nicht unbedingt eingehalten werden, und der Umgangston zwischen den Mitarbeitern der Polizeibehörden und Pressevertretern ist mir "rüde" noch zurückhaltend umschrieben.

Mikamis erste Bewährungsprobe als neuer Leiter der Pressestelle ist die Organisation und pressetechnische Begleitung des Besuches eines der höchsten Polizeioffiziere aus der übergeordneten Behöre in Tokio. Wenn bei Planung und Durchführung dieses hochwichtigen Besuches alles klappt, winken Beförderungen, wenn nicht, rollen Köpfe. Der Besuch des Beamten aus Tokio soll die ins Stocken geratenen Ermittlungen in einem Entführungs- und Mordfall wieder in Gang bringen. Der Kriminalfall liegt 14 Jahre zurück, wurde nie aufgeklärt und jetzt droht die Verjährung. Bei den ursprünglichen Ermittlungen in diesem Fall - ein gerade siebenjähriges Mädchen wurde ermordet - kam es aufgrund einer technischen Panne dazu, dass der Täter unerkannt entkommen konnte. Dieser alte ungelöste Fall trägt die Nummer 64, was den Titel des Buches erklärt. Diese verhängnisvolle Panne bei den Ermittlungen ist von den damals beteiligten Beamten vertuscht worden und wurde der Öffentlichkeit nie bekannt. Mikamis Vorgesetzte erwarten, dass er dafür sorgt, dass diese Ermittlungspanne weiterhin nicht bekannt wird.

Der Besuch aus Tokio ist noch nicht eingetroffen, da passiert ein neuer Entführungsfall, der wie eine Blaupause des ersten wirkt!

In all diesem beruflichen Chaos hat Mikami auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Seine einzige Tochter, mitten im schwierigsten Pubertätsalter, ist seit Tagen verschwunden...

Ein Krimi der Extraklasse, bei dem es dem Autoren meisterhaft gelingt, alle losen Handlungsstränge schlüssig zu verbinden, aber es ist kein Krimi, der mal eben an einem verregneten Wochenende weggelesen werden kann, dies ist ein Krimi für "erfahrene" Leser. Ausdauer (768 Seiten!) und ein Faible für Japan hilft.

Hilfreich auch das Personenverzeichnis am Anfang des Buches (warum nur fangen so viele Namen in diesem Buch mit "M" an?) und ein Glossar mit japanischen Ausdrücken und Besonderheiten.

 


Verlag: DTV
ISBN: 978-3-423-26179-1
Preis: 16,90 €
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Oxen - Der dunkle Mann

Jens Henrik Jensen, Rezension von Bernhard Söthe

Der zweite Teil der Bestseller-Trilogie aus Dänemark um den hochdekorierten und hochtraumatisierten Ex-Soldaten Niels Oxen. Im ersten Band "Oxen - Das erste Opfer" hatten er und Margarethe Franck, hochrangige Mitarbeiterin des dänischen Geheimdienstes, eine mafiaähnliche Geheimgesellschaft aufgespürt, deren Mitglieder höchsten gesellschaftlichen und politischen Kreisen Dänemarks angehören und die mittels dieser Geheimgesellschaft versuchen, ihre obskuren Pläne durchzusetzen. Dazu sind ihnen alle Mittel recht, auch vor "finalen Lösungen", sprich: Mord, schrecken sie nicht zurück. 

Und durch einen Mord, dem später weitere folgen, sind Niels Oxen und Margarethe Franck, die zunächst nur sehr widerwillig kooperierten, auf die Existenz dieser Geheimorganisation, die sich "Danehof" nennt und ihre Ursprünge bis tief ins dänische Mittelalter zurückführt, gestoßen. Die Mitglieder des "Danehofs" initiieren eine gnadenlose Jagd auf Niels Oxen, um ihre Anonymität zu schützen. Mit Hilfe Margarethe Francks schafft es Oxen mit knapper Not, diversen Mordanschlägen zu entkommen. Es gelingt Oxen und Franck aber nicht, den "Danehof" bloßzustellen und dessen Einfluss auf die dänische Politik zu stoppen. Dabei spielt Margarethe Francks charismatischer Vorgesetzter, der Chef des dänischen Geheimdienstes "Pet" eine mehr als undurchsichtige Rolle. 

Oxen hat Schrifstücke und Videoaufnahmen, die das Führungspersonal des streng geheimen "Danehofs" schwer belasten würden, als Lebensversicherung für sich beiseite geschafft und versteckt. Im Auftrag des "Danehofs" versucht eine Truppe international tätiger Söldner, Oxen und die brisanten Beweisstücke aufzuspüren und zu beseitigen. Oxen taucht unter und versteckt sich zunächst als Hilfsarbeiter bei einem alten Fischzüchter tief in der dänischen Provinz. Trotz Oxens fast an Paranoia grenzender Vorsichtsmaßnahmen wird er dort aufgespürt und muss seinen Unterschlupf aufgeben. Die Söldner ermorden den alten Fischer und manipulieren die Tatwaffe so, dass Oxen als Täter dasteht. Mit Hilfe ehemaliger Kollegen bei der Armee kann Oxen schwerverletzt sowohl der Polizei, die ihn als Mörder des Fischzüchters sucht, als auch den Killern des "Danehofs" bei einer irrwitzigen Verfolgungsjad quer durch Dänemark bis nach Schweden entkommen. Auch in diesem Fall spielt der Geheimdienstchef Massmann eine zwielichtige Rolle. Obwohl er Oxens Flucht unterstützt, bleibt unklar, auf wessen Seite er steht. 

In der Leitung des "Danehofs" hat ein Generationenwechsel stattgefunden. Die neuen Führungspersönlichkeiten sind noch skrupelloser als ihre Vorgänger. Man kann diesen zweiten Band der Trilogie durchaus unabhängig vom ersten lesen, da "was bisher geschah" äußerst geschickt in die Handlung dieses Bandes eingeflochten ist. Auf den dritten Band darf man gespannt sein.


Verlag: Fischer
ISBN: 9783596297801

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Nicht ein Wort

Brad Parks, Rezension von Karin Bucconi

Auch in eine Familie, in der eine heile Welt zuhause ist, kann kann das Unglück einziehen.

In diesem Fall steht Scott Sampson, Richter am Bundesgericht in Virginia im Mittelpunkt. Er wohnt mit seiner Frau und den sechsjährigen Zwillingen in einem schönen Farmhaus. Die Eltern unternehmen viel mit den Kleinen. So ist z. B.  Mittwochs "Papaschwimmen" angesagt. Aber dieses Mal soll das Ritual unterbrochen werden. Scotts Frau schreibt ihm, sie wolle die Kinder selbst abholen. Aber- als Alison nach Hause kommt, sind die Zwillinge nicht da, und Alison weiß nichts von einer Nachricht, die sie abgesetzt haben soll...

Es dauert nicht lange, da melden sich die Entführer. Sie verlangen absolutes Stillschweigen von den Eltern, die andernfalls sie deren Leben auf`s Spiel setzen. Scott soll ein Urteil im Sinne der Entführer fällen. Scott, der gerne Richter ist, kennt seine Macht, aber seine persönliche Integrität ist ihm wichtig. Jetzt aber will er tun, was die Entführer verlangen. Als er den kleinen Sam als Belohnung für ein entsprechendes Urteil zurück bekommt, bleibt Emma bei den unberechenbaren Entführern zurück...

Ein sehr spannender Krimi auf hohem sprachlichem Niveau. 

 


Verlag: Blanvalet
ISBN: 9783764506414
Preis: 15,00 €
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The Woman in the Window

A.J.Finn, Rezension von Jutta Pollmann

Anna Fox ist Kinderpsychologin. Doch sie behandelt keine Patienten mehr in einer Praxis, sondern hat nur noch einen Blog im Internet. Denn Anna Fox verlässt ihr Haus nicht, niemals, auf keinen Fall. Seit einem traumatischen Erlebnis leidet sie unter Agoraphobie. Große Plätze, Weite, Menschenmassen verursachen eine enorme Angst bei ihr, sie hyperventiliert, kann sich nicht mehr bewegen, wird ohnmächtig.

Ihr Leben findet nur noch zuhause statt. Sie schaut alte schwarz-weiß Krimis, trinkt (zu viel) Rotwein und beobachtet – wenn sie nicht gerade Patienten im Chat behandelt – durch ihre Kamera die Umgebung. Die Medikamente, die ihr Psychiater ihr verschreibt, lässt sie sich ins Haus liefern, ebenso das Essen. Und wenn doch mal was geholt werden muss, macht das ihr Untermieter, der das riesige Haus ein bisschen bewohnter erscheinen lässt.

Tag für Tag beobachtet sie durch ihre Kamera ihre Nachbarschaft. Gegenüber sind gerade neue Leute eingezogen, die Russells, Vater, Mutter und Sohn. Viel weiß sie von ihnen noch nicht, nur dass der Junge ein bisschen schüchtern wirkt. Als Halloween ein paar Jungs ihre Haustür mit Eiern bewerfen, versucht Anna sie zu vertreiben, doch ihre Angst lässt sie vor der Tür zusammenbrechen. Jane Russell, die neue Nachbarin bringt sie wieder ins Haus.

Ein paar Tage später bemerkt Anna im Haus gegenüber einen Streit. Sie kann nichts verstehen, aber die beiden Eltern schreien sich an und dann hält sich Jane plötzlich die Brust. Anna sieht einen roten Fleck, der immer größer wird, sieht dass Jane fällt und Anna schreit, rennt zur Tür, doch da packt sie die Klaue der Angst, wie in Zeitlupe bewegt sie sich, aber sie schafft es, die Tür zu öffnen, die wenigen Stufen hinunterzugehen, zum Bürgersteig zu kommen, doch dann...

Als sie wieder wach wird, sitzt sie wieder in ihrem Haus, Menschen stehen neben ihr, die sich als Polizeibeamte ausweisen. Anna versucht ihnen klar zu machen, dass gegenüber ein Mord geschehen ist, doch niemand glaubt ihr: auf dem Tisch die leere Rotweinflasche, im Fernsehen, der alte schwarz-weiß Thriller, auf der Anrichte die Psychopharmaka, die auch Halluzinationen verursachen können. Wie soll man dieser Frau glauben, dass gegenüber ein Mord geschehen ist?

Zum Beweis, dass alles in Ordnung ist, kommt Mr. Russell mit seiner Frau herüber, um Anna zu beweisen, dass diese nicht tot ist. Doch das ist nicht Jane...

 

Ein toller Krimi, der an Hitchcocks „Fenster zum Hof“ erinnert (den ich mir auch gleich nochmal angesehen habe). Ein Debüt, das zur Zeit verfilmt wird.  Absolut LESENSWERT!


Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06086-8
Preis: 16,00 €
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Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin, Rezension von Kathrin Allkemper

New Orleans, 1919. Ein mysteriöser Mörder, von der Presse nur Axeman genannt, versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Wie der Name schon sagt, mordet er nicht gerade auf die unblutige Art und ein Schema ist auch nicht wirklich zu erkennen. Scheinbar wahllos sucht er seine Opfer nachts in ihren Häusern auf. Detective Michael Talbot ist ihm auf der Spur und vermutet zunächst, dass die Mafia, die sogenannte blackhand, hinter allem steckt. Genau aus diesem Grund engagiert die wiederum Luca D´Andrea, einen ehemaligen Polizisten, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Er hat zuvor schon für die blackhand ein doppeltes Spiel gespielt und soll nun beweisen, dass diese nicht hinter den Morden steckt. Bei seinen Ermittlungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis er auf Talbot trifft, seinen einstigen Schützling, der ihn dann an die Polizei verpfiffen hat. Und dann gibt es da noch die junge Ida, Sekretärin in einer Privatdetektei, die nicht länger nur Zettel sortieren will. Zusammen mit ihrem guten Freund, dem Jazztrompeter Louis Armstrong, beginnt sie, auf eigene Faust nach dem axeman zu suchen....

Celestin verwebt geschickt Fiktion und wahre Begebenheiten in diesem sehr, sehr spannenden Krimi. Zwischen 1918 und 1919 tötete der Axeman 6 Menschen in der Stadt des Blues.


Verlag: Unionsverlag
ISBN: 978-3-293-00528-0
Preis: 22,00 €
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Leiser Tod

Garry Disher, Rezension von Kathrin Allkemper

Melbourne, Australien. Inspector Hal Challis hat sich durch ein unbedachtes Statement Ärger mit sämtlichen Vorgesetzten eingefangen. Seine Kritik an den Budgetkürzungen und den daraus resultierenden, nicht aufgeklärten Verbrechen, landet in der Zeitung und Hal erlangt zweifelhafte Prominenz. Der Chef tobt, die Kollegen jedoch bewundern seine – wenn auch unfreiwillige- Offenheit. Da bekommt Hal einen besonders heiklen Fall auf den Tisch. Eine junge Frau taucht völlig verwirrt und verletzt auf und behauptet, ein Polizist habe sie vergewaltigt. Ein Polizist oder jemand in einer geklauten Uniform? Während die Ermittlungen fieberhaft laufen, gibt es ein zweites Opfer. Diesmal überlebt die junge Frau nicht. Ausgerechnet jetzt ist Hals Partnerin und Expertin für Sexualstraftaten Ellen zu Fortbildungen in Europa...Parallel dazu treibt sich eine Meisterdiebin im Umland herum. Sie bricht scheinbar mühelos in jedes Anwesen ein und ist einfach nicht greifbar. Keine Alarmanlage oder Überwachungskamera kann sie einfangen, sie agiert wie ein Phantom. Das geht solange gut, bis sie selbst von der Jägerin zur Gejagten wird. Irgendwann werden die verschiedenen Fälle geschickt über Hal miteinander verknüpft.

Wie immer in den preisgekrönten Krimis von Garry Disher gibt es neben der Krimihandlung auch gesellschaftskritische Ansätze und wieder eine sehr gelungene Darstellung der verschiedenen Charaktere.

 


Verlag: Dumont
ISBN: 9783832197766
Preis: 22,00 €
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Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

Oliver Bottini, Rezension von Karin Bucconi

Oliver Bottini war mir bekannt durch seine Krimis um die Freiburger Hauptkommissarin Louise Boni, die ich allesamt gerne gelesen habe, aber sein neuester Kriminalroman ist unvergleichlich und übertrifft die bisherigen. Zu Recht erhielt er den Deutschen Krimipreis 2018 für dieses Buch.

Zwei Regionen stehen im Mittelpunkt der Geschichte: Mecklenburg Vorpommern und West-Rumänien. Beide nach 1989 gleichermaßen betroffen von Landraub und Enteignung und gleichzeitiger Verarmung der Bevölkerung. Es gab wenige Gewinner, aber massig Verlierer.

Der Krimi beginnt mit einem furchtbaren Unfall. Auf dem Weg in die Ferien nach Dänemark gerät Maik Winters Auto in einen Sandsturm. Er kracht auf den Vordermann, während sich ein LKW auf seinen Wagen schiebt. Nur er überlebt. Seine Ehefrau und seine beiden Kinder, die nicht ins langweilige Dänemark wollten, sterben. Nur mühsam rappelt er sich wieder auf und fängt drei Jahre später, in der Nähe von Temesvar/Rumänien, neu an. Hier wohnt Jörg Marten, sein Freund, Mecklenburger wie er. 2005 hat er, nachdem man ihn in der ehemaligen DDR über`s Ohr gehauen hatte, ein Gut gegründet und will nun für seine Tochter Lisa eine Pferdezucht aufbauen. Die aber findet den Landstrich langweilig und möchte zurück nach Berlin.

Lisa wird eines Morgens brutal vergewaltigt und ermordet, und ein Täter ist schnell ausgemacht. Es soll ein junger Landarbeiter sein, in den sich Lisa verliebt hatte.

Ioan Cozma von der Kripo und sein Kollege Cippo sollen den Fall -u.a. in Mecklenburg-Vorpommern- aufklären. Cozma, dessen jüdischer Vater von den Nazis ermordet wurde, schloss sich seinerzeit in seinem antifaschistischen Wahn Ceausescu an und hat selbst Schuld auf sich geladen, weil er mehr als einen Menschen zu Tode gefoltert hat. Ihm und Cippo sitzen zudem Antikorruptionsermittler im Nacken, denn in Rumänien lief und läuft auch heute nichts ohne Schmiergeld.

Die Morde sind sicher wichtig für die Spannung, aber gleichrangig ist das, was man über den Landraub durch Großkonzerne und die Verarmung ganzer Bevölkerungsstriche erfährt, über Trauer, Leid und Menschlichkeit...

Dieses Buch gehört in jedes Bücherregal! Ich legen es Ihnen aus Überzeugung ans Herz.

 


Verlag: Piper
ISBN: 9783492057578
Preis: 20,00 €
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Kühn hat Ärger

Jan Weiler, Rezension von Karin Bucconi

Jan Weiler, bekannt geworden mit "Maria, ihm schmeckt`s nicht" und zuletzt mit dem "Pubertier" und "Im Reich der Pubertiere" hat seinen zweiten Kriminalroman geschrieben. Den habe ich nun zuerst gelesen, empfehle aber auch "Kühn hat zu tun" zu lesen. Es ist nicht unbedingt notwendig, aber allemal erhellend.

Ein junger Libanese ist brutal zu Tode geprügelt worden. Er wohnt in der Satellitenstadt Neuperlach im Südosten Münchens und stammt aus schwierigen sozialen Verhältnissen. So klingt es wie ein Märchen, dass sich Julia, die Tochter der caritativ engagierten van Hautens, die in einem Nobelviertel der Stadt wohnen, in ihn verliebt. Aber- die Familie ist liberal und ohne Vorurteile. Der Junge wird sogar in die Clique des Sohnes aufgenommen und bricht mit den Jungs, mit denen er bis dato rumhing. Was also ist aus dem Ruder gelaufen?

Martin Kühn, 44 Jahre alt und nach einem Burnout gerade erst wieder im Dienst, ist ratlos. Der zweite Frühling mit seiner Frau scheint schon wieder vorbei, und als eine Kollegin ihm während eines Seminars für Führungskräfte schöne Augen macht, ist das Balsam für seine Seele, und er landet mit ihr im Bett. Der Kater am nächsten Morgen ist groß. Das schlechte Gewissen unerträglich.

Die Ermordung des Jungen macht ihm zu schaffen, und wie Amir ist er bei den Ermittlungen irgendwie vom Lebensstil und der Wohltätigkeit der van Hautens beeindruckt. Ihm bleiben, nach Abzug aller Unkosten, gerade einmal 500 Euro von seinem Gehalt, und wenn seine Frau nicht auch arbeiten würde, ginge gar nichts. Er  ist unsicher, ob er endlich befördert wird, denn sein Freund und Kollege legt sich gerade mächtig ins Zeug. Und dann ist da die  Angst, sein Häuschen könnte auf vergiftetem Boden stehen, und  zu allem Überfluss macht Kühn eine ungeklärte Erkrankung zu schaffen.

In diesem Buch wie auch im ersten stehen nicht nur die Morde im Mittelpunkt des Geschehens. Christine Westermann nennt den ersten Band ein großes Buch über die kleinen Leute, " gut beobachtet, zurückhaltend geschrieben und vielleicht gerade deshalb so gut".

Das gilt auch für "Kühn hat Ärger", und ich freue mich schon auf Fortsetzungen, auf weitere Krimis, die nicht blutrünstig, aber sozialkritisch und auch ein wenig warmherzig sind.

 

 


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442314096
Preis: 14,99 €
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Die Rivalin

Michael Robotham, Rezension von Karin Bucconi

Zwei Frauen, zwei Leben, zwei Erzählstränge.

Agatha und Megan stehen im Mittelpunkt der Handlung, zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Agatha, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt, und schon früh Gewalt und Missbrauch erfahren hat, arbeitet als Regalauffüllerin in einem Supermarkt. Sie ist schwanger, und ihr Chef, der sie ohnehin nicht mag, hat schon angekündigt, dass ihr Arbeitsverhältnis nicht verlängert wird. Agathas Freund ist Marinesoldat, erfährt in der Ferne erst spät von seiner Vaterschaft und glaubt nicht so recht daran. Eigentlich wollte er sich von seiner Freundin trennen. Agatha überzeugt ihn schließlich. Sie weiß schon seit langem, wie sie leben will, nämlich wie

MEGAN

die zwei Kinder hat, das dritte erwartet und mit einem erfolgreichen Fernsehjournalisten verheiratet ist. Jack ist zwar zunächst nicht begeistert über den erneuten Familienzuwachs, freut sich dann aber doch.

Agatha weiß fast alles über Megan: was sie gern isst, wie die Kinder heißen, wo sie mit ihren Freundinnen abhängt, wie der Grundriss ihres Hauses aussieht uvm. Hört sich nach Stalking an und ist es in gewisser Weise auch. Aber- es kommt viel schlimmer. Agatha schleicht sich regelrecht in Megans Leben und die beiden freunden sich ein wenig an, wobei Megan nicht die geringste Ahnung hat, worauf sie sich einlässt!

Unabhängig von den Geheimnissen, die Agatha hütet, ist auch sie verwundbar. Sie hat einmal mit dem besten Freund ihres Mannes geschlafen, und der will nun den Beweis dafür, dass das Kind nicht seines ist. 

Zwar ist  die Entwicklung der Geschichte vorhersehbar,  das Buch  war dennoch sehr spannend und gut zu lesen.

 


Verlag: Penguin
ISBN: 9783328102229
Preis: 13,00 €
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Summer Girls

Jobien Berkouwer, Rezension von Jutta Pollmann

Pferde einfangen?!? Das ist nicht gerade der Job, den Lot van Dijk sich vorgestellt hat, als sie von Amsterdam in einen kleinen Ort in der Region Twente versetzt wird. Schließlich ist sie Profilerin und nicht Pferdefänger. Doch dann wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Aufgehängt in einer alten Salzhütte, ist sie von dem ehemaligen Soldat Zacharias gefunden worden. Ist es vielleicht Lisanne, das Mädchen, das vor einem Jahr vom Sommerfest verschwand und nie wieder auftauchte? Sie war kurz mal Zacharias Freundin. Er gehört auch schnell zum Kreis der Verdächtigen, zumal Lisannes Eltern bis heute glauben, er habe was mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun.

Lot wirft ihr ganzes Wissen als Profilerin in die Waagschale, erstellt ein Täterprofil, doch die allesamt männlichen Kollegen halten nicht viel von dem Schnickschnack aus der Großstadt. Früher hat man hier auch Täter gefasst, ohne dass so eine Wichtigtuerin aufgetaucht ist.

Schon bald wird eine zweite Mädchenleiche gefunden und Lots Kollegen müssen eingestehen, dass diese mit ihrem Profil, mit ihrer Einschätzung, der Täter würde wieder zuschlagen, Recht hatte. Trotz allem, kommen sie mit ihren Ermittlungen nicht weiter.

Doch dann verschwindet noch ein Mädchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Doch Lot kann sich nicht auf ihren Vorgesetzten verlassen, der mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist. Nun muss sie handeln.

 

Ein Erstling aus den Niederlanden, der packend geschrieben ist, von einer Autorin, die weiß, wovon sie spricht. Jobien Berkouwer arbeitete 15 Jahre als Hauptkommissarin bei der niederländischen Polizei. Heute ist sie Profilerin. Spannend bis zur letzten Seite.


Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2622-8
Preis: 20,00 €
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Totenweg

Romy Fölck, Rezension von Kathrin Allkemper

Mit diesem Fall beginnt eine neue spannende Krimireihe um die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Als ihr Vater brutal zusammengeschlagen wird, kehrt die junge Kommissarsanwärterin Frida von Hamburg auf den elterlichen Bauernhof in der Elbmarsch zurück. Lange Zeit hat sie sich dort nicht blicken lassen und das Verhältnis zu den Eltern ist auch nicht das beste. Der Ort hängt für Frida mit dem Tod ihrer besten Freundin zusammen, die dort im Alter von 14 Jahren ermordet wurde. Frida hat die Leiche damals gefunden und kennt auch den Mörder, allerdings war sie damals selbst noch ein Kind und verständlicherweise durch den Vorfall sehr verstört. Da der Täter ihr unmissverständlich klargemacht hat, dass ihr dasselbe Schicksal blüht, wenn sie etwas verrät, hat sie dem ermittelnden Beamten Bjarne Haverkorn gegenüber beharrlich geschwiegen. Doch nun ist sie wieder da und trifft erneut auf Haverkorn, der den Mordversuch an ihrem Vater untersucht. Während Frida Angst vor dem Zusammentreffen hat, sieht Haverkorn darin die Chance, den Cold Case wieder aufzunehmen und vielleicht endlich zu lösen. Doch zuvor müssen in diesem Dorf noch einige andere Geheimnisse auf den Tisch.

Sehr spannende Atmosphäre und auf jeden Fall eine tolle neue Alternative für alle Neuhaus-Fans.


Verlag: Rütten&Loening
ISBN: 978-3-352-00910-5
Preis: 14,99 €
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Während du schläfst

Kathryn Croft, Rezension von Kathrin Allkemper

Taras Leben ist alles andere als langweilig. Gerade erst ist ihr Mann Noah nach einer zeitweiligen Trennung wieder zurück in das gemeinsame Haus gezogen, da macht ihre 17jährige Tochter Rosie mal wieder Ärger. Daher freut sich Tara ganz besonders auf ein „familienfreies“ Wochenende. Noah muss geschäftlich verreisen und die Kinder gehen zu den Großeltern, so dass sich Tara in aller Ruhe dem Malen widmen kann. Als ihre Nachbarin und Freundin Serena sie am Abend bittet, auf ein kurzes Schwätzchen zu ihr zu kommen, ahnt Tara nicht, dass diese Nacht ihr Leben verändern wird. Statt Serena öffnet nämlich ihr Ehemann Lee die Tür und bittet Tara auf ein Glas Wein herein. Zunächst ist Tara zwar etwas irritiert, dass Serena sie erst bittet, zu kommen und dann nicht zuhause ist, aber die beiden Paare kennen sich schon lange und daher willigt Tara ein. Die Gesellschaft ist nett und der Wein schmeckt gut, so dass es nicht bei einem Glas bleibt...

Am nächsten Morgen wacht Tara auf, ohne Kleidung und ohne jegliche Erinnerung an die letzte Nacht. Allerdings merkt sie sofort, dass sie nicht in ihrem Bett liegt und der Mann neben ihr nicht Noah ist. Es ist das Ehebett von Serena und neben ihr liegt Lee, mausetot mit einem Messer in der Brust....Da an ihr nicht ein einziger Blutstropfen klebt, scheint Tara unschuldig zu sein. Aber wer hat Lee getötet und warum wurde sie verschont?

Absolut spannender Psychothriller mit Sogwirkung!