Krimi


Verlag: Galiani Berlin
ISBN: 9783869710181
Preis: 20,00 €
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Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Jan Costin Wagner, Rezension von Karin Bucconi

Ich bin ein Fan von Jan Costin Wagner und mag seine "Krimis", weil sie so anders sind, seine Sprache so wohltuend abweicht von der vieler anderer Autoren.

Es geht zwar wieder um den Ermittler Kimmi Joentaa, und dennoch erwartet einen kein klassicher Kriminalroman, auch kein Thriller, sondern eine Erzählung voller Tragik mit kriminalistischen Elementen. Grönholm, ein Kollege von Kimmi, erschießt auf dem Marktplatz von Turku ohne Not einen jungen Mann. Nackt stand der Junge im Brunnen, offensichtlich psychisch verwirrt und sich  mit einem Messer Verletzungen zufügend. Grönholm steigt zu ihm in den Brunnen, Sakari hebt das Messer, und Grönholm schießt auf ihn und tötet ihn. Warum?

Das herauszufinden ist alles, was er will. Es wird eine interne Untersuchung geben, ja, aber Grönholm bittet Joentaa, ihm bei der Aufklärung dieser Tat behilflich zu sein. Joentaa selbst ist ein leidgeprüfter Mensch, hat seine geliebte Frau verloren und ist nun alleinerziehender Vater. Seine ganze Sorge gilt seiner Tochter. Aber er will auch helfen, nicht ahnend, dass er bei der Recherche in eine tiefe menschliche Tragödie hineingezogen wird. Die Ermittlungen fordern seinen ganzen seelischen und körperlichen Einsatz...

"Ein warmherziges Buch über ein menschliches Drama, eine Geschichte, in einerr Sprache geschrieben, die einfach nur schön ist und mein Herz erfreut", schreibt ein Kritiker. Dem schließe ich mich gerne an.


Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10162-8
Preis: 15,00 €
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TICK TACK - Wie lange kannst du lügen?

Megan Miranda, Rezension von Kathrin Allkemper

Nic war 10 Jahre nicht in ihrem Heimatort. Genauso lange ist es her, dass ihre damalige Freundin Corinne spurlos verschwand. Seither hat Nic alte Verbindungen in die Kleinstadt gekappt und lebt nun mit ihrem Verlobten in New York.

Doch dann bekommt sie eine Nachricht von ihrem Vater, der aufgrund seiner Demenz in einem Altenheim lebt und von ihrem Bruder betreut wird. Auf der Notiz steht nur ein Satz: "Dieses Mädchen, ich hab es gesehen". Ihr Vater war der einzige, der Corinne immer nur "das Mädchen" nannte, daher trifft Nic diese Nachricht wie ein Blitz und sie fährt umgehend zurück in ihre alte Heimat. Außerdem muss sie sich mit ihrem Bruder auseinandersetzen, der das Haus des Vaters verkaufen will, um den Heimplatz weiter  zu finanzieren.  Ob sie will oder nicht, schnell gerät Nic wieder in die Fänge ihres alten Lebens und ihrer alten Liebe Tyler. Und kaum ist sie ein paar Tage in der Stadt, verschwindet wieder eine junge Frau. Dieses Mal ist es Tylers neue Freundin...

Ausgehend von dem Tag der neuerlichen Katastrophe, erzählt die Autorin diesen Krimi rückwärts in 14 Tagen, was die Erzählweise nicht nur sehr spannend sondern für Viel-Krimileser auch originell macht.


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43879-8
Preis: 12,99 €
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Angstmörder

Lorenz Stassen, Rezension von Julia Jahns

Nicholas Meller, ein erfolgloser Anwalt aus Köln, zögert nicht lange, als sich die hübsche Nina um eine Stelle als Referendarin bei ihm bewirbt. Die junge Frau, die mit ihrer Behinderung, einer Fehlbildung ihres rechten Arms, so selbstbewusst und offen umgeht, beeindruckt ihn sofort. Schnell bekommen die beiden einen Auftrag. Wolfgang Rölscheid, ein ehemaliger Mandant Mellers, bittet um Rechtsbeistand. Die Sachlage ist eigentlich eindeutig: Rölscheid soll seine Frau ermordet haben. Sie wurde offensichtlich lebendig begraben, die Leiche wurde in einem Waldstück gefunden. Beim ersten Mal konnte Meller den Beschuldigten, der seine notorisch untreue Ehefrau verprügelt hatte, vor dem Gefängnis bewahren. Diesmal sprechen alle Beweise gegen ihn, doch Nina glaubt an Rölscheids Unschuld und drängt Meller, ihm zu helfen. Bei näherer Untersuchung des Tatortes findet sie erste Hinweise darauf, dass Rölscheid tatsächlich unschuldig sein könnte und der wahre Mord womöglich versucht hat, ihm die Tat anzuhängen. Doch je näher die beiden weiterforschen, umso mehr geraten sie ins Visier eines kaltblütigen Killers ...

Spannender Thriller um ein ungewöhnliches Ermittlerduo. Der Autor Lorenz Stassen hat zuvor als Drehbuchautor gearbeitet, unter anderem für die Serie "Alarm für Cobra 11" und legt nun seinen ersten Roman vor.


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-46810-4
Preis: 15,95 €
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Crimson Lake

Candice Fox, Rezension von Kathrin Allkemper

Manchmal sind es nur wenige Minuten, die ein Leben komplett verändern können. Man ist einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. So ergeht es auch Detective Ted Conkaffey. Hätte er die kleine Claire an einer Bushaltestelle nicht ganz arglos angesprochen und wäre das Mädchen nicht kurze Zeit später spurlos verschwunden gewesen, hätte er sein Zuhause wohl nicht verlassen und in die Kleinstadt Crimson Lake ziehen müssen. Vor kurzem lebte er noch mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter zusammen und war ein angesehener Cop. Jetzt wohnt er alleine in einem alten Haus und hat weder Besuchsrecht noch Job. Auch wenn die Anklage wegen Vergewaltigung der 13jährigen Claire aus Mangel an Beweisen fallen gelassen wurde, schlägt ihm überall der Hass entgegen, sobald man ihn erkennt. Niemand glaubt an seine Unschuld.

Seine Begegnung mit der durchgeknallten Amanda Pharrell macht es daher zunächst nicht einfacher. Auch ihr hat man ein Verbrechen angehängt und sie für den Mord an einer Mitschülerin ins Gefängnis gesteckt. Nach ihrer Haftentlassung hat sie eine Privatdetektei gegründet und ermittelt nun auf recht unkonventionelle Weise eigene Fälle. Als sie Ted einstellen will, sieht er nach anfänglichem Zögern eine Chance auf einen Neuanfang und steigt tatsächlich mit ein. Zwei Menschen, zwei Schicksale und ein gemeinsamer Kampf für Gerechtigkeit!

Candice Fox wurde hierzulande mit ihren Krimis Hades, Eden und Fall bekannt. Dieser neue Krimi ist davon unabhängig und der spannende Beginn einer neuen Reihe.

 


Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-0016-5
Preis: 19,95 €
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Fiona - Als ich tot war

Harry Bingham, Rezension von Bernhard Söthe

Cardiff, Wales: Fiona Griffiths, Detectiv Sergeant, liebt ihren Beruf. Man versucht, die Bösen zu schnappen  und ist meistens auf der Seite der Guten.  Die Polizeibehörde hat klare Regeln, klare Strukturen, die Fiona Griffiths helfen, mit ihren psychischen Problemen fertig zu werden. Sie ist wohl das, was man auf neudeutsch "Borderline-Persönlichkeit" nennt. Die Art ihrer psychischen Beeinträchtigung ist im Anhang des Buches genauer erklärt.

Fiona ist in ein neues Revier versetzt worden und weiß, dass sie als Neuzugang die eher unspektakulären Fälle zu bearbeiten hat, bis ihre neuen Vorgesetzten und Kollegen ihre Fähigkeiten einschätzen können. So ein eher "kleiner" Fall ist es, als Fiona betrügerische Manipulationen an Gehaltsabrechnungen in einem Möbelkaufhaus aufklären soll, eine typische Aufgabe für Berufsanfänger. Als aber ein dringend Tatverdächtiger brutal ermordet wird, wird klar, dass hinter dem vermeintlich kleinen Betrug etwas viel Größeres steckt und der Tote nur ein winziges Rädchen in einer viel größeren Verbrecherorganisation war, der gnadenlos ausgeschaltet wurde, als der raffinierte Betrug aufzufliegen drohte. Um an die Hintermänner der Organisation zu kommen, wird Fiona Griffiths alias Fiona Grey als Undercover-Agentin in einer ebenfalls von den Betrügereien betroffenen Firma eingeschleust. Die Ausbildung für Undercover-Einsätze gilt als härteste im ganzen Polizeidienst. Nur ein geringer Teil der Aspiranten hält bis zum Schluss durch. Fiona hat diesen Kurs mit Bravur absolviert und als Kursbeste abgeschnitten, ist also prädestiniert für ihre neue Aufgabe. Hinzu kommt, dass es ihr leicht fällt, in fremde Rollen zu schlüpfen. Nach einer Einarbeitungsphase als Buchhalterin in ihrer "neuen" Firma wird sie erwartungsgemäß von der Verbrecherorganisation mit Zuckerbrot und Peitsche rekrutiert, um bei den Betrügereien mitzumachen. Schnell stellt sich heraus, dass die Verbrecherorganisation international vernetzt ist und einen richtig großen Coup plant, um an die Gehaltskonten großer britischer Firmen zu kommen. Ziel von Fionas Undercover-Einsatz ist es, dass "Gehirn" hinter diesem Plan zu finden und nicht nur "Wasserträger" zu erwischen. Ein Katz- Und Maus-Spiel beginnt, bei dem lange nicht klar ist, wer Maus und wer Katze ist. Hochdramatisch bis zum Showdown. Aber man bleibt auch gerne am Ball, weil Fiona Griffiths alias Grey eine so interessante Protagonistin ist. In England sind bereits drei Krimis mit dieser Hauptperson erschienen, es wäre wünschenswert, wenn auch die anderen Bände übersetzt würden. 


Verlag: Ullstein
ISBN: 9783550081729
Preis: 24,00 €
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Durst

Jo Nesbo, Rezension von Karin Bucconi

Harry Hole ist zurück: trockener Alkoholiker, mit Narben auf der Seele und im Gesicht. Er arbeitet nicht mehr im Kriminalkommissariat sondern unterrichtet -schlecht bezahlt-den Nachwuchs an der Polizeihochschule in Oslo und ist seit 3 Jahren mit seiner großen Liebe Rakel verheiratet, die Oleg, ihren erwachsenen Sohn mit in die Ehe gebracht hat.

Ein Serienkiller ist unterwegs, und die Ermittler um Katrine Bratt treten auf der Stelle. Es werden Frauen ermordet, die sich über die Dating-App Tinder mit Männern treffen, und der Polzeipräsident, Mikael Bellmann, der sich zu Größerem berufen fühlt, will diesen Fall schnellstmöglich lösen. Er will, dass Hole sich einschaltet, und er setzt ihn damit unter Druck, dass er Olegs Vergangenheit kennt und ihm einen Strich durch seine beginnende Polizeikarriere zu machen droht. Als dann eine Kellnerin aus Harrys Stammlokal verschwindet, kehrt er zurück und  stellt ein kleines Team zusammen, das der leitenden Ermittlerin Katrine Bratt zuarbeiten soll.

Ganz schnell wird Hole klar, dass der Täter der einzige Serienmörder ist, den er nie zu fassen bekam. Er ist ein Vampirist, der seinen Opfern grausame Wunden zufügt und auch vor deren Blut nicht Halt macht. Neben den Morden geschehen seltsame Dinge, die ihn an den Menschen in seiner Umgebung zweifeln lassen... So gelangen z.B. Informationen an die Presse, die den inneren Kreis niemals verlassen sollten, und offensichtlich kämpft Harry auch dagegen, nicht in alte Gewohnheiten zurück zu verfallen. Letztlich gerät er in Lebensgefahr, und seinem Team ist nicht klar, ob er überlebt!

Spannung pur, manchmal fast ein bischen zu viel! 


Verlag: Carl's Books
ISBN: 9783570585658
Preis: 14,99 €
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Giftflut

Christian von Ditfurth, Rezension von Bernhard Söthe

Kommissar de Bodts dritter Fall, aber unabhängig von den Vorgängern zu lesen.

Kommissar des Bodt verlässt sich lieber auf seine Intuition als auf kleinteilige Polizeiarbeit, seine Kollegen, die mit ihm auf einer Wellenlänge sind, lieben ihn, besonders eine bestimmte Kollegin. Seine Vorgesetzten hassen ihn, obwohl oder auch weil de Bodt mit seinen ungewöhnlichen Methoden Erfolg hat. So hat er im zuletzt erschienenen Band der Reihe quasi im Alleingang der Bundeskanzlerin das Leben gerettet. Seitdem hat sie ein Auge auf ihm und seiner Karriere. Noch ein Grund mehr für die Herren der Chefetage, de Bodt aus tiefster Seele zu verabscheuen und ihn in die tiefste Hölle zu wünschen. Alle warten, dass de Bodt einmal mit seiner ganz persönlichen Methode scheitert, für den Fall sind die Messer schon gewetzt. Aber selbstverständlich wird de Bodt in die Soko geholt, die einen verheerenden Anschlag in Berlin aufklären soll. Die Oberbaumbrücke ist von Terroristen in die Luft gesprengt worden mit Hunderten von Todesopfern. Es gibt keine brauchbaren Hinweise auf die offensichtlich gut organisierten Täter. Nur Tage später werden in Paris eine Seine-Brücke und in London eine Themse-Brücke gesprengt. Als dann auch noch der Eurotunnel zwischen Frankreich und England gesprengt wird, ist klar, dass eine Organisation mit sehr viel Macht und noch mehr Geld dahinter steckt. Die Börsenkurse stürzen ins Bodenlose, rechtsradikale Parteien erhalten massiv Zulauf. Wer hat ein Interesse daran, Europa ins Chaos zu stürzen? Die nach Terroranschlägen üblichen Bekennerschreiben fehlen. Aber Kommissar de Bodt weiß, dass die Täter durch die Anschläge eine Botschaft übermitteln, aber welche? Hier ist de Bodts Intuition gefragt, aber er hat nicht nur eine, sondern mehrere Ideen, wer hinter den Anschlägen stecken könnte ...

Ein temporeicher Politthriller der Extraklasse mit vielen Bezügen zur politischen Gegenwart. Der Plot scheint zunächst etwas übertrieben, aber beim Lesen beschleicht einen der Gedanke: Was wäre eigentlich, wenn ...?


Verlag: Kiepenheuer und Witsch
ISBN: 9783462050424
Preis: 9,99 €
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In tiefen Schluchten

Anne Chaplet, Rezension von Bernhard Söthe

Das Genre des Lokalkrimis, Unterabteilung Frankreich-Krimis, boomt. Aber nicht alle sind wirklich lesenswert. Manchmal liegt es an der fehlenden Spannung/Plausibilität der Krimihandlung, manchmal am mangelnden oder falsch dargestellten Lokalkolorit. Anne Chaplet wird mit "In tiefen Schluchten" beiden Anforderungen gerecht.

Tori Gordon, Anfang 40, kürzlich verwitwet, hat von ihrem Mann, einem vermögenden Anwalt aus Frankfurt, ein malerisches Natursteinhaus am Rande eines pittoresken Dorfes in der wildromantischen Landschaft des Vivarais im Süden Frankreichs geerbt. Tori ist nicht die einzige Zugezogene, die attraktive Gegend hat so einige Ausländer bewogen, hier Haupt- oder Zweitwohnsitze zu kaufen. Naturbegeisterte Touristen kommen natürlich auch. Zugezogene, Touristen und Einheimische haben nicht viele Berührungspunkte und leben so nebeneinander her. Die Gegend ist altes Hugenottenland, immer wieder kam es in vergangenen Jahrhunderten zu Verfolgungen durch französische Könige, die nach einer kurzen Spanne der Toleranz keine andere Religion als die katholische in ihrem Land duldeten. Lange her, aber diese oft sehr blutigen Verfolgungen haben den Charakter der Nachfahren der Hugenotten, die gezwungen wurden, entweder zu konvertieren oder auszuwandern, nachhaltig geprägt. Touristen und Zugezogene werden höflich, aber durchaus distanziert behandelt. Tori hat es da etwas leichter, da die Familie ihres verstorbenen Mannes hugenottische Wurzeln hatte und aus dieser Gegend stammte. 

Als dann ein holländischer Tourist, der die zahlreichen Höhlen der Gegend erkunden wollte, spurlos verschwindet, interessiert das niemanden so recht, er wird dann wohl abgereist sein. Tori hat einen guten Draht zu einem der alten Männer des Dorfes, der sich gerne von ihr zu einem oder auch mehreren Gläschen Rotwein einladen lässt. Der Alte kommt dann in Plauderlaune und unterhält Tori mit Anekdoten aus der Geschichte des Dorfes. Manchem der Dorfbewohner gefällt das überhaupt nicht. Als der Alte eines Morgens tot am Fuß der Treppe zu seinem Weinkeller gefunden wird, heißt es bloß, dass er wohl ein Glas zu viel getrunken habe. Tori ist aber überzeugt, dass da jemand nachgeholfen hat, um den Alten am Reden zu hindern - und sie steckt mitten in einem Kriminalfall. Die Vergangenheit des Dorfes spielt darin eine große Rolle. In den Höhlen des Hinterlandes hatten sich zur Zeit der deutschen Besetzung während des Zweiten Weltkrieges Angehörige der Widerstandsbewegung gegen die Nazis, der Resistance, versteckt. Sie wurden verraten, und viele kamen ums Leben. Nach dem Ende des Krieges wurde blutige Rache an den Kollaborateuren genommen, und auch so manch andere offene Rechnung wurde bei dieser Gelegenheit präsentiert. Die angestammte Dorfbevölkerung ist der Meinung, dass man die Vergangenheit ruhen lassen sollte. Als jemand versucht, Toris Haus anzuzünden, wird es ernst ... 


Verlag: Kindler
ISBN: 9783463406909
Preis: 19,95 €
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Ein irischer Dorfpolizist

Graham Norton, Rezension von Bernhard Söthe

Sergeant Collins ist aus der irischen Großstadt Cork aufs platte Land versetzt worden. Seine Kollegen, die nicht länger mit ihm zusammenarbeiten wollten, haben dafür gesorgt. Sergeant Collins ist nicht dick, er ist fett, entsprechend schlecht seine Kondition. Aber in dem Dorf Duneen, wo er als einziger Beamter die örtliche Polizeistation betreut, passiert sowieso nichts, also spielt es auch keine Rolle, dass der Sergeant die mäßig steile Dorfstraße nur keuchend bewältigt. Mit der vermeintlich idyllischen Ruhe im Dorf ist es aber vorbei, als bei Ausschachtungsarbeiten für ein neues Wohngebiet ein Skelett freigelegt wird. Die Gerüchteküche im Dorf beginnt zu brodeln. Der Tote kann nur Tommy Burke sein. Ein junger Mann, der vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist. Der gutaussehende Farmerssohn war damals der Schwarm aller Mädels des Dorfes. Ausgerechnet am Tag seines Verschwindens haben sich zwei junge Frauen, die um Tommy Burkes Gunst wetteiferten, aus Eifersucht auf offener Straße geprügelt. Eine der alten Quatschtanten des Dorfes will gesehen haben, dass Tommy Burke an diesem Abend in den Bus nach Cork gestiegen ist. Seitdem keine Spur, kein Lebenszeichen mehr von ihm. Und jetzt der Fund des Skeletts - hat Tommy Burke das Dorf nie verlassen? Die beiden Frauen, die sich so spektakulär um ihn geprügelt haben, leben immer noch im Dorf. Die eine hat nie geheiratet, lebt zusammen mit zwei ebenfalls ledigen Schwestern. Sie gilt im Dorf als Außenseiterin und etwas wunderlich. Ihre damalige Kontrahentin ist unglücklich verheiratet und tröstet sich mit Alkohol.

Der Fall des gefundenen Skeletts übersteigt die Kompetenz des Dorfpolizisten. Aus Cork wird ein höherrangiger Kriminalbeamter geschickt, der die Ermittlungen leiten soll. Sergeant Collins und der Kollege aus Cork sind sich auf der ersten Blick unsympathisch. Der Beamte aus Cork hält Collins für einen unfähigen Dorfdeppen, der wiederum hält diesen für einen arroganten Stadtschnösel. Beide haben unrecht. Als der Fall noch einige überraschende Wendungen nimmt, müssen die beiden, die sich vorher so weit wie möglich aus dem Weg gingen, sich zusammenraufen, was auch ganz gut gelingt. Höhepunkt der Zusammenarbeit ist natürlich der in Irland obligatorische Besuch eines Pubs.

Ein lesenswerter Krimi nicht nur für Irland-Fans. Überzeugende Milieu- und Charakterschilderungen. Kein Wunder, dass dieser Krimi monatelang die irische Bestsellerliste angeführt hat. 


Verlag: Atrium
ISBN: 9783855350162
Preis: 20,00 €
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Der Nebelmann

Donato Carrisi, Rezension von Bernhard Söthe

Ein abgelegenes, tiefverschneites Dorf auf der italienischen Seite der Alpen. Im winterlichten Zwielicht taucht ein offensichtlich verwirrter Mann mit blutbefleckter Kleidung auf. Es ist Kriminalkommissar Vogel, ein Sonderermittler aus Rom, der vor einigen Wochen in das Dorf entsandt wurde, um die örtliche Polizei bei den Ermittlungen im Fall einer spurlos verschwundenen Schülerin zu unterstützen.

Kommissar Vogel stammelt Unzusammenhängendes, und das Blut an der Kleidung ist nicht sein eigenes ...

Das Dorf, in dem die Vorfälle passiert sind, hat eine interessante Geschichte. Es war ein Dorf wie dutzend andere in diesen Ausläufern der Alpen. Die Bevölkerung musste hart arbeiten, um durchzukommen, viele fahren als Pendler in die nächsten größeren Orte, um dort ihr Geld zu verdienen. Bis ausgerechnet im Untergrund dieses Dorfes seltene Metalle gefunden werden, die eine Bergbaugesellschaft in großem Stil abbauen will. Die dafür benötigten Grundstücke werden den glücklichen Besitzern für sehr viel Geld abgekauft. Der unverhoffte Reichtum ist manchen Dorfbewohnern zu Kopf gestiegen, und vor protzig ausgebauten Häusern stehen Porsches. Die weniger glücklichen Dörfler, die keine geeigneten Grundstücke zu verkaufen haben, fühlen sich noch ärmer als zuvor. Ein Riss geht durch die Dorfgemeinschaft. Ausgerechnet in diesem von Großmannssucht und Neid gespalteten Umfeld verschwindet eine 14jährige Schülerin spurlos. Die Familie des Mädchens gehört zum ärmeren Teil der Bevölkerung. Eine heile, völlig intakte Familie, über die diese Katastrophe hereinbricht. Alle Suchaktionen bleiben erfolglos. Die Verschwundene ist ein liebenswertes, junges Mädchen, das sich begeistert in der Jugendarbeit der katholischen Kirchengemeinde engagiert hat. Es gibt keine düsteren Geheimnisse in ihrem jungen Leben. Dass sie ausgerissen sein könnte, steht außer Frage, man muss von einem Verbrechen ausgehen. Die Polizeikräfte  werden durch den Sonderermittler Vogel aus Rom ergänzt. Die Zusammenarbeit klappt überhaupt nicht. Vogel ist ein sehr eigenwilliger Typ, der nur im dreiteiligen Anzug mit feinem Oberhemd, Krawatte und passendem Anstecktuch auftritt, allein dies macht ihn im Kreise seiner eher rustikalen Kollegen unbeliebt. Er ist auch wegen seiner sehr speziellen Ermittlungsmethoden berüchtigt. In einem Fall konnte er einen Mörder ermitteln, aber es fehlte der letzte Beweis, um ihn dingfest zu machen. Kurzerhand fälschte Vogel diesen Beweis, was auffiel und einen Karriereknick zur Folge hatte. Hier in diesem Bergdorf ist er quasi auf Bewährung, und er setzt alles daran, seine Reputation wieder herzustellen, ob auf legalen oder illegalen Wegen, ist ihm egal.

Ein origineller Krimi, ganz abseits von den üblichen Krimischnittmustern, der in Italien lange auf der Bestsellerliste stand. 


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442313914
Preis: 20,00 €
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Stimme der Toten

Elisabeth Herrmann, Rezension von Bernhard Söthe

Judith Kepler, eine Frau mit vielen Problemen, die aus ihrer dramatischen Kindheit und Jugend resultieren, arbeitet in Berlin bei einer der großen Reinigungsfirmen. Behörden, Schulen, Krankenhäuser, Firmenbüros müssen geputzt werden. Judith Kepler ist kürzlich zur Schichtleiterin befördert worden. Ihr Chef, ein alt gewordener Ex- 68er hat auch Tatortreinigung in der Angebotspalette seiner Firma. Für solche emotional belastenden Arbeiten setzt er gerne die immer cool und abgebrüht wirkende Judith Kepler ein.

Also ein ganz normaler Auftrag, als Judith Kepler von ihrem Chef in eine international tätige Bank geschickt wird, wo sich nachts ein Mann zu Tode gestürzt hat. Routiniert macht sie sich ans Werk. Die Leiche ist abtransportiert, die Polizei, die zu diesem ungeklärten Todesfall gerufen wurde, ist abgerückt. Judith Kepler hat ihre Arbeit fast beendet, als sie in einem nahe gelegenen Waschraum an der Unterseite eines Waschbeckens eine von der Polizei übersehene Blutspur entdeckt. Da der zu Tode gestürzte Mann, ein Mitglied der Geschäftsleitung der Bank, sich schwerlich noch als Toter in den Waschraum schleppen konnte, muss in der Nacht, als der Bankmanager ums Leben kam, noch jemand in der Bank gewesen sein.

Aus dem Unfallort wird unversehens ein Tatort. Als Judith Kepler die Polizei benachrichtigt, dass die Spurensicherung nochmal anrücken muss, ahnt sie nicht, welchen Wirbel sie damit auslöst. Bastide Larcan, ein undurchsichtiger Waffenhändler mit Kontakten zu östlichen und westlichen Geheimdiensten, macht sich an Judith Kepler heran und erpresst sie mit Geschichten aus ihrer Vergangenheit, über die er erschreckend gut Bescheid weiß. Sie soll in der Bank, in der der tote Bankmanager gefunden wurde, nach genauen Anweisungen die Computer so manipulieren, um Hackerangriffe von außen auf die extrem gesicherten Computerprogramme, über die riesige Geldsummen weltweit bewegt werden, zu ermöglichen. Judith Kepler lässt sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein ...

Auch privat hat sie eine Menge Probleme. In der heruntergekommenen Plattenbausiedlung, in der sie lebt, ist ihr häufiger ein kleines, pummeliges, offensichtlich vernachlässigtes Mädchen aufgefallen, die sich oft alleine auf den Straßen der Siedlung herumtreibt. Als sie dieses Mädchen eines Nachts weinend auf der Bank einer Bushaltestelle findet, spricht Judith Kepler sie an. Das Mädchen erzählt, ihre Mama ließe sie nicht in die Wohnung. Judith Kepler, die kein Problem mit verschlossenen Türen hat, findet die Mutter des Mädchens tot vor. Die offensichtlich Drogensüchtige hat sich den goldenen Schuss gesetzt. Das Mädchen landet in einer Notaufnahmestelle der Berliner Jugendhilfe. Judith Kepler hat zuvor von ihr erfahren, dass es auch einen Papa gibt, der in einem Dorf in Brandenburg lebt. Das kleine hilflose Mädchen geht ihr nicht aus dem Sinn, da sie weiß, dass der kleine Dienstweg manchmal der schnellere ist, macht sie sich selbst auf den Weg, um den Vater des Kindes zu finden und landet in einem Dorf von Neonazis ...

Geschickt versteht es die Autorin, die verschiedenen Handlungsstränge zu einem überaus spannenden Gesamtbild zu verbinden. Es ist der zweite Krimi von Elisabeth Herrmann um die ungewöhnliche Tatort-Cleanerin. Ihre Vergangenheit ist Thema des ersten Bandes der Judith-Kepler-Reihe "Zeugin der Toten". Diese Vergangenheit spielt auch in dem neuen Buch eine größere Rolle, es lässt sich aber auch ohne Probleme unabhängig von Band 1 lesen, da Elisabeth Herrmann alle Register ihres Könnens zieht, um diese Vorgeschichte auch in ihr neues Buch zu integrieren. Aber die Gestalt der Judith Kepler ist so interessant, dass sich auch die Lektüre des ersten Bandes lohnt!


Verlag: Bastei-Lübbe
ISBN: 9783404176588
Preis: 10,00 €
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Der Präsident

Sam Bourne, Rezension von Karin Bucconi

Es würde nicht viel Sinn machen, etwas ausführlicher über diesen Thriller zu schreiben. Man muss ihn lesen. Nur so viel: ich musste stellenweise innehalten und eine Lesepause einlegen, weil Fiktion (Roman) und Wirklichkeit (tägliches Politikgeschehen) so nah beieinander liegen.

Zum Inhalt:

Ein unberechenbarer Demagoge und Narziss wird Prädident der USA. Er ist erst kurz an der Macht, als eine Auseinandersetzung mit Nordkorea aus dem Ruder läuft. Er ist dermaßen außer sich, dass er beinahe einen Atomschlag anordnet. Ziele sind Nordkorea und China. Wenn niemand ihn stoppt, steht der Menschheit der dritte Weltkrieg bevor.

Aber- im Hintergrund bahnt sich eine "Verschwörung" an, und eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses findet heraus, dass ein Attentat auf den Präsidenten kurz bevorsteht. Was ist nun wichtiger? Das Attentat verhindern oder die Welt retten?

Lesen Sie selbst! Es ist ungewöhnlich spannend!

 


Verlag: Blanvalet
ISBN: 9783734104442
Preis: 9,99 €
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Die Verlassene

Mary Torjussen, Rezension von Bernhard Söthe

Hannah, Anfang 30, ist berufliche Aufsteigerin in einer renommierten Wirtschaftsprüferkanzlei in Liverpool. Auch privat läuft scheinbar alles bestens. Seit 4 Jahren ist sie mit Matt, einem Architekten, liiert. Er ist mit Sack und Pack in Hannahs Haus gezogen, und Hannah glaubt an eine rosige gemeinsame Zukunft. Umso größer ist der Schock, als sie nach einem Wochenendseminar nach Hause kommt und feststellen muss, dass Matt unter Mitnahme aller seiner Habseligkeiten ausgezogen ist. Einfach so, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Alle Kontaktdaten auf Hannahs Handy sind gelöscht, alle E-Mails, die sie jemals mit Matt gewechselt hat, sind von ihrem Rechner verschwunden. Seinen Job in einem Architektenbüro hat er schon vor Wochen gekündigt.

Hannah fällt aus allen Wolken und will natürlich wissen, was eigentlich der Grund für Matts Verschwinden ist.

Mit geradezu detektivischem Scharfsinn macht sie sich auf die Suche nach Matt. Dass sie darüber ihre Arbeit vernachlässigt, macht ihren Chef nicht glücklich, und auch Hannahs Freundeskreis findet ihre obsessive Suche zunehmend befremdlich …

Ein Psychothriller, der behutsam anfängt, aber schnell einen Sog entwickelt, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Dieser Krimi endet mit einer absolut nicht vorhersehbaren Überraschung.


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442205356
Preis: 12,99 €
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Die Moortochter

Karen Dionne, Rezension von Jutta Pollmann

Helena Pelletier muss sich beeilen. Gleich steht der Schulbus vor ihrer Tür und bringt ihre Tochter Iris nach Hause, und die mag es gar nicht, wenn Helena dann nicht da ist. Aber Helena fällt es immer noch schwer, in Stunden oder Minuten zu denken. Ihre Kindheit hat sie mit ihren Eltern im Moor verbracht und da war die Uhrzeit egal, dort dachte man in Jahreszeiten. Doch jetzt muss sie sich wirklich beeilen, sie fährt schnell und noch schneller, als im Radio die Warnmeldung durchgegeben wird, dass ein Häftling entflohen ist, ein ganz besonderer Häftling, ein gefährlicher Mörder, Kindesentführer, und Vergewaltiger: Jacob Holbrook, ihr Vater.

Sie hat ihren Vater geliebt, ihren Vater, der ihr alles beigebracht hat: das Schießen, das Jagen, das Fährten-suchen, wie man mit einem Messer umgeht, wie man eine Waffe benutzt und wie man sich im Moor zurechtfindet. Doch dann ist sie durch einen Zufall dahinter gekommen, dass ihre Mutter nicht freiwillig hier im Moor lebt, dass ihr Vater sie als junges Mädchen entführt, vergewaltigt und hier festgehalten hat.

Helena und ihre Mutter können schließlich irgendwann aus dem Moor fliehen, Jacob Holbrook kommt ins Gefängnis. Sie baut sich unter neuem Namen ein neues Leben auf, heiratet, bekommt zwei Kinder, aber weder ihr Mann, noch ihre Kinder kennen ihre Vergangenheit, und jetzt ist ihr Vater aus dem Gefängnis ausgebrochen, und er wird sie suchen, die Frau, die ihn ins Gefängnis gebracht hat. Die Polizei sucht den Entflohenen in der ganzen Gegend, doch Helena weiß, dass die Männer keine Chance haben, den "Moorkönig" zu finden. Keiner kennt sich im Moor so gut aus, wie Jacob Holbrook, keiner, außer Helena...

 

Ein überaus spannender Thriller mit Gänsehautfeeling!

 


Verlag: Penguin
ISBN: 978-3328101512
Preis: 10,00 €
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Targa- Der Moment, bevor Du stirbst

B:C. Schiller, Rezension von Karin Bucconi

Targa Hendricks arbeitet als verdeckte Ermittlerin für eine Sondereinheit des BKA. Targa wurde als Baby in einer eiskalten Winternacht gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester ausgesetzt. Ihre Mutter hat sich danach umgebracht, und das Trauma verfolgt Targa noch heute. Sie lebt allein mit ihrem Hund in einem alten VW-Bus auf einem Campingplatz.  Sie ist eine Außenseiterin: ohne Liebesbeziehung, ohne Freunde. Sie hat nichts zu verlieren.
Sie ist eine furchtlose Frau und deshalb so gut im Beruf. Zu ihren Aufgaben gehört es, Serienkiller auf frischer Tat zu erwischen. Sie hat nur zwei Möglichkeiten:  sich einem Mörder ausliefern – oder ihn überzeugen, dass sie aus dem gleichen Holz geschnitzt ist.

Falk Sandman ist Dozent an einer Business School.  Gut aussehend, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten sterbender Frauen,  seiner Opfer. Eines Tages trifft er auf eine (Targa),  die sich für seine dunkle Seite interessiert. Sie will von ihm lernen, und mit ihm töten. Anfangs skeptisch, vertraut Sandmann ihr allmählich. Ihn begeistert ihre offensichtliche Gefühlskälte. Ist sie endlich die Partnerin, nach der er sich lange schon sehnt?

Ein gefährliches Spiel beginnt.
Wer wird es für sich entscheiden?

Ein spannender Krimi, aber nichts für Klaustrophobiker. Ich habe das eine oder andere Mal wirklich geschluckt und die Angst der Frauen nachvollziehen können, denen er auf besondere Weise die Luft zum Atmen nimmt.
 

 
T

Verlag: Europa
ISBN: 9783958901254
Preis: 17,90 €
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Das Verschwinden der Adele Bedeau

Graeme Macrae Burnet, Rezension von Kathrin Allkemper

Manfred Baumann ist ein Eigenbrötler. Der 36jährige Bankdirektor speist täglich im selben Lokal, je nach Tag sogar das selbe Gericht. In regelmäßigen Abständen fährt er nach Straßburg, um sich dort im stets gleichen Club mit leichten Mädchen zu vergnügen, wobei auch das genauso verkrampft abläuft wie der Rest seines Junggesellenlebens.

Adele Bedeau ist Kellnerin in Manfreds Stammlokal und der Inhalt seiner Träume. Sie ist jung und hübsch....und eines Tages spurlos verschwunden. Die Polizei taucht auf und natürlich wird auch der kauzige Dauergast von Kommissar Gorski befragt. Prompt verstrickt Manfred sich in nervöses Gefasel, weil er nicht zugeben will, dass er Adele am Abend ihres Verschwindens noch gesehen hat. Zu groß ist seine Angst, jemand könnte sein lang gehütetes Geheimnis ans Licht bringen....

Dieses spannende Psychogramm eines Außenseiters ist vor allem für Leser von unblutigen Kriminalromanen bestens geeignet !


Verlag: Heyne
ISBN: 9783453421738
Preis: 9,99 €
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Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee, Rezension von Bernhard Söthe

 

 

Kalkutta 1919: Captain Sam Wyndham hat vor dem 1. Weltkrieg als Ermittler bei Scotland Yard gearbeitet. Im Krieg, der damals noch nicht 1. Weltkrieg, sondern - bevor die Kriege durchnummeriert wurden - einfach der große Krieg hieß, war Wyndham an der Front in Frankreich, wo er schwer traumatisiert die grausamen Schlachten um die Ardennen überlebte.

Nach Ende des Krieges und seiner körperlichen Wiederherstellung wird Captain Wyndham zur Polizeibehörde nach Kalkutta, der Hauptstadt der englischen Kolonie Bengalen in Indien versetzt. Die ungewohnte Umgebung, das heiße Klima und die seltsamen Bräuche der britischen Kolonialgesellschaft machen ihm die Eingewöhnung schwer. Noch keine zwei Wochen in Indien hat er schon seinen ersten Kriminalfall auf dem Schreibtisch. Einen Mord. In „Black Town“, dem riesigen unübersichtlichen Teil Kalkuttas, in dem die indische Bevölkerung lebt, wird die Leiche eines hochrangigen britischen Kolonialoffiziers gefunden, der Assistent des Gouverneurs von Bengalen. Über diesem sitzt nur noch der Vizekönig in Delhi. Also ein Mord in allerhöchsten Kreisen. Besonders peinlich, dass die Leiche vor einem Bordell gefunden wurde. Natürlich hat niemand etwas gesehen. Ein Anschlag auf einen Repräsentanten des verhassten Kolonialsystems? Oder hat der Mord doch einen privaten Hintergrund? Es stellt sich heraus, dass der vermeintliche Gentleman bis auf die Knochen korrupt war und sich so erpressbar gemacht hat. Als sich der Geheimdienst des englischen Militärs einmischt, wird der Fall noch undurchsichtiger.

Captain Wyndham hat sich nach seiner schweren Verletzung im Krieg an den Gebrauch von Opiaten gewöhnt. Hier in Indien ist der Zugang zu Drogen relativ einfach. In den indischen Vierteln der Städte weiß jeder, wo die meist von Chinesen betriebenen Opiumhöhlen sind. Captain Wyndham, der seine Sucht meist gut unter Kontrolle hat, kann aber ab und zu der Versuchung nicht widerstehen, und ausgerechnet in einer Opiumhöhle bekommt er den entscheidenden Hinweis zur Lösung des Falles.

Ein origineller, historischer Krimi der den Leser in eine exotische, heutzutage versunkene Welt entführt.

Die Familie des Autoren stammt aus Kalkutta. Abiv Mukkerjee lebt heute in London und schreibt am 2. Band mit Captain Wyndham als Hauptperson.

 


Verlag: blanvalet
ISBN: 9783764505875
Preis: 14,99 €
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Der Hirte

Ingar Johnsrud, Rezension von Jutta Pollmann

Kari Lise Wetre, stellvertretende Vorsitzende der Kristelig Folkeparti, hat die Polizei alamiert. Seit über einem halben Jahr hat sie nichts mehr von ihrer Tochter gehört und gesehen. Mit ihrem Sohn lebt die junge Frau auf Solro, einem alten Hof vor den Toren Oslos in einer christlichen Sekte mit dem Namen „Gottes Licht“. Wetre macht der Polizei schwere Vorwürfe, weil die nicht schneller reagiert hat.

Kurze Zeit später werden Kommissar Frederik Beier und Oberkommissar Andreas Figueras nach Solro gerufen. Fünf Männer sind bestialisch ermordet worden, von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur.

Bei der Untersuchung des Hofes, finden die Techniker unter einem der Gebäude ein perfekt eingerichtetes Labor.

Was wurde hier erforscht? Hat man hier vielleicht Drogen hergestellt? Überhaupt, wovon hat die Sekte gelebt? Sicher, einige Mitglieder, so auch die Tochter der Politikerin Wetre, haben ihr Vermögen der Gemeinschaft überschrieben, aber die Umbauten am Hof, die Überwachungsanlage wie bei einem Hochsicherheitstrakt, alles das war kostspielig.

Die Polizei steht vor einem Rätsel. Da bei einem der Opfer ein Schal mit arabischem Text versehen gefunden wird, vermutet man zuerst einen islam - terroristischen Hintergrund. Die Kommissare Beier und Figueras bekommen, sehr zu ihrem Unmut, Iqbal Kafa, Expertin für islamischen Fundamentalismus und Terrorismus aus dem Innenministerium an die Seite gestellt.

Doch schon bald wird klar, dass diese Spur die Ermittler nur in die Irre führen sollte. Mehr und mehr wird eine Spur deutlicher, die in die Vergangenheit, in die 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts führt, zur Wiener Gesellschaft für Rassenpflege und deren Mitglieder und einem Plan, der nun umgesetzt werden soll.

 

Ein absolut spannender Thriller, der einen von der ersten Seite an packt. Tolle Charaktere, spannende Geschichte, kann man nicht zur Seite legen.

 


Verlag: Carl`s Books
ISBN: 9783570585610
Preis: 14,99 €
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Kommando Abstellgleis

Sophie Hénaff, Rezension von Bernhard Söthe

Anne Capestan, Kommissarin bei der Pariser Kripo, ist vom Dienst suspendiert worden. Sie hat einen Kindesentführer bei der Festnahme erschossen. Hart am Rande der Legalität wird der Vorfall als Notwehr eingestuft und macht die eigenwillige Kommissarin, die schon häufiger wegen mangelnder Impulskontrolle im Dienst aufgefallen ist, in der Chefetage nicht gerade beliebter. Fast zeitgleich mit der Suspendierung hat Anne Capestans Mann sie verlassen. An das Alleinsein glaubt sie sich gewöhnen zu können, nicht aber daran, ohne ihren Beruf, den sie gerne und - wie sie glaubt - gut ausgeübt hat, ein sinnvolles Leben führen zu können. So ist sie zunächst erleichtert, als sie zu ihrem Chef vorgeladen wird, der eine neue Aufgabe für sie hat. Anne Capestan soll eine neu zusammengestellte Brigade der Kripo leiten, die sich um alte, nicht aufgeklärte Kriminalfälle kümmern soll. So weit, so gut, aber die unerwartete Beförderung hat natürlich einen Haken. Die Mitglieder der neuen Brigade sind die gesammelten Loser der Polizeibehörde. Faulenzer, Größenwahnsinnige, Dummschwätzer, Alkoholiker, Spielsüchtige, Arbeitsverweigerer, mit denen niemand mehr zusammen arbeiten will. Der Chef hat Anne Capestan sozusagen einen Strauß schönster Neurosen zusammen gestellt.

Die Büroräume der neuen Brigade sind weit weg vom Hauptgebäude der Kripo, die Einrichtung ist sperrmüllreif, die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien vorsintfluchtlich. Die Brigade hat nominell 40 Mitarbeiter, von denen immerhin eine große Handvoll bereit ist, das zu tun, wofür sie bezahlt werden: Verbrecher zu jagen, was aber keiner der Vorgesetzten ernsthaft erwartet. Staatsangestellte sind in Frankreich unkündbar, und die auf das Abstellgleis geschobenen Loser sollen wenigstens kein Sand im Getriebe des normalen Kripoalltags sein. Aber Kommissarin Capestan schafft es, aus diesem Häuflein von Versagern und Soziopathen eine Crew zu schweißen, die ihre Arbeit unkonventionell, aber überraschend erfolgreich erledigt.

Ein origineller Krimi, vergnüglich zu lesen, viel Situationskomik wegen der ungewöhnlichen Hauptpersonen, aber mit ernstzunehmendem Krimiplot. Auch für Frankreich-/ Paris-Liebhaber bestens geeignet. Im Herbst erscheint Teil 2. Ich freu mich drauf.


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 9783518467701
Preis: 10,00 €
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Endgültig

Andreas Pflüger, Rezension von Daniela Maifrini

 

Was ich nicht gerne mag, sind Bücher die in der Gegenwart geschrieben sind. Als ich mir für den Urlaub den Thriller Endgültig eingepackt habe, ist mir dieses Detail aber glücklicherweise durchgerutscht, sonst hätte ich mich eines unerhörten Lesevergnügens beraubt!

Was mich angesprochen hatte, war die Tatsache, dass die Hauptperson im Buch, Jenny Aaron, eine Elitepolizistin ist, die im Einsatz so verletzt wurde, dass sie blind ist. Dennoch ist sie nach wie vor im Polizeidienst, mittlerweile als Verhörspezialistin beim BKA in Wiesbaden. Eine ungewöhnliche Ausgangssituation!

Jenny Aaron hat vor ihrer Verletzung in Berlin gearbeitet und etliche Auslandseinsätze absolviert. Dabei hatte es einen Auftrag in Barcelona gegeben, bei dem sich furchtbare Dinge ereignet haben, Stück für Stück erfahren wir Details.

Mit diesen Ereignissen hat auch der Fall zu tun, der Aaron (Vornamen sind nicht gebräuchlich in diesen Kreisen!) zurück zu ihrer alten Einheit führt: einer ihrer früheren „Kunden“, ein Häftling in der JVA Tegel, hat mutmaßlich seine junge Gefängnispsychologin umgebracht und sie soll ihn vernehmen, da die Kollegen nicht weiterkommen. Schnell wird ihr der Zusammenhang mit ihrer eigenen Vergangenheit klar und sie gerät in den Einfluss ihres schlimmsten Feindes, des einzigen Kriminellen, der wie sie nach den Regeln der Samurai lebt und ihr ebenbürtig ist.

Ich bin ehrlich: der Schreibstil ist für einen Thriller extrem anspruchsvoll, man muss sich kurz einfinden. Aber dann kommen die ersten Handlungsstränge, die einfach so mitreißend sind, dass man sich dem Buch nicht mehr entziehen kann. Und man gewöhnt sich an die Sprache, da sie die einzig logische Möglichkeit ist, die knallharte Handlung glaubhaft zu schildern.

In dem Buch werden akribisch recherchierte Sachverhalte wiedergegeben, die sich mit den Fähigkeiten von spät Erblindeten und deren Möglichkeiten beschäftigen - hochinteressant und für mich komplettes Neuland!

Das eigentlich Großartige ist aber die präzise Schilderung der handelnden Akteure. Wir bewegen uns innerhalb einer Polizei-Eliteeinheit, wir lernen einen Haufen echt harter Männer und zwei harte Frauen kennen, die allesamt vor lauter Testosteron strotzen. Dennoch ist Andreas Pflüger eine glaubhafte und detaillierte Schilderung der einzelnen Charaktere und der Teamstruktur gelungen, da findet man keine einzige flache Figur. Es gibt zum Besipiel eine Teamleiterin, die im Laufe des Buches eine so großartige Entwicklung durchmacht, dass man sich - Entschuldigung, Herr Söthe! - so eine Chefin wünscht. Und einer der ältesten Freunde Aarons bei der Einheit ist so tough und gleichzeitig so feinfühlig, dass sich so mancher Action-Hero eine Scheibe davon abschneiden könnte.

Schnell, anspruchsvoll, hoch spannend und sehr wendungsreich - unbedingt lesen!

 


Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-29599-9
Preis: 14,99 €
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Die Überfahrt

Mats Strandberg, Rezension von Kathrin Allkemper

Wer an Bord der schwedischen Ostseefähre „Baltic Charisma“ eincheckt, der hat vor allem eine Sache im Sinn : Party machen und eine Pause vom Alltag einlegen! Auf dem Meer zwischen Stockholm und der Südküste Finnlands werden gerne Junggesellenabschiede gefeiert, da der Alkohol weniger kostet als auf dem Festland. Dementsprechend fließt der Sprit auch bei dieser Überfahrt in Strömen. Daher bemerkt zunächst niemand die beiden verhüllten Gestalten, die sich kurz vor dem Ablegen noch an Bord schleichen: eine Mutter mit ihrem 5jährigen Sohn. Zumindest sieht er auf den ersten Blick aus, als wäre er einfach nur ein kleiner Junge.....

Sobald das Schiff auf dem Wasser ist, geht die Party los. Zwei Freundinnen wollen einfach mal wieder eine Nacht durchfeiern, eine einsame Frau sucht Anschluss und landet ziemlich schnell mit einem völlig Fremden im Bett, ein junger Mann plant einen Heiratsantrag an Bord und die feuchtfröhliche Junggesellenbande mischt die Bar ordentlich auf. Kurzum, man lernt sich untereinander kennen und der Alkohol lockert Zunge und Gemüter. Nur die beiden merkwürdigen Passagiere verstecken sich zunächst in ihrer Kabine. Dem Jungen geht es sehr schlecht. Also macht sich seine Mutter auf die Suche nach dem einzigen Mittel, das ihm helfen wird: Blut! Allerdings dauert es dem Jungen zu lange, so dass er es selbst versucht. Als er einen der betrunkenen Junggesellen in seine Kabine lockt, ahnt dieser nicht, dass er nur das erste von zahlreichen Opfern sein wird. Und spätestens da weiß man, wieso auf dem Buchcover der Aufkleber „Der schwedische Stephen King“ pappt.

Spannende Unterhaltung mit Gruselfaktor:-)

 


Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-03553-3
Preis: 9,99 €
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Die Brut - Sie sind da

Ezekiel Boone, Rezension von Bernhard Söthe

Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe, kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören. In China wird eine Atombombe gezündet, angeblich versehentlich.

In Minneapolis stürzt der luxuriöse Privatjet des Milliardärs Henderson ab. Aus seiner völlig verkohlten Leiche krabbelt eine ungewöhnlich große schwarze Spinne. Henderson war auf dem Rückflug von einem Abenteuerurlaub am Amazonas.

In Washington erhält die Biologin Melanie Guyer eine seltsame Kugel, offensichtlich uralt, scheinbar versteinert, ausgegraben auf dem Gelände der mysteriösem Nazca-Linien in Peru. Aber irgendetwas lebt in dieser Kugel. Aus verschiedenen Ländern kommen beunruhigende Nachrichten über das Auftreten von gewaltigen Mengen schwarzer Spinnen, und diese Spinnen sind gefräßig. Die amerikanische Präsidentin ruft den Notstand aus.

Definitiv kein Buch für Spinnenphobiker. Schon beim Lesen kribbelt es mal hier und es juckt mal da ...


Verlag: Heyne
ISBN: 9783453438729
Preis: 9,99 €
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Die Gewalt der Dunkelheit

Michael Koryta, Rezension von Kathrin Allkemper

Mark Novak ist Ermittler bei „Innocence Incorporated“. Zusammen mit seiner Frau kümmert er sich um Menschen, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu Unrecht in der Todeszelle sitzen. Bei einem Einsatz wird seine Frau erschossen und da man Mark von den Ermittlungen fernhalten will, versetzt ihn sein Chef nach Garrison, Indiana, um dort einen alten Fall neu aufzurollen. Vor zehn Jahren ist dort bei einer Höhlenbesichtigung eine junge Frau spurlos verschwunden, die mit ihrem Freund unterwegs war. Der junge Mann konnte sie dort unten nicht wiederfinden. Ein Suchtrupp wurde hinuntergeschickt, allen voran der umstrittene und ziemlich merkwürdige Kauz Ridley Barnes, der ein Experte für dieses Höhlensystem war und ist. Er hat das Mädchen auch gefunden, allerdings hat er sie tot aus der Höhle getragen. Man konnte ihm nichts nachweisen, aber natürlich haben alle in der Stadt ihn für den Mörder gehalten, verurteilt wurde er nie. Und genau da soll Mark Novak nun ansetzen. Schnell schlägt ihm das Mißtrauen der ganzen Kleinstadt entgegen und nicht nur einmal „empfiehlt“ man ihm, die Sache ruhen zu lassen. Aber wieso versucht man, ausgerechnet den Mann zu schützen, den eigentlich alle für einen Mörder halten?! Die Antwort liegt leider in der eiskalten, finsteren Höhle.....

Sehr spannend, aber auch teilweise beklemmend, wenn es tief in das dunkle Höhlenlabyrinth geht.


Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10099-7
Preis: 13,00 €
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The girl before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.

J. P. Delaney, Rezension von Bernhard Söthe

Jeder hat schon mal gehört, dass die Lebenshaltungskosten in London sehr hoch sind. Selbst für die letzte feuchte Kellerwohnung werden unglaubliche Mieten verlangt. Paradiesische Zustände für Wohungsmakler, die Hölle für Wohnungssuchende. Jane, 34 Jahre alt, steckt in einer Lebenskrise. Eine Beziehung, von der sie hoffte, sie würde zu einer Ehe führen, ist gescheitert, sie hatte eine Fehlgeburt, und ihre gut bezahlte Stelle in einer Werbeagentur hat sie selbst gekündigt. Jetzt braucht sie dringend eine für sie bezahlbare Wohnung. Nach einer Menge frustrierender Erlebnisse mit hochnäsigen Maklern, die sie wegen ihrer psychischen Ausnahmesituation nicht gut wegsteckt, kommt ihr eine sehr ungewöhnliches Angebot wie gerufen.

Ein international sehr erfolgreicher Stararchitekt hat in einer der teuersten Ecken Londons ein futuristisches Einfamilienhaus gebaut. Jede Architektur- und jede Schöner-Wohnen-Zeitschrift hat seitenweise darüber berichtet. Ein "denkendes" Haus, vollgestopft mit modernster Technik, von den angesagtesten Innenarchitekten Londons eingerichtet. Ein Traum - und zu einem für Londoner Verhältnisse geradezu lächerlich niedriger Preis zu mieten. Der Haken ist der Mietvertrag, der ungewöhnlich rigide Vorschriften für den Mieter enthält. Absolut nichts darf an Haus und Einrichtung verändert werden. Die Hausreinigung erfolgt durch vom Architekten/Hausbesitzer bestellte externe Kräfte, die auch darüber wachen, dass alle Einzelheiten des ungewöhnliches Mietvertrages exakt eingehalten werden. Der Mieter muss laut Vertrag auch zulassen, dass er durch raffinierte Überwachungsgeräte quasi rund um die Uhr beobachtet wird.

In ihrer Notlage akzeptiert Jane auch die abstrusesten Vorschriften des Architekten. Sie zieht in das vermeintliche Traumhaus ein und versucht, in der minimalistisch unterkühlten Atmosphäre heimisch zu werden. Sie lernt den Architekten, eine ausgesprochen charismatische Persönlichkeit, kennen und wird seine Geliebte. Die Beziehung läuft ebenfalls strikt nach den Vorstellungen des Architekten. Jane akzeptiert auch dies.

Von einer Nachbarin erfährt sie, dass eine andere junge Frau, Emma, vor ihr in dem Haus als Mieterin wohnte. Ebenso blond wie Jane und ihr auch sonst verblüffend ähnlich. Emma ist in dem Haus gestorben, als sie die hochelegante, freischwebende Granittreppe hinabstürzte. Was genau geschah, weiß man nicht, da ausgerechnet am Tag von Emmas Tod die hochsensiblen Aufzeichnungsgeräte nicht funktionierten. Die gesprächige Nachbarin weiß auch, dass - bevor das futuristische Gebäude errichtet wurde- auf dem Grundstück das Familienhaus des Architekten stand, in dem er mit seiner Frau - jung, blond und gutaussehend - und dem gemeinsamen Kind lebte, bis diese auf mysteriöse Weise ums Leben kamen ...

Warum auch dieser Psychothriller einen englischen Titel haben muss, weiß ich nicht. Vermutlich möchte der Verlag an die Erfolge anderer englischer Titel à la "Girl on the train" und "Gone Girl" etc anknüpfen. Solche angeblich kaufanreizende Mätzchen hat dieses Buch gar nicht nötig, es ist einfach gut!