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Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-26171-6
Preis: 24,00 €
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Miroloi

Karen Köhler, Rezension von Lena Gerbig, Gastrezensentin

In einem Dorf ohne Namen auf einer namenlosen Insel lebt eine junge Frau, die die Geschichte "Miroloi" erzählt. Ein bisschen wie eine griechische Insel mutet sie an, in der Beschreibung dessen, wie die Menschen leben, was sie essen, wie das Wetter ist. Die junge Frau hat selber auch keinen Namen, sie ist eine "Eselshure", als Baby von den unbekannten Eltern ausgesetzt. Sie wächst unter der Obhut des "Vaters" auf, im Bethaus. Das Bethaus ist genauso allgemein gehalten wie die restlichen Rahmenbedingungen des Romans, die Menschen auf der Insel lesen nämlich aus der "Khorabel". Die Frau ohne Namen beschreibt das eintönige, traditionsverwurzelte Leben auf der Insel und erzählt von ihren Sehnsüchten, dem Wunsch nach Liebe, nach einem eigenen Namen, nach Anerkennung, nach Gerechtigkeit. Doch in ihrem Dorf haben seit Ewigkeiten die alten Männer das Sagen, und die alten Frauen reden schon immer über alles, was im Dorf geschieht - oder was sie sich vorstellen, das geschehen könnte/sollte/müsste. Die namenlose Frau beginnt dann, sich aufzulehnen, ihre Stimme zu erheben. Sie verliebt sich, bekommt endlich einen Namen, und kämpft für das Schicksal der Menschen.

Ein wundervoller, ungewöhnlicher Roman, voller Tiefgang und Gedanken einer jungen Frau, die das Leben nicht hinnehmen möchte, das für sie vorgesehen ist.