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Verlag: Beltz
ISBN: 978-3-407-74949-9
Preis: 9,95 €
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White Zone- Letzte Chance

Katja Brandis, Rezension von Sarah Eickholt

Das Jahr 2030: Sechs Jugendliche, alle mit einer mehr oder minder kriminellen Vergangenheit, bekommen in der Antarktis die letzte Chance, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Zusammen mit einem Betreuer und einer wortkargen, mongolischen Köchin sollen sie drei Monate auf einer verlassenen Forschungsstation verbringen. Zwischen Gruppensitzungen, Ausflügen in die faszinierende, stille Wildnis der Eiswüste und Problemen wie Liebe und Identitätsfindung häufen sich beunruhigende Vorfälle. Zunächst sind es harmlose Warnungen, doch bald gibt es Verletzte. Ist die Station etwa doch nicht ganz verlassen? Oder steckt einer von ihnen dahinter?

Obwohl die Grundidee nicht neu ist, entwickelt der Roman schnell einen unwiderstehlichen Sog. Die sich verändernde Gruppendynamik wird zu einem spannenden Kammerspiel; das in einem dramatischen Finale im ewigen Eis gipfelt.


Verlag: Deuticke im Zsolnay Verlag
ISBN: 978-3-552-06377-8
Preis: 19,00 €
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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel, Rezension von Andrea Feirer, Gastrezensentin

Ich habe mich sehr auf dieses Buch von Jean-Philippe Blondel gefreut. Nach „6 Uhr 41“, „Die Liebeserklärung“ und „This is not a Love Song“ ist es mein vierter Roman von ihm. Erzählt wird die Geschichte von Victor. Er hat seine Heimatstadt in der französischen Provinz verlassen, um in Paris zu studieren. Er ist im zweiten Vorbereitungsjahr am Lycée D. und fristet ein ziemlich einsames Dasein, als er zarte Bande zu Mathieu, einem Jungen aus einem Kurs unter ihm, knüpft. Sie treffen sich gelegentlich in den Pausen, um gemeinsam zu rauchen. In Victor keimt die Hoffnung auf, einen Freund gefunden zu haben, der ihn ein wenig aus seiner Isolation befreit. Das bringt ihn auf die Idee, seinen bald anstehenden 19.Geburtstag mit Mathieu zu verbringen. Doch dazu kommt es nicht. An dem Tag, als er ihn in der Pause fragen möchte, geschieht etwas Unvorhergesehenes, etwas Schreckliches. Mathieu stürzt sich in den Tod. Überraschenderweise steht nun Victor im Mittelpunkt des Geschehens. Den anderen sind seine Pausen mit Mathieu nicht verborgen geblieben und sie interessieren sich auf einmal für ihn. Alle umschwirren ihn, um etwas über Mathieu zu erfahren, selbst dessen Vater. Dabei hat Victor ihn doch selbst kaum gekannt. Das klärt er nicht auf, denn er genießt diese unerwartete Aufmerksamkeit, die ihm von allen Seiten zuteilwird und führt plötzlich ein anderes Leben als noch kurz zuvor.

Ein Buch mit einer melancholischen Grundstimmung, die sich aber gut aushalten lässt. Es fällt mir fast schwer, zu formulieren, was ich an Jean-Philippe Blondels Büchern so mag. Sie gehen mir auf eine besondere Art und Weise nahe. Es gelingt ihm, die Menschen mit all ihren Facetten zu zeichnen und stellt unerwartete Verknüpfungen her, die ein großes Ganzes ergeben und Verstehen erzeugen, so dass mir keiner der beschriebenen Charaktere am Ende gänzlich unsympathisch erscheint.

Besonders gelungen finde ich das Cover, das nicht nur künstlerisch sehr beeindruckend ist, sondern, meiner Meinung nach auch einen direkten Bezug zum Inhalt herstellen lässt. Die Tauben umschwirren den jungen Mann, so wie all die Menschen nach Mathieus Tod um Victor kreisen. Mein Lieblingscover in diesem Jahr.

Ein Winter in Paris“ ist ein Buch mit nachhaltiger Wirkung, das ich gerne empfehlen möchte.


Verlag: Heyne
ISBN: 9783453422926
Preis: 9,99 €
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Ein Tag im Dezember

Josie Silver, Rezension von Nicole Heiligenstadt

21. Dezember 2008. Laurie sitzt mit einem Lametta-Heiligenschein im Haar, an einem kalten Winterabend, nach ihrer diesjährig letzten Schicht an der fürchterlichen Hotelrezeption, in einem Bus nach Hause. Morgen möchte sie über Weihnachten ins gemütliche Haus ihrer Eltern in die Midlands fahren, um dort bis zum nächsten Jahr Winterschlaf zu halten. An einer Bushaltestelle sieht sie einen „Typen“ auf einem Klappsitz, der in ein Buch vertieft ist. Es kommt ihr vor wie bei einem Spezialeffekt in Filmen, bei denen jemand ganz still steht und sich die Welt kaleidoskopartig auflöst und allmählich verschwimmt. Dann hebt er seinen Blick, blinzelt und richtet seine Aufmerksamkeit auf Laurie. Sie starren sich an. Sein Blick springt zu der abnehmenden Schlange, die noch auf dem Bus wartet…dann wieder zu Laurie…Entschieden schlägt er das Buch zu und stopft es in den Rucksack zwischen seinen Füßen. Dann hört Laurie das Zischen der schließenden Bustüren und das Lösen der Handbremse…Laurie wirft ihm noch eine verzweifelte Kusshand zu und wartet, bis er aus ihrem Blickfeld verschwindet. Für außenstehende ein oscarreifer sechzig Sekunden Stummfilm, für Laurie die Liebe auf den ersten Blick. Ein Jahr lang sucht Laurie verzweifelt den „Typen“ von der Bushaltestelle. Doch dann begegnen sich Laurie und Jack wieder. Allerdings unter Umständen, die ihre Liebe fast unmöglich machen…

Wer Bücher im Stil von Cecilia Ahern und Jojo Moyes gerne liest, wird „Ein Tag im Dezember“ lieben. Ein wunderbarer Roman über Liebe, Freundschaft und Familie. Eine Achterbahn der Gefühle. Witzig, romantisch, modern. Ich habe beim Lesen gelacht und auch geweint….Ein absolutes LeseMUSS für den Herbst/Winter2018.


Verlag: dtv
ISBN: 9783423640411
Preis: 14,95 €
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Ghost - Jede Menge Leben

Jason Reynolds, Rezension von Sarah Eickholt, Gastrezensentin

Castle Cranshaw, alias Ghost, rennt schon sein ganzes Leben lang. Hauptsächlich rennt er davon – vor sich selbst, den Problemen in der Schule und vor allem vor der Nacht, in der er um sein Leben laufen musste. Er kommt aus einem heruntergekommenen Viertel und seine alleinerziehende Mutter hat wenig Geld, was ihn zur Zielscheibe von Hänseleien macht. Er gerät immer wieder in Konflikte und in ein Netz aus Lügen. Eines Tages beobachtet er das Lauftraining der „Defenders“, und will es einem der anderen Jungen zeigen. Nur weil der teure Sportklamotten trägt, heißt das schließlich noch lange nicht, dass er der Größte ist. Das Rennen geht so knapp aus, dass der Trainer Castle anbietet, ins Team zu kommen. Damit eröffnet sich für den Jungen nicht nur die Chance, erfolgreich zu laufen; er erfährt auch, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein, in dem man sich gegenseitig unterstützt. Unverblümt und ehrlich erzählt der Autor die Geschichte eines Jungen, der sich seiner Vergangenheit stellen und entscheiden muss, wie seine Zukunft aussehen soll. Besonders interessant ist die Figur des Trainers. Mit einer Mischung aus Härte und Verständnis bringt er seine Schützlinge voran, im Training sowie im echten Leben.„Ghost“ ist der erste Band einer Reihe – auch die anderen Neulinge im Team der „Defenders“ werden ihr eigenes Buch bekommen.


Verlag: Dumont
ISBN: 978-3-8321-6165-1
Preis: 11,00 €
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Die Herrenausstatterin

Mariana Leky, Rezension von Andrea Feirer, Gastrezensentin

Nachdem ich im letzten Jahr „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky quasi an einem Tag verschlungen und zu meinem Lieblingsbuch auserkoren hatte, war ich ganz gespannt auf mehr. So bin ich auf „Die Herrenausstatterin“ gestoßen, erschienen im Jahr 2011. Es lag schon etwas länger auf dem Stapel, als meine Tochter mir sagte, das müsse ich unbedingt lesen. Und sie hatte sowas von recht!

Katja Wiesbergs Zahnarzt ist im Urlaub und sie muss zur Vertretung. So landet sie auf Jakobs Behandlungsstuhl. Zitat: „…, und dann: „Und jetzt denken Sie mal an was Schönes.“ Weil es sich anbot, dachte ich an Jakob, denn Jakob war schön, obwohl er Zahnarzt war.

So beginnt es zwischen Jakob und Katja. Leider haben sie nur eine kurze Zeit miteinander und Katja fällt in ein tiefes Loch. Ihr geht es so schlecht, dass sie auch ihren Job als Übersetzerin für Gebrauchsanweisungen verliert. Sie ist furchtbar allein. Bis plötzlich Herr Dr.Blank auftaucht, ein älterer Herr, der sehr müde zu sein scheint und ihr von da an, nicht mehr von ihrer Seite weicht. Mal sitzt er auf ihrem Badewannenrand, mal auf ihrem Sofa. Er ist einfach da. Und damit nicht genug. Irgendwann steht auf einmal auch noch ein junger Feuerwehrmann mitten in der Nacht vor ihrer Tür und sucht das Feuer in ihrer Wohnung, zu dem er angeblich gerufen wurde. Es brennt aber nicht. Warum also ist er da? Und warum bleibt auch er da, genauso wie Dr.Blank? Es beginnt eine unglaublich rührende, traurige, zuweilen aber auch sehr komische Geschichte, die voller Lebensweisheit steckt.

Dieses Buch ist das pure Lesevergnügen und ich kann es nur jedem ans Herz legen.

 


Verlag: Knaur
ISBN: 9783426521427
Preis: 9,99 €
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Ein Sommer wie Limoneneis

Marie Matisek, Rezension von Lena Gerbig, Gastrezensentin

Der Prolog aus den Erinnerungen an Marcos Kindheit und den Sommer 1990 haben mich erst zweifeln lassen: lese ich weiter? Die für meinen Geschmack holprigen Satzgefüge und umständliche Erzählweise ließen die Motivation zum Weiterlesen nicht unbedingt entstehen. Ich entschied mich dennoch zum Weiterlesen und bin froh darüber: "Ein Sommer wie Limoneneis" ist ein toller Roman für das Reisegepäck, ein netter Schmöker , der neben der romantischen Küste Süditaliens und der reichhaltigen italienischen Küche auch im hektischen Leben Münchens spielt. Mittendrin: Marco, erfolgreicher Immobilienanwalt, der auf einmal vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht. Burn out, und die Ehefrau will die Scheidung.  Seine Kinder kennt Marco kaum.

Und so begibt er sich nach Süditalien auf die Zitronenplantage seines Vaters, den er seit Jahren nicht besucht hat und versucht, sich zu erholen und sein Leben neu zu sortieren. Wie es ausgeht? Lesen Sie selbst ...


Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-96268-0
Preis: 20,00 €
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Gork der Schreckliche

Gabe Hudson, Rezension von Henrik Bette

Gork, der Schreckliche hat ein kleines Problem: Er ist leider gar nicht so schrecklich. Sein WILLE ZUR MACHT-Ranking liegt ungefähr auf „Kuschelbär“-Niveau (leider manchmal auch darunter) und seine Drachenhörner sind dementsprechend winzig. Gorks Großvater Dr. Schrecklich ist mit der Situation gar nicht zufrieden, schließlich ist er der letzte Spross der Schrecklich-Dynastie und dazu auserkoren, auf intergalaktischen Eroberungszügen, unzählige Planeten zu versklaven. Blöd nur, dass Gorks Herz viel zu groß ist… Und jetzt ist auch noch Krönungstag an der Drachenakademie WarWings und er muss versuchen, eine Drachendame für sich zu gewinnen, um mit ihr zusammen auf intergalaktischen Feldzug zu gehen, ansonsten wird er sein Leben als Sklave zubringen. Ganz besonders hilfreich sind dabei auch hungrige Sportler-Drachen, die mordlüsterne Security von WarWings und Robodrachen mit viel zu großen Hörnern.

Gabe Hudsons Drachen haben nicht viel mit den tolkienschen Bestien gemeinsam. Genauso steht es mit seinem Buch und High Fantasy. Alle Fans von klassischen Fantasy-Romanen werden zunächst enttäuscht sein und sich dann vielleicht in Gork und Hudsons humoristischen Schreibstil vergucken. Eine Altersempfehlung ist allerdings schwierig. Die Andeutungen und abstrakten Analogien, die das Buch für Erwachsene erst lesenswert machen, werden Kinder wohl nicht verstehen. Spaß an Gorks Erlebnissen werden sie aber auch haben und die vielen, teils albernen Blödeleien, die für ältere Leser gewöhnungsbedürftig sein mögen, werden junge Leser begeistern. Dieser Vielschichtigkeit halber empfehle ich das Buch in der Tradition vieler Brettspiele für Leser von 12-99 Jahren ;)

 


Verlag: btb
ISBN: 9783442756841
Preis: 20,00 €
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Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde, Rezension von Lena Gerbig

Wow. Auch wenn das Buch bereits vor gut einem Jahr erschienen ist, ist das Thema aktuell und so brisnt wie nie zuvor, glaube ich. Bienensterben. Insektensterben. Was passiert mit uns, den Pflanzen, Blumen wie Bäumen, mit dem Klima, wenn es keine Bienen mehr gibt? Was für Auswirkungen könnte das auf uns Menschen haben? Maja Lunde erzählt in ihrer "Geschichte der Bienen" von diesem Thema. Sie vereint Faszination vor Bienen mit der Angst, von ihnen gestochen zu werden. Sie verbindet drei Geschichten mit einander, die in einer Zeitspanne von 1852 bis 2098 geschehen. Alle hängen irgendwie miteinander zusammen: William, Forscher und Samenhändler, der Imker George, dessen Bienen plötzlich verschwinden und die Chinesin Tao, die als junge Mutter in den Obstplantagen als Bestäuberin arbeitet, deren Sohn plötzlich verschwindet...

Keine Liebesgeschichte, kein Kitsch, aber ein durchweg spannender Roman zum Thema Bienen, der vor allem mir wieder vor Augen geführt hat, dass wir dringend etwas gegen das Bienen-/Insektensterben tun müssen!

Das Buch erscheint am 10.9.2018 als Taschenbuch.


Verlag: Aufbau
ISBN: 9783746633879
Preis: 12,99 €
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Die Frauen von Long Island

Zoe Fishman, Rezension von Lena Gerbig, Gastrezensentin

Eine Erbschaft flattert ins Haus. Maggie erbt von einer verstorbenen Freundin ein Strandhaus in den Hamptons. Bisher ging es ihr mit ihrer kleinen Tochter finanziell alles andere als gut - jetzt besitzt sie ein schickes Haus mit Strandzugang in einem der wohlhabendsten Vororte und Wochenendorten der New Yorker. Einziges Manko: die Mutter der Verstorbenen - Edith - lebt mit im Haus und genießt lebenslanges Wohnrecht. Maggie ist überfordert mit der Situation, Edith gleichermaßen. Doch mit der Zeit gelingt es beiden, sich einander zu öffnen und eine angenehme Zeit miteinander zu verbringen. Maggies Töchterchen Lucy tut ihr Übriges, um die an Alzheimer erkrankte und missmutige Edith hervorzulocken und sie wieder lachen zu lassen. 

Eine schöne, gut zu lesende Geschichte über drei Generationen Frauen unter einem Dach, gepaart mit herzzerreißenden Erinnerungen, heißen Männern, tollen Freundinnen und ganz viel toller Schriftsprache. 


Verlag: Carl's Books
ISBN: 978-3-570-58566-5
Preis: 14,99 €
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Das Scherbenhaus

Susanne Kliem, Rezension von Lena Gerbig, Gastrezensentin

Carla Brendel lebt zurückgezogen in ihrem reetgedeckten Haus in Stade. Außer zur Arbeit im Restaurant verlässt sie ihr Haus kaum - seitdem sie von einem Stalker belästigt wird. Die Polizei findet nichts heraus, irgendwann hören die Briefe auf, und Carla versucht, zur Normalität zurückzukehren. Dann wird Carla von Ellen, ihrer Halbschwester, zu der sie eher sporadisch Kontakt hält, angerufen und nach Berlin gebeten. Ellen klingt panisch. Sie behauptet, etwas über jemanden herausgefunden zu haben, das sie niemals hätte wissen dürfen. Etwas Ungeheuerliches. Carla reist unter größter Unruhe nach Berlin, wo Ellen noch am selben Tag verschwindet und tot aufgefunden wird. Ein Unfall? Zeitgleich lernt Carla die Mitbewohner von Ellen im "Mehrfamilienhaus" kennen, wobei der Begriff dem futuristischen, intelligenten Glasgebäude nur schwer gerecht wird. Nach außen sind sie eine liebevolle Hausgemeinschaft, doch was ist wirklich mit Sarah los? Warum hat sie so eine schlechte Beziehung zu ihren Eltern, die gleich nebenan wohnen? Was verheimlicht der frühere Zirkusartist Milan Wagner? Oder ist er einfach nur nett und zuvorkommend? Und welche Beziehung besteht zwischen Christian und Eva? Das "Safe Haven" entpuppt sich als Gebäude voller Geheimnisse und Horrorszenarien. 

Die Geschichte ist unheimlich spannend, fesselnd und berührend. Unterschwellig hat man als Leser ständig Angst, dass wieder etwas passiert, sieht selbst überall Gefahren. Susanne Kliem ist ein toller Psychothriller gelungen, für den man ausreichend Zeit am Stück braucht, um ihn zügig zu lesen.


Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10237-3
Preis: 13,00 €
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Shark Club - Eine Liebe so ewig wie das Meer

Ann Kidd Taylor, Rezension von Lena Gerbig, Gastrezensentin

Mitglied im "Shark Club" zu sein ist etwas ganz Besonderes. das findet jedenfalls Hazel, die sechsjährige Gründerin. Weitere Mitglieder sind ihr Vater Daniel und seine Ex-Verlobte und Protagonistin des Romans, Maeve. Alle drei lieben Haie und wollen ihnen Gutes tun - allen voran Maeve, die seit einem Haiangriff in der Kindheit ein ganz besonderes Verhältnis zu den Tieren hat. Maeve forscht rund um Haie, reist dafür um den ganzen Globus. Der Zwischenstopp in ihrer Heimat Calusa lässt sie die Tochter ihres Ex-Verlobten Daniel kennen lernen - und ihre erste große Liebe Daniel ist auch zurück aus Miami. Wird es das romantische Happy End? Eine idyllische Familie, die Maeve sich vor Daniels Fehltritt vor sieben Jahren stets mit ihm wünschte? Oder überwiegt ihre Reiselust, der Forschungsdrang, etwas für die Haie der Welt zu tun?

Ein sehr schön lesbarer Roman, der neben einer bildhaften Darstellung von Unterwasser- und Meereswelt auch eine schöne und spannende Familien- und Liebesgeschichte mit sich bringt. Macht Spaß zu lesen!


Verlag: cbj
ISBN: 9783570165126
Preis: 18,00 €
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One of Us Is Lying

Karen M. McManus, Rezension von Emily Biggemann

Fünf Schüler einer Highschool, die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden auf eine ziemlich kuriose Weise zum Nachsitzen verdonnert. Als bei dieser besagten Nacharbeit Simon, einer der fünf Schüler, und zugleich Betreiber der berüchtigten Gossip-App der Schule, an einem allergischen Schock stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simons Ziel war es, am nächsten Tag einen Skandalpost über seine Mitschüler Bronwyn, Addy, Cooper und Nate, welche ebenfalls anwesend zur Nacharbeit waren, zu veröffentlichen. Sie waren alle dort und sie alle haben etwas zu verbergen, was sie zu den Hauptverdächtigen macht. Es entsteht eine spannende Ermittlung, mit immer wieder neu aufzudeckenden Geheimnissen.

Karen M. McManus erzeugt durch die Weise, aus den verschiedenen Sichten der Protagonisten zu erzählen, eine sehr gute Möglichkeit, sich besser in das Geschehen, wie die Charaktere denken und handeln, hineinzuversetzen. Die Handlung wird durch ständige, überraschende Wendungen geprägt und es entsteht eine Spannung vom Anfang bis zum Ende, die den Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lässt. Es ist ein ständiges Hin und Her, mit vielen neuen Fakten und Geheimnissen, bis der wahre Täter gefasst wird. Denn einer von ihnen lügt...


Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07017-0
Preis: 24,00 €
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Das Lied der Weite

Kent Haruf, Rezension von Andrea Feirer, Gastrezensentin

„Unserer Seelen bei Nacht“ hat mich schon unglaublich beeindruckt, und mit diesem Buch ging es mir nicht anders. Eigentlich beschreibt Kent Haruf in diesem Buch vermeintlich nichts wirklich Aufregendes oder Spannendes. Er schildert das Leben der Menschen in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Holt, ihr Alltagsleben, aber auch ihre Sorgen und Nöte. Doch er macht das auf eine Art und Weise, die einem das Gefühl gibt, Teil dieser Kleinstadt zu sein, sich mit den Menschen und ihren Geschichten verbunden zu fühlen. Es sind keine schönen Geschichten, auf den ersten Blick. Die siebzehnjährige Victoria ist schwanger und ihre Mutter möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Von heute auf morgen hat sie kein Zuhause mehr. Tom Guthrie, Lehrer und Vater von zwei Söhnen, wird von seiner depressiven Ehefrau verlassen. Das sind Situationen, die sich niemand wünscht, und die zunächst mal ausweglos erscheinen. Doch das Leben geht weiter und es lässt interessante Begegnungen und neue Verbindungen entstehen.

Für mich ist das Literatur allererster Güte. Kent Haruf gelingt es, die harten und unangenehmen Seiten des Lebens so zu erzählen, dass einem dabei dennoch warm wird ums Herz. Seine Kritik an der Kleinstadt-Gesellschaft ist natürlich unüberhörbar, aber gleichzeitig plädiert er auch für den Mut, sich ihr entgegenzustellen, um am Ende dafür belohnt zu werden mit einem selbstbestimmten Leben.