Krimi


Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783498001322
Preis: 16,00 €
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Der Kaninchen-Faktor

Antti Tuomainen, Rezension von Julia Jahns

Der Versicherungsmathematiker Henri verliert seinen Job, weil er sich weigert, an Teambuilding-Maßnahmen teilzunehmen, die er für sinnlos hält. Leider ist es nicht so einfach, einen neuen Job zu bekommen, wie er dachte, doch dann erfährt er, dass sein Bruder verstorben ist und er dessen Abenteuerpark geerbt hat. Er stürzt sich in die Arbeit und steht vor dem Rätsel, warum der Park trotz großer Besucherzahlen Schulden hat. Sein Bruder hat sich wohl mit den falschen Leuten eingelassen, die nun auch Henri auf die Pelle rücken. Plötzlich gibt es einen Toten, den er verschwinden lassen muss. Bei dem Versuch, den Park und seine eigene Haut zu retten, hat Henri alle Hände voll zu tun. Ein Plan muss her - für den analytischen Henri doch kein Probem?!

Herrlich schräger Krimi aus Finnland.


Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0724-4
Preis: 15,00 €
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Winterland

Pedersen/Faber, Rezension von Kathrin Allkemper

Auf dem Weihnachtsmarkt in Kopenhagen explodiert eine Bombe und es ist sehr schnell klar, dass es sich nicht um ein tragisches Unglück, sondern um einen gezielten Terroranschlag handelt. Die Kommissarin Signe Kristiansen leitet die Ermittlungen. Alles läuft trotz der Feiertage auf Hochtouren, doch sie kommt einfach nicht weiter. Ihr alter und geschätzter Kollege Martin Juncker fehlt ihr mehr denn je. Seit einem groben Fauxpas hat man ihn in die verschlafene Provinzstadt Sandsted strafversetzt, wo er eine neue Polizeidienststelle aufbauen soll. Zunächst sieht es so aus, als hätte er außer der Einarbeitung von zwei jungen Kollegen und der persönlichen Situation mit seinem dementen Vater,in dessen Haus er derzeit wohnt, nicht viel zu tun. Aber dann wird eine brutal misshandelte Leiche gefunden und schon kurze Zeit später ermittelt Juncker sogar in einem Doppelmord, ohne brauchbare Spuren oder ein erkennbares Motiv. Hilfe aus Kopenhagen kann er aufgrund des Terroranschlags nicht erwarten und die beiden Fälle haben nun wirklich nichts miteinander zu tun, oder doch?

Der Beginn einer tollen Krimireihe aus Dänemark, persönliche Schicksale verknüpft mit einem komplexen Kriminalfall, einfach nur spannend!


Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-00531-2
Preis: 12,00 €
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Glaube mir

Alice Feeney, Rezension von Kathrin Allkemper

Anna arbeitet als Moderatorin bei der BBC. Sie brennt für ihren Beruf, in den sie sich nach einem persönlichen Schicksalsschlag besonders reingehängt hat. Jetzt soll sie über einen brutalen Frauenmord in der Kleinstadt Blackdown berichten, dem Ort, in dem sie früher mit ihrem Mann Jack gelebt hat.

 DCI Jack, mittlerweile Annas Exmann, lebt dort immer noch und ermittelt in diesem Mordfall. Allerdings hat er größere Probleme als das Auftauchen seiner Exfrau: mit dem Mordopfer hatte er in der Tatnacht noch ein heißes Stelldichein. Und wer, wenn nicht er, weiß am besten, wie akribisch die Spurensicherung den Tatort nach winzigsten Hinweisen sucht, die zum Täter führen können. Da ist es auch nicht besonders hilfreich, wenn man eine besonders engagierte neue Kollegin hat, die ihr Können beweisen will.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jack und Anna erzählt und die große Frage ist, wer sagt die Wahrheit und wer lügt? Sehr spannender Krimischmöker mit überraschenden Wendungen!


Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-47155-5
Preis: 15,95 €
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Doom Creek

Alan Carter, Rezension von Kathrin Allkemper

Nicht nur, dass im beschaulichen Grün Neuseelands die Hobbygoldgräber unterwegs sind und Sergeant Nick Chester auf den Geist gehen, jetzt tauchen auch noch ein paar Amerikaner auf, die sich in seiner Nähe eine Luxusfestung bauen. Diese ultrarechte Gruppierung glaubt, dort sicher vor dem nächsten Weltkrieg oder gar dem Weltuntergang zu sein. Was sich zunächst nur anhört wie ein nerviger Haufen Spinner, entpuppt sich schon sehr bald als gewaltiges Problem. Der Anführer Bruce Cunningham gibt sich zwar stets höflich und betont, dass er keinen Ärger machen will, handelt jedoch im Hintergrund gefährlich und brutal, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Schwer bewaffnet und mit keinerlei Respekt vor dem neuseeländischen Rechtssystem, nehmen seine Handlanger das Gesetz selbst in die Hand, errichten Straßensperren, nehmen Land ein und auch Sergeant Chester wird gleich zur Begrüßung auf die Bretter geschickt.

Als Chesters Kollegin Latifa brutal überfallen wird und bei Bauarbeiten auch noch eine Leiche auftaucht, die auf einen sogenannten Cold Case verweist, ist es endgültig vorbei mit der Beschaulichkeit in den grünen Hügeln…

Alan Carter schreibt sehr spannend, gesellschaftskritisch und mit einer guten Portion trockenem Humor. Dies ist sein zweiter Fall um Sergeant Chester, der sich aber unabhängig vom ersten Band lesen lässt.


Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-95967-560-4
Preis: 11,00 €
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Eskalation

Nora Benrath, Rezension von Kathrin Allkemper

Als Dina Martin an diesem Abend von ihrer Freundin aufbricht, kann sie es kaum erwarten, nach Hause zu Mann und Tochter zu kommen. Unterwegs in ihrem kleinen, mit Eigenwerbung von ihrem Nagelstudio beklebten Auto fährt sie durch die Nacht. Auch ihre Handynummer steht auf dem Auto, doch der Mann, dessen verzerrte Stimme plötzlich über die Freisprechanlage kommt, ist garantiert kein Kunde. "Nicht langsamer werden", befiehlt die bedrohliche Stimme. Voller Panik und von der Angst überwältigt, befolgt sie zunächst seine Fahrkommandos. Als sie sich einem einsamen Waldparkplatz nähert und von der Polizei zur allgemeinen Verkehrskontrolle herausgewunken wird, würde sie am liebsten vor Erleichterung weinen. Endlich Hilfe! Doch ihr Peiniger braucht nur einen Namen zu nennen, um Dina zum Schweigen zu bringen...Ein Psychothriller, den man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann!


Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21977-8
Preis: 11,95 €
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Ausweglos

Henri Faber, Rezension von Christina Heger

Vor vier Jahren hielt der "Ringfingermörder" Hamburg in Atem und zerstörte nicht nur das Leben der Frauen, die er brutal ermordete, sondern auch die Karriere von Ermittler Elias Blom. Der Täter wurde nie gefasst.

Und plötzlich gibt es einen neuen Mord, doch diesmal hat der Täter einen Fehler gemacht: es gibt einen Zeugen. Elias Blom setzt alles daran, ins Ermittlerteam zu kommen und endlich mit der Vergangenheit abzuschließen. Doch der Fall ist noch verworrener und undurchsichtiger als damals. Der Druck auf das Ermittlerteam ist hoch: Wer ist das Opfer? Was weiß der Zeuge? Wer hat hier eigentlich nichts zu verbergen?

Henri Faber schafft mit seinem Thriller-Debut beste Unterhaltung und jagt seine Leser*innen aus den Perspektiven von Elias Blom, Noah, dem Zeugen und dessen Frau Linda durch den Fall. Zwischendurch liest man die Gedanken des Täters und immer wieder wird man auf neue Fährten gelockt. Selbst als Thriller-Fan wird man vom Ende überrascht und bis dahin sehr gut unterhalten.

 


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-44088-3
Preis: 12,99 €
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Der Nachlass

Jonas Winner, Rezension von Kathrin Allkemper

Kurz vor Ihrem Tod möchte Hedda Laurent noch einmal alle um sich versammeln. Sie ruft die ganze Familie an ihr Sterbebett und so trudeln nach und nach ihr Bruder und ihre vier Kinder mit Partnern und Kindern in der Villa in Berlin ein. Hedda hat zwei Söhne und zwei Töchter, wobei sich Sohn Theo gleich im Alter von 18 Jahren aus den Fängen der Familie gelöst hat und nun nach 30 Jahren als überzeugter Single erstmals zurückkehrt. Sein Bruder Jannick hat sich dagegen eine Familie wie aus dem Bilderbuch geschaffen und den Eltern nachgeeifert. Auch die Töchter haben sehr unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen. Es gibt also nicht nur Wiedersehensfreude unter den Geschwistern, sondern auch reichlich Spannungen. Als nach Heddas Tod nun das Testament eröffnet wird und es um einen Nachlass von rund 75 Millionen Euro geht, werden diese Spannungen nicht weniger, zumal laut Testamentsverwalter nur einer von Ihnen alles erben wird. Insgesamt sollen sie 27 Aufgaben lösen, um am Ende an das Geld zu kommen. Zunächst beginnt es noch mit ganz harmlosen Dingen, aber irgendwann fragen sich alle, warum ihre Mutter so etwas von ihrer Familie verlangt. Hat sie ihre Kinder etwa so gehasst? Und welches Geheimnis teilen Vater und Onkel miteinander? Das Spiel wird immer gefährlicher und die Anzahl der MItspieler stetig weniger...


Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-86493-166-6
Preis: 16,99 €
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Das Buch des Totengräbers

Oliver Pötzsch, Rezension von Julia Jahns

Wien 1893:

Leopold von Herzfeldt, Spross einer wohlhabenden jüdischen Bankiersfamilie mit deutschen Wurzeln, zieht von seiner Heimatstadt Graz nach Wien, um dort eine Stelle als Inspektor anzutreten. Da er mit seiner Familie gebrochen hat, ist er nahezu mittellos und nimmt trotz Studiums und guter Ausbildung die Arbeitsstelle an, für die er eigentlich überqualifiziert ist. Mit seinem Hochdeutsch und seiner selbstbewussten Art macht er sich sofort bei seinen neuen Kollegen unbeliebt, zumal er auch noch mit der neuesten Technik und Wissen der Kriminalistik vertraut ist. Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt ihm auch nicht, denn bereits bei seiner Ankunft gibt es den ersten Mordfall. Eine junge Dienstmagd wurde vergewaltigt und bestialisch getötet, darüber hinaus wurde sie gepfählt. Nachdem noch weitere Frauen auf die gleiche Art ermordet werden und zudem noch auf dem Zentralfriedhof Leichen enthauptet wurden, vermutet die Polizist einen Täter, der seine Opfer daran hindern will, nach ihrem Ableben als Wiedergänger, sprich: Vampire, zurückzukehren. Nach einigen Streitereien mit seinem neuen Kollegen Leinkirchner, der Leo wegen seiner jüdischen Herkunft angreift und loswerden möchte, wird diesem ein anderer, scheinbar weniger spektakulärer Fall zugeteilt, bei dem es um Grabschändung geht. Das Grab des Selbstmörders Bernhard Strauss, Halbbruder des berühmten Walzerkönigs Johann Strauss, wurde von Grabräubern geöffnet, sein Leichnam ebenfalls enthauptet. Hängen die Fälle etwa zusammen? Leo findet mithilfe des schrulligen Totengräbers Augustin Rothmayer, der hochbelesen ist und gerade an einem Almanach arbeitet, heraus, dass Strauss lebendig begraben wurde.

Zusammen mit der jungen Telefonistin Julia Wolf beginnt Leo zu recherchieren und schafft sich dabei reichlich neue Feinde ...

Spannender historischer Roman mit viel Wien-Atmosphäre, sehr unterhaltsam, aber nichts für schwache Nerven.


Verlag: DTV
ISBN: 978-3-423-26225-5
Preis: 15,90 €
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Die Stieftochter

Ildy Bach, Rezension von Kathrin Allkemper

Elf Jahre hat Rebecca im Gefängnis gesessen, weil sie für den Mord an ihrem Mann Alexander verurteilt wurde. Damals fand die Polizeit sie mitten in der Nacht, verwirrt auf einer Schaukel vor der alten Villa sitzend und die Strickjacke voller Blut. Im Haus lag die übel zugerichtete Leiche ihres Mannes. Und obwohl alles gegen Rebecca sprach, hat sie stets ihre Unschuld beteuert. Nun ist sie wieder auf freiem Fuß und kehrt in ihr Haus zurück, denn die Villa gehört immer noch ihr.

Ihre Stieftochter Tess hatte nie wirklich Kontakt zu Rebecca und auch all die Briefe, die ihre Stiefmutter ihr jedes Jahr geschickt hat, hat sie nie gelesen. Daher weiß Tess auch nicht, dass Rebecca entlassen wurde. Sie hatte sich zunächst einfach nur gewundert, warum sie in diesem Jahr noch keinen Brief bekommen hat. Doch dann erhält sie einen Anruf aus einer Klinik. Rebecca wurde brutal überfallen und liegt jetzt im künstlichen Koma. In ihrer Patientenvollmacht hat sie Tess mit der Regelung all ihrer persönlichen Angelegenheiten betraut, für den Fall, dass ihr etwas zustoßen sollte. Zunächst wehrt sich Tess vehement dagegen, schließlich hat diese Frau ihren Vater getötet. Aber je tiefer Tess in die Thematik eintaucht und sich auf die neue Situation einlässt, desto mehr zweifelt sie an der Schuld ihrer Stiefmutter. Und wenn Rebecca es nicht war, dann läuft der wahre Täter immer noch frei herum. Ob er hinter den anonymen Anrufen steht? Tess ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich mit ihren Nachforschungen bringt....

 


Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-70473-6
Preis: 10,99 €
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Kretische Feindschaft

Nikos Milonás, Rezension von Jutta Pollmann

Michalis Charisteas liebt seine Arbeit als Kommissar in seiner Heimatstadt Chania auf Kreta. Morgens den ersten „Elliniko“ (griechischer Mokka) vor der Taverne „Athena“ seiner Eltern, zu dem ihm seine Mutter gern noch „Kourabiedes“ (Mandelgebäck) serviert, dann mit den Roller zur Arbeit ( wobei er immer darauf achtet, dass er kurz vor dem Präsidium den Helm aufsetzt!) und zwischendurch einen Frappe mit seinem Arbeitskollegen Pavlos Koronaios.

Doch gerade heute wird aus dem entspannten Arbeitstag nichts. Der Bürgermeister des Nachbarortes Stelios Karathonos wird als vermisst gemeldet. Die Ehefrau ist so in Sorge, dass sie gleich den Polizeipräsidenten und den Gouverneur benachrichtigt hat, nachdem die örtliche Polizei von Kolymbari nichts in die Wege leiten wollte, schließlich sei der Bürgermeister schon öfter nicht direkt nach Hause gekommen.

Der Leiter der Mordkommission in Chania Jorgos Charisteas – Michalis Onkel – setzt nun Michalis und Pavlos auf den Fall an. Sie sollen mal mit der Gattin des Bürgermeisters reden, damit hätte man dann seine Pflicht und Schuldigkeit getan. Doch kurze Zeit später wird die Leiche des Bürgermeisters gefunden. Zu schnell gefahren, aus der Kurve geflogen, den Abhang herunter gekracht. Ein tragischer Unfall wird seitens der Polizei von Kolymbari attestiert.

Doch im Gegensatz zu seinen Kollegen, ist Michalis mit dieser Lösung nicht zufrieden. Es gibt zu viele Ungereimtheiten (die Spurensicherung wurde bei der Bergung des Wagens erst gar nicht gerufen!), die einfach unter den Tisch gekehrt werden sollen, doch auch sein vorgesetzter Onkel deckelt sein weiteres Handeln. Und eigentlich sollte Michalis froh sei, dass er nun freie Tage vor sich hat,denn seine Freundin Hannah, die nur alle paar Monate aus Berlin zu ihm nach Kreta kommt, soll heute landen, doch der Fall, der keiner mehr sein darf, lässt ihm keine Ruhe. Dann gibt es einen zweiten Toten.

Ein spannender und amüsanter Start einer Krimireihe, (Band 2 ist auch schon lieferbar, Band 3 erscheint ebenfalls am 28.4.2021), die auf Kreta spielt. Wundervolle Landschaften, duftende Olivenhaine, plätschernde Wellen, reichliches Essen der Akteure und Unmengen Raki lassen gleich Urlaubsgefühle aufkommen. Doch nichtsdestotrotz: ein spannender Kriminalfall.

 

 


Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 9783426527559
Preis: 12,99 €
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Die 7. Zeugin

Florian Schwiecker / Michael Tsokos, Rezension von Daniela Maifrini

 

Ein Sonntagmorgen in Berlin-Charlottenburg. Der unbescholtene Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting schwingt sich auf’s Rad und fährt zum Bäcker, um für sich, seine Frau Anja und seine Tochter Lily Brötchen zu holen. Dort angekommen schlägt er einen Streifenpolizisten nieder, entwendet ihm seine Dienstwaffe, geht in die Bäckerei und schießt um sich. Es gibt einen Toten und drei Verletzte. Nach der Tat lässt sich Nölting ohne Widerstand festnehmen. Ab da schweigt er zur Tat, er kommt in U-Haft und der Mordvorwurf ist völlig unwidersprochen.

Rocco Eberhardt ist ein deutsch-italienischer Strafverteidiger, recht erfolgreich, ganz ordentlich beschäftigt. Er hält sich am Tag nach der Schießerei im Kriminalgericht Moabit auf, wo Anja Nölting das Anwaltszimmer „gestürmt“ hat, weil sie einen Verteidiger für ihren Mann sucht. Rocco übernimmt das so merkwürdig angefragte Mandat, kriegt aber aus seinem Mandanten auch nichts raus. Ein Gespräch mit dem Gerichtsmediziner Dr. Justus Jarmer sät dann erste Zweifel an der allgemein verbreiteten Theorie, der Täter sei einfach ausgerastet und habe kein Motiv gehabt. Jarmer macht darauf aufmerksam, dass der Tote, der Anwalt Moritz Lindner, sehr gezielt und sicher mit zwei Schüssen ins Herz erschossen wurde. Der Schütze hätte also rein technisch auch die anderen Opfer töten können, wenn das sein Ziel gewesen wäre. Stattdessen scheint er gezielt so geschossen zu haben, dass die Verletzungen nicht so schwerwiegend sind.

Eine verworrene Situation, bei der der Verteidiger Hilfe bei seinem besten Freund, dem Ex-Polizisten und jetzigen Privatermittler Tobias Baumann sucht. Andreas Nölting schweigt weiter beharrlich, also müssen Rocco und Tobias die Suche auf sein gesamtes Umfeld ausdehnen – und dort stoßen sie am Arbeitsplatz des Täters auf sonderbare Zusammenhänge, die zum ersten Mal ein mögliches Motiv erahnen lassen. Doch bis zur endgültigen Aufklärung ist es noch ein weiter Weg – und es wird gefährlich, da sie einem berüchtigten Verbrechersyndikat in die Parade fahren…

Ein relativ unblutiger aber superspannender Justizthriller, bei dem die Arbeit des Anwalts Rocco Eberhardt im Vordergrund steht. Florian Schwiecker ist tatsächlich Strafverteidiger und kann so die fundierten Kenntnisse aus seiner Berufstätigkeit einbringen. Der gerichtsmedizinische Beitrag des Autoren Michael Tsokos, Leiter der Rechtsmedizin an der Charité, ist vergleichsweise klein aber ausschlaggebend. Hier wurde der Grundstein für eine erfolgversprechende Reihe um Rocco Eberhardt und Dr. Justus Jarmer gelegt.

 


Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805200592
Preis: 16,00 €
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Blütengrab

Ada Fink, Rezension von Daniela Maifrini

 

Ein Krimi, der in den 90er Jahren in der Mecklenburgischen Provinz spielt? Hört sich nicht so aufregend an! Aber einmal angefangen kommt man aus der superspannenden Geschichte nicht mehr raus.

Das Buch macht auf mit einer verstörenden Szene aus dem Jahr 1975, in der das Mädchen Ulrike, das gerade in einem Jungpioniere-Zeltlager ist, alleine durch den Wald irrt, weil es seine Freundin Christa sucht. Hier sieht es ein fürchterliches Monster – ein Erlebnis, das es zeitlebens nicht vergessen wird.

Im Mai 1993 treffen wir Ulrike Bandow wieder. Sie ist inzwischen Kriminaloberkommissarin in ihrer kleinen, von Landflucht gezeichneten Heimatstadt Wussnitz in Mecklenburg. Sie folgt damit ihrem Vater, der ebenfalls Polizist bei der Volkspolizei gewesen war, bis er vor siebzehn Jahren starb. 

Die etwas merkwürdige Familie Heisler ist in ein Gutshaus in der Gegend gezogen, wo sie sich als strikte Selbstversorger versuchen. Sie nutzen nur das, was sie mit eigenen Händen angebaut und verarbeitet haben, was löblich wäre, wenn da nicht eine ganz üble völkische Gesinnung mit allerlei germanischem Sagen-Hokuspokus wäre, der die Eltern blind anhängen und die sie ihren Kindern Ingrid und Ragnar mit massivem Druck eintrichtern.

Die dreizehnjährige Ingrid Heisler findet im Wald eine furchtbar misshandelte Mädchenleiche – kunstvoll gebettet auf ein Meer aus weißen Blüten und über und über bedeckt mit zum Teil tief eingeritzten germanischen Runen. Die alarmierte Polizei ist schnell vor Ort, Ulrike Bandow leitet die Ermittlungen. Sie ist noch aufgebracht, da sie erst Minuten zuvor erfahren hat, dass ein Kollege aus Kiel, Ingo Larssen, sich auf eigenen Wunsch nach Wussnitz hat versetzen lassen und nun mit ihr zusammen an dem aktuellen Fall arbeiten soll. Dass sich ein West-Polizist freiwillig ins Ost-Outback begibt, sorgt natürlich für Misstrauen! Doch Larssen hat ganz eigene Gründe für die Wahl seines Aufenthaltsortes.

Mit der Auffindesituation der Kinderleiche im Wald sind alle überfordert, einzig Larssen scheint ein wenig den Überblick zu behalten. Das Opfer kann nicht identifiziert werden. Schlimmer noch: es werden Hinweise auf ein zweites verschwundenes Mädchen gefunden und noch immer tappen die Ermittler völlig im Dunklen. Ein Zeuge nach dem anderen stirbt, es gibt keine Anhaltspunkte außer dem, dass da irgendetwas von „ganz oben“ gedeckelt wird. Diese Vermutung wird zur Gewissheit, als durch einen kuriosen Umstand alte Aufzeichnungen von Bandows Vater auftauchen, der sich schon vor langer Zeit in der ehemaligen DDR mit identisch gelagerten Fällen beschäftigen musste – bevor er bei einem Autounfall ums Leben kam…

Ein sehr spannender Thriller, der auf moderate Weise den Ost-West-Konflikt der unmittelbaren Nachwendezeit behandelt, ohne sich darin zu verstricken. Der Fall bzw. die Fälle haben einen extrem brutalen Hintergrund, doch es kommt an keiner Stelle zu Schilderungen von Gewalttaten, wir werden „nur“ mit den Ergebnissen konfrontiert, was die ganze Sache etwas „erträglicher“ macht, wie ich finde. Tempo nimmt das Buch durch schnellen Wechsel der Erzählperspektiven auf: Wir verfolgen parallel die Perspektive der Ermittler, die der jungen Ingrid Heisler und interessanterweise die von Marc Bandow, der uns seine ganz privaten Eindrücke als „Insider“ in dem Neonazi-Haufen um Christa und ihren Ehemann Frank schildert.

Ada Fink ist das Pseudonym einer deutschen Roman- und Drehbuchautorin, und die „Drehbuchanlagen“ sind in diesem Buch schon sehr deutlich, es könnte genau so verfilmt werden.

Zwei tolle Ermittler haben sich da gefunden, Ulrike Bandow, die leicht verunsicherte und zunächst überforderte Provinzermittlerin, die an diesem Fall wächst, und Ingo Larssen, der desillusionierte „alte“ Kripo-Haudegen, den äußerlich nichts anficht, der sich aber bei allem Scharfsinn durchaus eine menschliche Seite bewahrt hat und eine Schwachstelle aufweist, die sich durch das Buch zieht, die aber bis zum Ende nicht ganz aufgeklärt wird. Und diese Tatsache macht Hoffnung auf einen zweiten Fall mit Bandow und Larssen!

 


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2737-9
Preis: 16,00 €
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Geiger

Gustaf Skördeman, Rezension von Kathrin Allkemper

Agneta Broman und ihr Mann Stellan sind liebevolle Großeltern. Gerade hatten sie ihre Enkelkinder in der letzten Ferienwoche bei sich, damit ihre Töchter samt Ehemännern einen gemeinsamen Urlaub in der Bretagne genießen konnten. Als die Schwestern Lotta und Malin ihre Kinder nun wieder abholen und alle der Großmutter zum Abschied winken, läutet im Haus das Telefon. Agneta schließt die Tür, nimmt den Hörer ab und hört nur ein Wort: "Geiger". Auch wenn sie nie gedacht hätte, dass das nach so langer Zeit noch passiert, weiß sie sofort, was zu tun ist. Ohne zu zögern holt sie eine Waffe aus einem Versteck, erschießt ihren Mann und flieht....

Kommissarin Sara Nowak ist zwar nicht die leitende Ermittlerin in diesem mysteriösen Mordfall, aber als alte Freundin der Familie kann sie sich einfach nicht raus halten. Sie hat schließlich ihre halbe Kindheit im Haus der Bromans verbracht. Agneta war so etwas wie ihre Ersatzmutter und die Mädchen wie Schwestern für sie. Doch je weiter sie forscht und versucht, Agnetas Verschwinden und Stellans Tod aufzuklären, desto mehr entdeckt sie Dinge, die dort in ihrer Kindheit geschehen sind und die sie erfolgreich verdrängt hatte.

Super spannender Thriller, den man nicht aus der Hand legen kann.

 


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442491803
Preis: 13,00 €
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Klima - Deine Zeit läuft ab

David Klass, Rezension von Jutta Pollmann

Seit Monaten verfolgt das FBI einen Öko-Terroristen, der Anschläge auf Ziele verübt, die die Umwelt schädigen. „Green Man“ timt seine Anschläge nach der sogenannten „Östersund-Uhr“, einer Umwelt-Weltuntergangsuhr, die von einer radikalen Gruppe von Umweltaktivisten mit Sitz in Schweden betrieben wird. Diese Uhr zählt die Zeit bis „Mitternacht“ herunter, dem Zeitpunkt, wenn der Schaden für die Umwelt irreversibel sein wird. Der letzte Anschlag von „Green Man“ auf den Staudamm Boon Dam war auf 23.30 Uhr gelegt, viel Zeit bleibt der Menschheit nicht mehr, um die Welt noch zu retten.

Die Bevölkerung ist gespalten. Die einen applaudieren bei jedem gelungenen Deal, die anderen verurteilen ihn, nicht zuletzt der Opfer wegen, die es doch bei jedem Anschlag gibt.

Tom Smith, Informatiker und Datenanalyst, beginnt seine Arbeit gerade in einer Spezialgruppe beim FBI, die auf Green Man angesetzt ist. Seine Familie wundert sich, hätte er im Silicon Valley weit mehr verdient, doch Tom wollte zum FBI. Und er will „Green Man“ finden, den Mann, von dem er nicht weiß, ob er ihn nicht insgeheim bewundert. Bei seinen Nachforschungen trifft er nicht immer auf offene Ohren, seine Art Dinge zu hinterfragen, stößt bei einigen auf Widerstand. Lange Zeit unterstützt ihn sein Vorgesetzter Jim Brennan, doch dann gerät Brennan selbst unter Druck, als er einen falschen Täter verhaftet. Er wird vom Fall abgezogen und in den Ruhestand versetzt, und die Green-Man-Ermittlungen werden unter die Schirmherrschaft des Ministeriums für Innere Sicherheit gestellt. Nun hat Harris Carnes das Sagen und der hat einen anderen Blick auf die Dinge.

Doch Tom, der eigentlich aus dem Fall raus ist, recherchiert weiter, er ist dem wahren Green Man ganz nah und weiß jetzt, welches der nächste, der letzte Anschlagsort des vermeintlichen Weltretters sein wird. Doch die Zeit läuft....

 

Ein spannender Öko-Thriller, der einen von der ersten Seite an in den Bann zieht.


Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-22740-4
Preis: 18,00 €
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Das Windsor-Komplott

S J Bennett, Rezension von Julia Jahns

Queen Elizabeth ist entsetzt: Nach einer Feier auf Schloss Windsor wird die Leiche eines russischen Pianisten gefunden. Besonders pikant: Der attraktive junge Mann hängt nackt im Kleiderschrank eines Zimmers im Gästetrakt. Was zunächst nach einem Sexunfall mit tödlichem Ausgang aussieht, entpuppt sich als Mordanschlag. Der ermittelnde Kommissar geht von einem politischen Mord aus. Er vermutet, dass Putin dahinter stecke, welcher der Queen offen drohen möchte. Diese wiederum hält die Theorie für Unsinn, hat aber selbst kaum Möglichkeiten zu ermitteln. Sie setzt ihre clevere junge Privatsekretärin Rozie auf den Fall an ...

Witziger Cozy-Krimi mit der Queen als Ermittlerin, die zwar nicht offen agieren kann, aber die Fäden im Hintergrund zieht.

 


Verlag: Kampa
ISBN: 978-3-86648-624-9
Preis: 14,90 €
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Frau Helbing und der tote Fagottist

Eberhard Michaely, Rezension von Kathrin Allkemper

Frau Helbing hatte mit ihrem Ehemann vierzig Jahre lang eine Metzgerei im Hamburger Grindelviertel. Jetzt ist sie Rentnerin, verwitwet und liebt nichts so sehr, wie einen gut durchgeplanten Tagesablauf und spannende Krimis. Diese Routine wird jäh unterbrochen, als ihr freundlicher Nachbar Henning von Pohl, ein berühmter Fagottist, in seiner Wohnung tot aufgefunden wird. Laut Polizei starb er an einem anaphylaktischen Schock. Frau Helbing, selbsternannte Expertin auf dem Gebiet der Kriminalistik, sieht das anders. Drei Wespenstiche nebeneinander im Fuß, das ist doch wohl ein sehr komischer Zufall. Für sie steht fest, Herr von Pohl wurde ermordet. Nicht, dass sie neugierig wäre, aber extrem aufmerksam kommt der Sache schon sehr nahe. Sie weiß genau, auf welchen Frauentyp er stand, wann er welchen Damenbesuch hatte und wer sonst noch so bei ihm ein und aus ging. Die Polizei will von der Mordtheorie aber nichts wissen. Und nachdem die ermittelnde Kommissarin sich als Veganerin entpuppt und entrüstet Frau Helbings Wurstschnittchen ablehnt, ist die pensionierte Fleischfachverkäuferin beleidigt und ihrerseits auch nicht mehr an einer Zusammenarbeit interessiert. Sie ermittelt einfach alleine weiter. Einzig der türkische Schneider Herr Aydan hat immer ein offenes Ohr und auch den ein oder anderen Ratschlag für die älter Dame. Als eine weitere Leiche auftaucht, gibt es keine Zweifel mehr daran, dass ein Mörder umgeht. Dieses Mal steckt das Messer noch im Opfer und mit Messern kennt die ehemalige Metzgerin sich ja bestens aus....

Sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Krimi mit einer netten alten Dame, die allen zeigt, dass man siebesser nicht unterschätzen sollte.


Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-26940-8
Preis: 22,00 €
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Der Tod in ihren Händen

Ottessa Moshfegh, Rezension von Kathrin Allkemper

Vesta ist verwitwet und einsam. Nur ihr geliebter Hund Charlie wohnt bei ihr. Erst vor einem Jahr ist sie nach Levant gezogen und hat auf einer ihrer frühmorgendlichen Gassirunden den Birkenwald entdeckt. Seither gehen die beiden diese Runde täglich und Vesta hat das Gefühl, sie kennt dort jeden Zweig. Daher fällt ihr auch an diesem Morgen sofort ein Zettel ins Auge, auf dem steht: „Ihr Name war Magda. Niemand wird je erfahren, wer sie getötet hat. Hier ist ihre Leiche“. Da es keinerlei offensichtliche Spuren eines Verbrechens gibt, tut sie das Ganze als einen dummen Streich ab. Doch je länger sie darüber nachgrübelt, desto mehr fühlt sie sich plötzlich beobachtet und geht schnell zurück nach Hause. Hat der Mörder sie gesehen? Sollte sie diesen Zettel finden? Vesta ist hin und her gerissen, ob sie die Botschaft ignorieren oder ernst nehmen soll. Letztendlich fängt sie an, sich in diesen Fall zu verstricken. Sie denkt sich Szenarien aus und haucht der mysteriösen Magda Leben ein. Und je mehr sie in Magdas Geschichte eintaucht, desto mehr Abgründe tun sich in ihrem eigenen Leben auf…

Die Geschichte von Vesta ist kein typischer Krimi mit Mord, Leichenfund und anschließender Polizeiarbeit. Es geht viel mehr um das Thema Einsamkeit und das Spiel um Wirklichkeit und Einbildung. Dadurch, dass in der Ich-Perspektive erzählt wird, werden Vestas innere Konflikte und Geständnisse besonders eindringlich.

Äußerst ungewöhnlicher, aber lohnenswerter Spannungsroman.


Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-3-7499-0121-0
Preis: 22,00 €
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Der andere Sohn

Mohlin & Nyström, Rezension von Kathrin Allkemper

FBI-Mann John Adderley wacht mit einer Schussverletzung im Krankenhaus auf. Eigentlich hatte er nicht erwartet, nach dem missglückten Einsatz als verdeckter Ermittler im Drogenmilieu überhaupt nochmal aufzuwachen, aber scheinbar hatte er einen Verbündeten, der ihm das Leben gerettet hat.

Trotzdem hat er jetzt nur noch eine Option, er muss in ein Zeugenschutzprogramm. Nach Jahren in Amerika zieht es ihn zurück in seine alte Heimat Schweden. Dort leben noch seine Mutter und sein Halbbruder Billy, zu denen er lange keinen Kontakt hatte. Doch es ist nicht nur das Heimweh, das ihn nach Karlstadt zieht. Vor Jahren ist dort die Tochter eines wohlhabenden Ehepaars verschwunden, und sein Bruder war der Hauptverdächtige. Da man aber keine Leiche fand, wurde er nie verurteilt. John will der Wahrheit auf den Grund gehen und seine neue Arbeitsstelle, die er unter dem Decknamen Fredrik Adamsson bei der örtlichen Polizei antritt, dafür nutzen. Sehr schnell wird klar, dass die Polizei nie wirklich nach einem Täter gesucht, sondern sich von Anfang an auf Billy eingeschossen hat. Wer hat in dem kleinen Ort wohl etwas zu verbergen?

Leider verhält sich John bei seinen Ermittlungen nicht immer unauffällig und setzt seine sichere Position im Zeugenschutz nicht nur einmal aufs Spiel...


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2712-6
Preis: 16,00 €
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Hexenjäger

Max Seeck, Rezension von Kathrin Allkemper

Ein äußerst brutaler Mord erschüttert Finnland. Die Frau des berühmten Krimiautoren Roger Koponen wurde getötet, während er selbst sich auf Lesereise befindet, was ihm zunächst ein solides Alibi beschert.

Aber es bleibt nicht bei einem Mord, und schnell erkennt die ermittelnde Hauptkommissarin Jessica Niemi ein Muster: alle Opfer sind Frauen, die nicht nur auf äußerst brutale Art getötet werden, sondern auch genau auf die gleiche Weise, wie Koponen es in seiner Krimi-Reihe beschreibt. Foltermethoden wie in den Zeiten der Hexenverfolgung sind sein Thema. Zudem ist der Täter äußerst dreist und taucht sogar selbst noch am Tatort auf, was Jessica leider zu spät bemerkt. Wieder einmal entkommt er und das Wissen, dass die Bücher insgesamt sieben Morde beschreiben, setzt die Polizei enorm unter Druck…


Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-7499-0003-9
Preis: 12,00 €
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Nordwesttod

Svea Jensen, Rezension von Jutta Pollmann

Anna Wagner ist gerade von München nach Kiel gezogen. Die Kommissarin soll am Landeskriminalamt eine Stelle aufbauen, die auf Vermisstenfälle spezialisiert ist. Der Tapetenwechsel kommt gerade richtig, die Scheidung von ihrem Mann war schmutzig und nun muss sie ihn auch noch per Anwalt aus ihrem elterlichen Haus rausschmeißen lassen. Da ist Distanz allemal besser.

Anna wird direkt nach St. Peter Ording gerufen, wo der scheidende Chef der Schutzpolizei Claas Hoyer sie um Hilfe bittet. Nina Brechtmann, Tochter der Hotelchefin Charlotte Brechtmann ist verschwunden. Wann genau kann niemand sagen, da sie sich im Urlaub befand und nach dem Urlaub nicht bei ihrer Arbeit erschienen ist. Gleich der erste Kontakt mit Charlotte und Sophie Brechtmann, der zweiten Tochter des Hauses, macht Anna klar, dass die beiden nicht alles sagen, was sie wissen. Nina wurde adoptiert, hat sich aber schon seit längerem von der Familie Brechtmann losgesagt und dem Umweltschutz verschrieben. Ihr waren die Pläne ihrer Mutter und Schwester, immer neue Hotels an der Küste zu bauen, ein Dorn im Auge.

Haben die Brechtmanns Nina deshalb verschwinden lassen? Wo ist ihr Auto? Hat sie es versteckt, weil sie die Verursacherin eines Unfalls war, bei der zwei junge Menschen ums Leben kamen? Ist sie deswegen unter getaucht?

Anna Wagner kommt nicht so richtig weiter und der neue Chef der Schutzpolizei Hendrik Norberg ist nicht so ganz davon begeistert, dass sie hier ist. Allerdings muss der auch erst einmal mit sich und seiner neuen Situation klar kommen. Vor drei Monaten ist seine Frau gestorben und damit seine Jungs in St. Peter Ording bleiben können, hat er sich von der Kriminalpolizei zur Schutzpolizei versetzen lassen, damit er vor Ort sein kann. Doch dieser Wechsel bekommt ihm noch gar nicht, er fühlt sich degradiert, obwohl er den Schritt ja selbst in die Wege geleitet hat. Außerdem macht ihm ein Querulant im Team das Leben schwer.

Doch als Anna ihn mehr und mehr an ihrem Fall beteiligt, wird sein kriminalistischer Spürsinn wieder geweckt. Beide überschreiten Grenzen bei ihren Ermittlungen, denn eigentlich müssten sie den Fall längst an die Kripo Husum abgeben, weil die Schutzpolizei nicht mehr zuständig ist, doch auch Anna Wagner ist der Meinung, dass sie den Karren besser zu zweit aus dem Dreck ziehen. Nach und nach kommen sie dem Täter auf die Spur.

 

Ein spannender Nordseekrimi mit sympathischen Ermittlern. Das Buch endet so, dass man gleich Teil zwei der Reihe in die Hand nehmen möchte. Der erscheint dann auch schon im Mai.

 

 


Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-651-00093-3
Preis: 15,00 €
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Leichenblume

Anne Mette Hancock, Rezension von Jutta Pollmann

Die Investigativ-Journalisten Heloise Kaldan vom Demokratisk Dagblad hat sich mit ihrem letzten Artikel fürchterlich in die Nesseln gesetzt. Den Informationen ihres Informanten Martin Duvall hat sie blind vertraut, doch die haben sich leider als falsch erwiesen und nun reißt ihr Chef ihr (fast) den Kopf ab. Vielleicht ist es doch keine gute Idee ein Verhältnis mit einem Informanten anzufangen...

Nach dem Donnerwetter sortiert Heloise erst mal ihre Post und findet dazwischen einen an sie adressierten Brief, der aus Frankreich kommt. Der Text verworren und für Heloise nicht verständlich, aber die Unterschrift lässt sie aufmerken: Anna Kiel. 2016 ermordete Anna Kiel Christopher Mossing, Rechtsanwalt aus guten Hause, Sohn des Immobilienmoguls Johannes Mossing. Die Polizei fand damals heraus, dass es keinerlei Verbindungen zwischen Anna und Mossing gab und es bis heute nicht klar ist, warum sie ihn umgebracht hat. Seit der Tat ist sie verschwunden.

Kurze Zeit später erhält Heloise den zweiten Brief von Anna, in dem sie auf Gemeinsamkeiten und Verbindungen zu ihr hinweist. Heloise zeigt die Briefe ihrer Chefredakteurin, räumt aber auch direkt ein, dass sie Anna Kiel gar nicht kennt. Sie hat keine Ahnung, warum sie diese Briefe bekommt.

Die Journalistin bekommt den Auftrag, den Fall noch mal neu aufzurollen und besucht dafür Familie Mossing. Ellen Mossing, Christophers Mutter ist sehr gesprächig, doch als ihr Mann Johannes erscheint und er erfährt, dass sie von einer Zeitung kommt, ist Heloise schneller wieder vor der Tür als sie denken kann. Irgendetwas ist hier faul. Heloise verabredet sich mit dem Journalisten, der damals für das Dagblad berichtet hat, doch der möchte nichts sagen, hat wahnsinnige Angst.

Auch die Polizei um Kommissar Erik Schäfer erhält neue Informationen zu dem Fall Mossing und alle Spuren führen irgendwie zu Heloise.

Was hat die Journalistin mit dem Mord von damals zu tun? Woher weiß Anna soviel von Heloise? Wer oder was steckt dahinter? Irgendwann findet Heloise den Schlüssel und der führt sie direkt nach Frankreich.

 

Ein sehr spannendes Krimi Debüt mit einem Cliffhanger. In Dänemark stürmt Anne Mette Hancock gerade die Bestsellerlisten. Und so kann man sich schon auf Band 2 der "Helois-Kaldan-Reihe" freuen, der im Juli erscheint.

 


Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-26271-2
Preis: 15,90 €
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Hinter diesen Türen

Ruth Ware, Rezension von Jutta Pollmann

Rowan Caine, 27 ist Erzieherin in London, doch der Job ist schlecht bezahlt und ihre Chefin ist nicht gut auf sie zu sprechen. Zufällig stößt sie auf eine Anzeige: eine Familie in Schottland sucht für ihre vier Mädels eine Nanny. Rowan bewirbt sich, bekommt den Job und ist überglücklich, denn die Bezahlung ist hervorragend und die Unterkunft vom Feinsten. Doch der vermeintliche Traumjob entpuppt sich schon bald als Horrorjob: der Herr des Hauses kommt Rowan permanent zu nahe; seine Frau sieht entweder nichts oder will es nicht wahrhaben und die Mädchen, schon von Anfang an nicht sehr zuvorkommend (Rowan ist nicht die erste Nanny im Haus), werden immer seltsamer.

Das alte Herrenhaus, idyllisch in den Highlands gelegen, wartet innen mit einer High-Tech-Ausstattung auf, die auf Rowan beängstigend wirkt. Zudem fühlt sie sich nicht nur durch die überall im Haus installierten Kameras beobachtet und verfolgt. Sie hört Schritte über sich, doch da gibt es keine Räume. Musikanlagen fangen plötzlich in der Nacht an zu spielen, ohne dass jemand sie betätigt hätte. Mehr und mehr fühlt sie sich gestresst und genervt, zumal sie immer häufiger mit den vier Mädchen, die ihr mittlerweile feindselig gegenüber stehen, allein ist.

Und dann passiert eines Tages ein schrecklicher Todesfall und Rowan steht unter Mordverdacht.

 

Ein packender Thriller, ein Page-Turner von der ersten Seite an.


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42497-5
Preis: 12,99 €
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Der Tausch

Julie Clark, Rezension von Jutta Pollmann

Zwei Frauen, zwei Geschichten, ein Ziel: ihrem jetzigen Leben entkommen.

Claire wird von allen Menschen beneidet, hat sie sich doch den begehrtesten Junggesellen zu ihrem Mann machen können: Rory Cook, Politiker, Philanthrop und Sohn der beliebten Politikerin Cook. Doch der Glanz ihrer Ehe ist trügerisch. Kein Außenstehender sieht die blauen Flecke unter Pullovern und Schals, Resultate von Claires „Aufmüpfigkeit“, wenn sie wieder nicht so reagiert hat, wie Rory es wollte. Und keiner nimmt war, dass Claires Leben eine 24 Stunden Überwachung ist. Die einzige Möglichkeit zu entfliehen, ist das Fitnessstudio, wo es Claire auch regelmäßig hinzieht. Hier lernt sie Petra kennen, die ihre Freundin und Verbündete wird, und hier entsteht der Plan zu fliehen.

 

Eva ist im Waisenhaus aufgewachsen, doch mit der Unterstützung von dort hat sie es sogar bis zur Uni geschafft und Chemie studiert. Was ein dummer Streich werden sollte – ein paar Drogen für den Hausgebrauch zu produzieren – ging mächtig in die Hose. Ihr Kommilitone wurde von Papa freigekauft, sie allerdings von der Uni verwiesen. Seitdem arbeitet Eva für einen Dealer, produziert Drogen. Doch Eva will raus aus diesem Job, raus aus Kalifornien, ein neues Leben beginnen...

 

Eva und Claire treffen sich am Flughafen, jeder wartet auf seinen Flug. Und dann die Entscheidung: sie tauschen die Tickets und die Pässe und werden eine andere.

Doch lassen sich ihre Peiniger so leicht täuschen????

Ein sehr spannendes Thriller-Debüt der amerikanischen Autorin Julie Clark.